• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
Kopfgrafik Kopfgrafik

120 Jahre VfB Oldenburg

NWZonline erzählt mit historischen Fotos von der Geschichte des traditionsreichen Fußballvereins VfB Oldenburg

Seite empfehlen:
NWZonline.de Stadtgeschichte Oldenburg 120 Jahre VfB Oldenburg

Schon vor Saisonbeginn abgestiegen

16.10.2017

Oldenburg Die Aufstiegsrunde zur Zweiten Liga endete 1975 für den VfB Oldenburg mit der „Schmach von Spandau“. Fünf Jahre später wurden die Oldenburger überlegen Meister, standen vom ersten bis zum letzten Spieltag an der Spitze. Aus der Meistermannschaft von 1975 waren neben Trainer Helmut Mrosla noch (oder wieder) Dieter Wedemann und Gerold Steindor dabei. Und die Fans hatten das unwürdige Schauspiel gegen Spandau fünf Jahre zuvor wieder vergessen: Mit 4358 Zuschauern im Schnitt (der Zweite, Atlas Delmenhorst, hatte 2822) besuchten so viele Zuschauer die Heimspiele wie bei keinem anderen Team der Liga.

Werder Bremen als Zugpferd

1980 stieg der Meister der Oberliga Nord direkt in die zweigleisige Zweite Bundesliga Nord auf, in der erstmals 22 Mannschaften vertreten waren und die im Jahr darauf eingleisig werden sollte. Die Namen der zweitklassig spielenden Clubs versprachen hochklassigen Fußball und sollten viele Zuschauer nach Oldenburg locken: Mannschaften wie Hannover 96, Alemannia Aachen, VfL Osnabrück, Preußen Münster und besonders die Absteiger aus der Bundesliga, Hertha BSC, Eintracht Braunschweig und Werder Bremen brachten nach 17 Jahren wieder das Gefühl fußballerischer Prominenz nach Donnerschwee.

Abstieg von Anfang an fest eingeplant

Die Entscheidung, eine eingleisige Liga einzuführen, dämpfte die Oldenburger Euphorie nach dem Aufstieg etwas: Immerhin musste der VfB mindestens den 12. Platz, besser noch den 8. Platz erreichen, um sich für die neue Liga zu qualifizieren. Entscheidend für den Klassenerhalt war nämlich nicht nur die Platzierung in dieser Saison, sondern auch die in den vorangegangenen – dazu kamen noch einige Extraregelungen, die aus dieser Spielzeit eine besondere machten: Die große Masse der Clubs befand sich von Anfang an im Abstiegskampf.

VfB-Kader 1980/81

Torwart Harald Witt, Volkmar Kruit

Abwehr Georg Damjanoff, Peter Darsow, Stefan Gläser, Dieter Wedemann, Detlef Wörz, Edgar Zoller

Mittelfeld Herbert Pösger, Günter Hoormann, Michael Kalkbrenner, Ingo Lemcke, Wilfried Osterkamp, Gerold Steindor, Bernhard Kulla, Duro Dukez

Sturm Volker Ohling, Rudi Hagen, Wilfried Klinge, Johannes Meisterfeld, Reinhold Specht, Wolfgang Ebersbach

Trainer Mrosla formulierte vor dem ersten Spiel gegen Absteiger Hertha BSC daher vorsichtig: „Wenn wir zeigen könnten, dass wir unter normalen Umständen die Klasse gehalten hätten, wäre das schon bombig!“ Der Abstieg war beim VfB schon eingeplant. Bevor der Ball in der 2. Liga rollte, musste schon für die Oberliga Nord geplant werden. Der Freude über die neue Spielklasse und die zu erwartenden attraktiven Gegner in der Stadt war dennoch groß: 17000 Zuschauer (obwohl dem DFB gegenüber 15000 als Fassungsvermögen des VfB-Stadions angegeben wurde) sahen das 2:0 gegen die Berliner – ein Spiel, das nach der Saison als einer der Höhepunkte der 42 Spiele angesehen wurde.

Dem glanzvollen Auftakt folgte nur ein weiterer Punkt aus den nächsten drei Spielen, wobei das 0:4 in Bremen wohl niemanden überraschte. Helmut Mroslas „Motivationsversuch“ („Schließlich geht es auch ums Geld. Wenn schon jemand für 50 DM totgeschlagen wird, dann kann ich für noch mehr Lohn auch vollen Einsatz erwarten.“) ging ins Leere, angesichts der spielerischen Überlegenheit der erfahrenen Werder-Profis, die allerdings erst in der zweiten Halbzeit trafen (Tore von Erwin Kostedde, Benno Möhlmann und Hartmut Konschal).

Aber trotz seltener Erfolgserlebnisse (6:2 gegen Lüdenscheid, 3:3 in Hannover und gegen Wattenscheid) wurde den Oldenburgern in den ersten zehn Spieltagen, trotz ihres engagierten und motivierten Auftretens, schnell klar gemacht, dass ein Mittelfeldplatz schwer zu erreichen sein würde. Am 10. Spieltag stand der VfB auf Platz 19. Zwar verdienten sich die Neu-Profis durchaus Anerkennung, aber zu oft mangelte es an Konzentration, dazu kamen verletzte und gesperrte Spieler, und schon bekam die Euphorie-Fassade erste Risse.

Auswärts kam Oldenburg nicht in Tritt

Zwischendurch gelangen den Oldenburgern aber immer wieder kleine Erfolge: 2:0 gegen Tennis Borussia Berlin, 5:0 gegen Fortuna Köln oder 2:1 gegen Holstein Kiel – zu oft setzte es zwischendurch wieder Niederlagen, mit 89 Gegentoren hatte man die viertschlechteste Abwehr der Liga – und vor allem auswärts ging fast nichts: Ein Sieg (1:0 in Wattenscheid) und vier Unentschieden sind die klägliche Ausbeute außerhalb der „Hölle des Nordens“. Zu Hause trat der VfB auf wie eine Mannschaft aus dem Mittelfeld: den Fans sei Dank. Braunschweigs Coach Uli Maslo wusste das und verriet nach dem 4:0-Erfolg seiner Elf die vorher vereinbarte Marschroute: „Nur nicht den Funken von den Rängen auf die Heimmannschaft überspringen lassen!“

Doch auch die Zuschauerzahlen pendelten sich im Mittelfeld ein: Zwar kamen gegen Eintracht Braunschweig 15000 und gegen Werder Bremen 18000, in der Regel interessierten sich aber „nur“ 3000 bis 5000 Fans für die Spiele ihrer Mannschaft – ähnlich wie in der Oberliga-Saison zuvor. Auch zum letzten Saisonspiel (2:7 gegen Hannover 96) verloren sich lediglich 3000 Zuschauer ins Oldenburger Stadion. 6000 Zuschauer im Schnitt reichten allerdings immer noch für den siebtbesten Zuschauerschnitt der Liga.

VfB-Urgestein Mrosla tritt als Trainer zurück

Die Erfolge blieben aus, gerade auswärts, und plötzlich standen die Oldenburger ohne Trainer da: Anders als in der Branche schon damals üblich, wurde Helmut Mrosla im November 1980 allerdings nicht gefeuert, sondern der Übungsleiter bat den Vorstand selbst um seine Ablösung. Das Vertrauen zwischen Mannschaft und ihm sei nicht mehr gegeben, hieß es, die Spieler hätten Mrosla mit großer Mehrheit das Misstrauen ausgesprochen. Dies war wohl nur der Höhepunkt einer Entwicklung, die schon ein Jahr zuvor in der Oberliga ihren Anfang genommen hatte. Kritisiert wurden vor allem die nicht ausreichende psychologische Betreuung, das zu eintönige Training und taktische Widersprüche. Übergangsweise betreute der frühere VfB-Mittelfeldspieler Edgar Schöneich die Mannschaft. Nachfolger wurde der 41-jährige Gerd Bohnsack, der zuletzt beim VfL Osnabrück tätig war.

Bei allen Negativmeldungen Ende des Jahres 1980 gab es aber auch Positives zu berichten: Im DFB-Pokal schoss sich der Zweitligist bis ins Achtelfinale, wo Bundesligist Eintracht Frankfurt der Gegner war. Gegen den Protest der Spieler und Fans wurde das Spiel allerdings im Marschwegstadion ausgetragen: Die sportlichen Aussichten waren also nicht gut, die finanziellen umso besser, da in das städtische Stadion beinahe doppelt so viele Zuschauer passten wie ins vereinseigene. Das Spiel vor (nur) 22000 Zuschauern wurde zur VfB-Legende: Mit 5:4 siegte die Eintracht, hatte aber in der letzten Szene des Spiels großes Glück, dass Pösger nicht den Ausgleich erzielte.

In der Liga wartete nach dem Glanzstück im Pokal wieder der triste Alltag auf den VfB: Klatschen gegen Union Solingen (2:6), Fortuna Köln (0:4) und Eintracht Braunschweig (0:7) konnten keinen VfB-Fan kalt lassen: Das Experiment 2. Liga war tatsächlich gescheitert – wie vor der Saison vermutet. Aber selbst das Vorhaben, unter regulären Bedingungen (ohne Zusammenlegung der beiden Zweiten Ligen) nicht abzusteigen, drohte zu misslingen. Obwohl Platz 11 in zwei Spielen zu erreichen gewesen wäre, hielt sich der VfB vorrangig zwischen dem 15. und 20. Platz auf.

Werder-Heimspiel zweimal verschoben

Trotz alledem sollte die Partie gegen Werder Bremen noch einmal ein Höhepunkt werden. Punktspiele gegen den großen Nachbarn gibt es schließlich nicht alle Tage, das letzte Aufeinandertreffen war damals 18 Jahre her (und es sollte danach auch keines mehr geben). Die Konstellation vor dem Spiel, auf das die Fans in der Stadt hin fieberten, war eindeutig: Der designierte Aufsteiger tritt beim chancenlosen, schon feststehenden Absteiger an. Auf der anderen Seite war der VfB auch in dieser Saison sehr heimstark und mehr als 15000 Zuschauer wurden erwartet.

Doch der Winter hatte etwas dagegen: Zweimal musste die Partie wegen unbespielbaren Rasens abgesagt werden. Einmal warteten im Stadion an der Donnerschweer Straße sogar schon 18000 Menschen auf den Anpfiff, als verkündet wurde, dass doch nicht gespielt werden kann. Erst im Mai, mit dreimonatiger Verspätung, rollte der Ball auf dem VfB-Platz: der 27. Spieltag, nur vier Tage vor dem 41. VfB gegen Werder – dieses Spektakel ließen sich Zuschauer nicht entgehen.

Die Gäste, im Vorjahr überraschend aus der Bundesliga abgestiegen, brauchten noch einen Sieg, um die Meisterschaft und die Rückkehr in die Beletage perfekt zu machen. Die Luft in der „Hölle des Nordens“ war an diesem 12. Mai 1981 schwül und heiß, und nichts erinnerte daran, dass die Partie eigentlich im tiefsten Winter auf dem Plan gestanden hatte. Werders Star-Truppe mit Spielern wie Dieter Burdenski, Jonny Otten, Klaus Fichtel, Benno Möhlmann, Norbert Meier, Erwin Kostedde und dem späteren Oldenburger Uwe Bracht ließen die Umstände jedoch kalt und gingen schnell durch Norbert Siegmann in Führung (8. Minute). Norbert Meier erhöhte in der 32. Minute auf 2:0. Die Gastgeber kämpften verbissen und verdienten sich den Respekt der 18000 Zuschauer – aber Werder erzielte durch Uwe Behrens den 3:0-Endstand. Werder mit Trainer Otto Rehhagel stand als Aufsteiger fest, und der VfB verließ den Platz erhobenen Hauptes.

Am letzten Spieltag gegen Hannover 96 jedoch verspielten die Oldenburger den Respekt teilweise wieder, der ihnen für eine Saison gebührte, in der sie als 15. letztlich unter normalen Umständen tatsächlich die Klasse gehalten hätten. Mit 2:7 ging die Mannschaft unter (trotz einer 2:0-Führung nach elf Minuten). Insgesamt lag aber eine Saison hinter dem VfB, die auch bei den Fans zumeist in positiver Erinnerung geblieben ist, allen Rückschlägen und herben Niederlagen zum Trotz. Immerhin gelangen dem Absteiger auch Siege gegen Spitzenteams wie Hertha BSC (3.), Alemannia Aachen (5.) und RW Essen (6.).

Von der Zweiten Liga in den Oberliga-Abstiegskampf

Am Ende stand also der – von allen erwartete – Abstieg in die Oberliga Nord. Die schnelle Rückkehr in eine dann eingleisige Zweite Liga war das erklärte Ziel von Trainer Bohnsack. Es sollte anders kommen: Zwei Jahre nach dem letzten Zweitligaspiel retteten sich die Oldenburger am letzten Spieltag vor dem beinahe sicheren Abstieg in die Landesliga. Erst 1990 sollte der Aufstieg in die Zweite Bundesliga gelingen – mit Michael Kalkbrenner als Manager, der 1980 zu den Leistungsträgern der Mannschaft zählte.

Zu den VfB-Stammkräften in der ersten Oldenburger Zweitligasaison zählten Torwart Harald Witt, die Abwehrspieler Peter Darsow und Stefan Gläser, Herbert Pösger, Wilfried Osterkamp, Gerold Steindor und Michael Kalkbrenner im Mittelfeld sowie Volker Ohling und Reinhold Specht im Sturm. Während der Saison kamen noch Libero Georg Damjanoff und Stürmer Wilfried Klinge dazu. Zum ersten Mal in blau lief übrigens der spätere Publikumsliebling Edgar Zoller auf, der von Fortuna Köln an die Hunte gewechselt war.

Christian Schwarz
Redakteur
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2160

Sonderdruck


Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.