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Geschichte des Oldenburger Kramermarkts

NWZonline und Werkstattfilm blicken mit historischen Fotos und Videos auf die Geschichte der Oldenburger Fünften Jahreszeit zurück.

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NWZonline.de Stadtgeschichte Oldenburg Geschichte des Oldenburger Kramermarkts

Neustart auf alter Hausmüll-Deponie

22.07.2016

Oldenburg Wenn heute jemand sagt „Komm, wir gehen zum Kramerm arkt“, dann ist nicht nur für Oldenburger eine genauere Wegbeschreibung überflüssig. Der Kramermarkt, eines der größten Volksfeste im Nordwesten, findet selbstverständlich neben der Weser-Ems-Halle statt. Selbstverständlich? Ja, seit Ende September 1963.

Die Geschichte dieses Rummels ist eben nicht nur eine des Fest-, sondern auch des räumlichen Umzugs. Im Jahr 1608 gestattete Graf Anton Günther einen „Oldenburger Krahmer-Marckte“ auf dem Marktplatz mitten in der Stadt. Dort fand er bis weit ins 19. Jahrhundert regelmäßig im September/Oktober statt, ehe der Trubel für die Bürgerschaft zu groß wurde und man sich 1877 zur Teilung entschloss: Der Verkaufsmarkt blieb in Rathaus- und Schlossnähe, der Vergnügungsmarkt mit Karussells, Schaubuden und Amüsierzelten zog zum Pferdemarkt.

Die Macht des Erfolgs blieb aber auch hier, vor den Stadttoren, ungebrochen: Der Kramermarkt wuchs und gedieh, das Volksfest wurde größer und größer, bis – ja bis die Polizei ihr Veto einlegte: Den Verkehr zu regeln sei auf der Heiligengeiststraße, die den Rummel in zwei Hälften teilte, zu schwierig geworden, klagten die Beamten. Ein Hauptwachtmeister des 2. Polizeireviers seufzte damals nach überstandenem Verkehrs- und Marktrummel: „Was wären wir froh, wenn der Kramermarkt verlegt werden würde.“

Bilder, Videos und Artikel zur Geschichte des Oldenburger Kramermarkts finden Sie hier.

Ein erster Versuch, den Markt zu verlegen (an den Marschweg!), scheiterte bereits 1949. Doch 1962, als rund 250 Marktbeschicker (unter anderem mit 32 Karussells, 124 Verkaufsbuden, 16 Bierzelten sowie einem Hunde- und Affentheater) den Pferdemarkt rekordverdächtig fast zum Überlaufen brachten, setzte sich die Meinung allgemein durch: Das bunte Treiben muss hier weg – und welcher Platz bietet sich besser an, als die riesige freie Fläche neben der noch jungen Weser-Ems-Halle? „Die Ambulanten werden dem Kramermarkt die Treue auch halten, wenn die Zelt- und Budenstadt einmal nicht mehr auf dem Pferdemarkt aufgeschlagen werden kann“, kommentierte die NWZ  erste Umzugsgerüchte im April 1962.

Nicht alle „Ambulanten“ teilten diese Meinung. Viele sahen sich abgehängt von der Nähe zur Innenstadt, fürchteten um ihre Existenz. Jugendliche Rummelfans argwöhnten: „Wenn ich in Eversten wohnen würde, ginge ich nach der Verlegung nicht mehr so oft zum Kramermarkt.“ Betriebsleiter Fischer vom Busunternehmen Pekol, dessen Fahrzeuge vom Umzug eigentlich profitieren sollten, warnte: „Ob der Kramermarkt noch Kramermarkt sein wird?“ Und sogar Oberbürgermeister Wilhelm Nieberg (CDU) ermahnte in seiner Eröffnungsrede am 28. September 1962 die Oldenburger: „Haltet dem Kramermarkt die Treue, auch wenn er von seinem historischen Platz auf dem Pferdemarkt zum Hallengelände umziehen muss!“

Die Sorgen waren unnötig. Am 4. April 1963 vermeldete die NWZ  unter der Überschrift „Nächster Kramermarkt auf 80 000 cbm Müll“ die Entscheidung des Rates, und am 28. September 1963 war es so weit: 300 Schausteller verwandelten das Gelände in Donnerschwee (eine alte Hausmülldeponie) in eine große, bunte und laute Budenstadt. Und die Oldenburger ließen sich nicht lange bitten, machten die Fläche tatsächlich zu einem sofort akzeptierten Rummelplatz.

Oberbürgermeister Nieberg triumphierte: „Die Beteiligung am Umzug und an der Eröffnung beweist uns, dass wir mit der Verlegung recht behalten haben.“ Was verstärkt bis heute gilt: Weit über eine Million Menschen pilgern alljährlich zum Kramermarkt neben der Weser-Ems-Halle.


  www.nwzonline.de/70-jahre-nwz 
Klaus Fricke

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