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NWZonline.de Stadtgeschichte Oldenburg 120 Jahre VfB Oldenburg

Achterbahnfahrt in Blau und Weiß

18.10.2017

Oldenburg Es könnte so einfach sein: Im Vereinswappen des VfB Oldenburg ist das Gründungsjahr 1897 weiß auf blau festgehalten – nur ist die Wahrheit ein wenig komplizierter. Denn von einem „Verein für Bewegungsspiele“ Oldenburg hatte Ende des 19. Jahrhunderts hierzulande noch niemand etwas gehört.

In einer Zeit, in der Fußball eher Rand- als Volkssport war, waren die kickenden Oberrealschüler der Stadt (das heutige Herbartgymnasium) von Eltern und Lehrern ungern gesehen. Ehemalige Schüler gründeten dennoch am 17. Oktober 1897 den FC Oldenburg – das Datum, das nun als Geburtsstunde des VfB Oldenburg gilt.

Aus Germania und FCO wird der VfB

Der Name „VfB“ wurde allerdings erst am 18. Februar 1919 aus der Taufe gehoben, als der FC Oldenburg und der FV Germania fusionierten. Hintergrund dieser Hochzeit zweier rivalisierender Clubs war, dass es nach dem Ersten Weltkrieg allerorten an Spielern fehlte.

Fußball war der Ursprung der Vereinsgründung und er ist auch heute noch das Aushängeschild des Vereins, auch in Zeiten, wo dieses rostet und schief hängt. Andere Sportarten wie Boxen, Tennis oder Eishockey gehörten zeitweise zum Angebot des Vereins, spätestens nach dem Insolvenzverfahren im Jahr 2000 gehören diese aber der Geschichte an. Heute wird außer Fußball noch Tischtennis, Volleyball, Cricket und Dart gespielt.

Ein Jahr nach der Fusion richtete sich der VfB sein „Wohnzimmer“ ein: Mit dem Kauf der ehemaligen Radrennbahn an der Donnerschweer Straße legten die Blau-Weißen (in diesen Farben trat der VfB erstmals 1922 an, Teil der Vereinssatzung sind sie erst seit 1949) den Grundstein für den VfB-Platz, auf dem Spieler und Fans über die kommenden Jahrzehnte hinweg gemeinsam Erfolge feierten und Rückschläge verdauen mussten.

Uwe Seelers erstes Tor fiel gegen Oldenburg

In den 1950er-Jahren spielte der VfB zeitweise erstklassigen Fußball: In der Oberliga Nord gehörten Derbys gegen Werder Bremen und den Hamburger SV zum Ligaalltag. Im Stadion in Donnerschwee drängten sich damals auch schon mal 20 000 Menschen auf den Tribünen. Ein Spiel beim HSV 29. August 1954 war es dann auch, das dem Oldenburger Torhüter Heinz Hofmann zu einem Eintrag in die Geschichtsbücher verhalf: Ein damals 17-jähriger Hamburger namens Uwe Seeler erzielte seinen ersten Oberliga-Treffer überhaupt (von 267) gegen den VfB.

„Zwischen Himmel und Hölle“

Der Verein „Werkstattfilm“ hat mehr als zwei Jahre lang mit Zeitzeugen, Fans und Verantwortlichen des VfB Oldenburg gesprochen und aus historischen Bildern und Videoausschnitten den Dokumentarfilm „Zwischen Himmel und Hölle“ gedreht.

Premiere des Films ist am Freitag, 20. Oktober, um 19 Uhr im PFL. Weitere Aufführungen finden zu folgenden Terminen im Oldenburger Kinoladen, Wallstraße 24, statt:

Mittwoch, 25. Oktober, 19.30 Uhr

Samstag, 28. Oktober, 19.30 Uhr

Mittwoch, 8. November, 19.30 Uhr

Samstag, 11. November, 19.30 Uhr

Mittwoch, 6. Dezember, 19.30 Uhr

Samstag, 9. Dezember, 19.30 Uhr

Wir verlosen in Zusammenarbeit mit Werkstattfilm eine DVD des Films „Zwischen Himmel und Hölle“ sowie 10 Original-Filmplakate. Teilnahmeschluss ist Mittwoch, 25. Oktober, um 12 Uhr.

Nach Gründung der Bundesliga kickte der Club in der zweitklassigen Regionalliga und verpasste den Sprung in die neu gegründete 2. Bundesliga Nord 1974 nur knapp. Ein Jahr später hatte das Team von Trainer Helmut Mrosla die Chance auf den Aufstieg, nutzte sie in den Augen vieler Zeitgenossen aber mit voller Absicht nicht: Die 1:2-Niederlage gegen den Spandauer SV war eine traurige Episode in der Vereinsgeschichte, durch die der VfB auch viel Vertrauen bei den Fans verlor.

Von Anfang an ohne Chance in der 2. Liga Nord

1980 gelang dann erstmals der Sprung in die 2. Bundesliga, wo damals unter anderem Werder Bremen spielte. Da die Nord- und die Südstaffel im folgenden Jahr allerdings zusammengelegt werden sollten, hatte der Neuling aus Oldenburg schon vor dem 1. Spieltag praktisch keine Chance auf den Klassenerhalt. Der VfB verkaufte sich ordentlich und stieg nach einem Jahr als 15. von 22 Vereinen wieder ab.

Es folgten einige Krisenjahre, in denen der Verein zweimal nur äußerst knapp den Abstieg in die Verbandsliga verhindern konnte. Erst Mitte der 1980er-Jahre kehrte unter Trainer Hans-Dieter Schmidt der Erfolg zurück. 1986 scheiterte der VfB, unter anderem mit dem späteren Nationalspieler Michael Schulz, noch in der Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga, 1990 führte Wolfgang Sidka das Team dann souverän ins Fußball-Unterhaus.

Dort sorgte der VfB vor allem in der Saison 1991/92 für Furore, klopfte ganz unverhofft mit seinem Offensivspiel und Torschützenkönig Radek Drulak ans Tor der Bundesliga und scheiterte letztlich denkbar knapp daran, dass Tabellenführer Uerdingen nicht beim FC St.Pauli verlor. Ein Jahr später war die Feierstimmung einem schweren Kater gewichen: In einer Mammutliga aus 24 Mannschaften konnte der VfB nicht bestehen und stieg wieder ab.

Aufstieg mit Jörg Butt im Tor

1996 kehrten die Oldenburger zurück ins Profitum: Nach einem dramatischen Rückspiel in der Aufstiegsrunde gegen Tennis Borussia Berlin und mit dem elfmeterverwandelnden Torwart Hans-Jörg Butt zwischen den Pfosten stieg der VfB erneut in die 2. Bundesliga auf. Das Vergnügen sollte ein kurzes sein – und von dort an ging es einige Jahr lang bergab: Der Club stieg ab, die finanziellen Sorgen türmten sich, und im Jahr 2000 rettete sich der VfB mit letzter Kraft im Insolvenzverfahren.

Seitdem versuchen die (wechselnden) Verantwortlichen, wieder Spitzenfußball in Oldenburg zu etablieren. Zeitweise rutschte der Verein bis in die 5. Spielklasse ab, drohte in der Vergangenheit, vom Lokalrivalen überholt zu werden, aktuell ist Jeddeloh die Fußball-Hauptstadt des Oldenburger Landes. Was bleibt, sind Erinnerungen an Legenden wie Felix „Fiffi“ Gerritzen, Helmut Mrosla und Radek Drulak. An Pokalschlachten gegen Borussia Dortmund 1968 oder Eintracht Frankfurt 1981. An begeisternden Offensivfußball in der Traum-Saison 1991/92. Und die Hoffnung, dass irgendwann wieder positivere Schlagzeilen geschrieben werden.

Weitere Geschichten und viele historische Bilder aus der Geschichte des VfB Oldenburg finden Sie auf unserer Seite „Stadtgeschichte Oldenburg“.

Christian Schwarz
Redakteur
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2160

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