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Der Oldenburger Hafen

Die Promenade am Stau vom „Schwan“ bis zu „Heini am Stau“ war noch bis in die 1980er-Jahre hinein Umschlagplatz für Waren, die auf der Hunte transportiert wurden. In den vergangenen Jahren hat sich der „Alte Stadthafen“ enorm verändert.

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NWZonline.de Region Stadt Oldenburg Kultur

Von der Anlegestelle zum Stadthafen

10.07.2010

OLDENBURG Von der Anlegestelle an der Hunte zum prosperierenden Stadthafen, vom Stau im Stadtzentrum an den östlichen Stadtrand in Drielake: Die Geschichte des Oldenburger Hafens ist eng verknüpft mit dem Wachstum der Stadt.

„Abseits bekannter Handelswege bot der Hafen im Mittelalter die Chance, bei Händlern Interesse zu wecken und den Blick auf Oldenburg zu richten“, weiß Lioba Meyer, die im Stadtmuseum die Ausstellung „Oldenburg – Stadt am Wasser“ vorbereitet. 1383, also 38 Jahre nach der Verleihung der Stadtrechte, ist eine Anlegestelle erstmals urkundlich erwähnt. Doch schon vor der Stadtrechtsverleihung soll die Hunte von seegängigen Schiffen befahren worden sein. 1478 ist schließlich von einem Handelsplatz die Rede, der im Laufe der Jahrhunderte große Bedeutung für die Oldenburger erlangen sollte.

„Wasserstraßen sind damals wie heute der günstigste und sicherste Weg, Waren zu transportieren“, sagt die Historikerin. Auf Straßen war das Reisen unsicher und teuer. Räuber lauerten an den Wegesrändern, und Zoll- oder Transitgebühren wurden erhoben. Mit der Sicherheit auf Hunte und Weser war es im 16. Jahrhundert allerdings vorbei, als Piraten ihr Unwesen trieben. Oldenburgs Graf Anton I gewährte den Freibeutern Zuflucht und geriet darauf mit den Bremern in Streit, die ihrerseits ein Schutzgeld erheben wollten. Oldenburg lehnte das ab. Erst Graf Anton Günther gelang es, als geschickter Diplomat den Streit zu beenden. Die Piraten verschwanden, Graf Anton Günther erhob einen Weserzoll – zum Ausbau der Deiche wie er betonte. Den Bremern gefiel das auch nicht wirklich.

Ein Kupferstich von Wenzel Hollar zeigt den Hafen um 1657 – vor den Mauern der Stadt, zwischen heutiger Gottorpstraße und Haaren. Oldenburg wuchs zu einem wichtigen Handelsplatz und stellte die Infrastruktur – Lagerplätze und Speicher entstanden. Mit Handel ließ sich Geld verdienen, hatte man schon damals erkannt. Im 16. und 17. Jahrhundert nutzten Reedereien aus Hamburg, Emden und Bremen die Vorzüge des Oldenburger Hafens. Doch der Blüte folgte eine 200 Jahre währende Depression. Die Hunte versandete, die Handelsschiffe wurden aber immer größer.

Erst ab 1845 wurde die Hunte Richtung Weser vertieft, verbreitert und begradigt, Oldenburg trat der Zollunion bei. Größere Segelschiffe liefen Oldenburg wieder an, später folgten Dampfschiffe, das Hafenbecken musste ausgebaut werden. Auf der Brands Werft (1853 bis 1997) wurden Schiffe gebaut, der Hafen wuchs zum Industriestandort. Eine besondere Bedeutung für die Entwicklung spielte die 1845 gegründete Glashütte. 1857 nahm sie gemeinsam mit der Warpspinnerei einen Werkshafen in Betrieb, der durch einen Stichkanal mit der Hunte verbunden war. Mit gecharterten Segelschiffen wurden ab 1860 Flaschen nach England, Schottland, Irland, Spanien und Portugal befördert. Die Glashütte kaufte ein eigenes Schiff und gründete 1880 die „Oldenburg-Portugiesische Dampfschiffs-Rhederei“ (OPDR).

Die Flaschen wurden mit kleinen Schiffen nach Brake gebracht und dort auf ein Dampfschiff verladen, das Portugal anlief. Auf dem Rückweg brachte es Korkholz für die Linoleumfabrik und die Korkindustrie in Delmenhorst mit. Später wurden die Flaschen auch in Bremen und Hamburg umgeladen. An der Elbe ist die Reederei OPDR heute beheimatet.

Über die Gerresheimer Glashütte entstand ein Kontakt zu Rhein-Umschlag, der 1935 in Oldenburg investierte und 1937 seinen Firmensitz von Düsseldorf an die Hunte verlegte. 1935 war auch das Jahr, in dem der Küstenkanal eröffnete. „Die Entwicklung des Hafens explodierte“, unterstreicht Lioba Meyer die Bedeutung dieses Ereignisses für die Stadt. Das war vergleichsweise wie im Jahr 1867, als die Eisenbahnlinie Bremen-Oldenburg ihren Betrieb aufnahm. Während und nach den beiden Weltkriegen kam der Handel praktisch zum Erliegen. Die Schiffe wurden vom Militär beschlagnahmt, nach dem Zweiten Weltkrieg machten gesprengte Brücken die Wasserwege unpassierbar. Das Wirtschaftswunder in den 50er-Jahren hauchte dem Hafen am Stau neues Leben ein. Oldenburg wuchs und gedieh, wurde zu einer lebendigen Großstadt. Hunte und Küstenkanal wurden ausgebaut.

Die Hafenanlagen entsprachen bald nicht mehr dem modernen Standard. Statt am Stau zu investieren wurde der Osthafen gebaut, der seit 1987 von den Schiffen angelaufen wird. Der alte Hafen am Stau ist heute Flaniermeile.

„Oldenburg – Stadt am Wasser“ wird am Sonntag, 15. August, im Stadtmuseum eröffnet.

an den Ausstellungen und Veranstaltungen zur Kulturgeschichte des Wasser unter dem Titel „Alles fließt“ sind neben dem Stadtmuseum die Landesmuseen für Kunst und Kultur sowie Natur und Mensch, das Staatsarchiv, das Museumsdorf Cloppenburg und das Schlossmuseum Jever.

zu sehen sind zahlreiche Exponate wie Fotos, Arbeitsgeräte Winden, Schaufeln oder Sackkarren. Einblicke gibt es außerdem in Handelsbücher und ins Stadtrechtsbuch sowie andere Dokumente.

Thomas Husmann
Redakteur
Redaktion Oldenburg
Tel:
0441 9988 2104

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