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120 Jahre VfB Oldenburg

NWZonline erzählt mit historischen Fotos von der Geschichte des traditionsreichen Fußballvereins VfB Oldenburg

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NWZonline.de Stadtgeschichte Oldenburg 120 Jahre VfB Oldenburg

Sidka haucht VfB neues Leben ein

16.10.2017

Oldenburg Nach dem Zweitligaabstieg 1981 verabschiedete sich der VfB für drei Jahre von der großen Bühne ins Mittelmaß und sogar die Abstiegszone der Oberliga Nord. Erst ab 1984 konnten die Oldenburger Fans wieder aufatmen: Der VfB war in die Spitzengruppe zurückgekehrt.

1986 feierten die Oldenburger, unter anderem mit Edgar Zoller, Jürgen Prange, Ferdinand Rohde, Peter Schultze, dem ehemaligen Bremer Uwe Bracht, Michael Richter sowie dem späteren Nationalspieler Michael Schulz, die Vizemeisterschaft. In der folgenden Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga legte der VfB los wie die Feuerwehr und fegte RW Essen mit 5:0 aus dem Stadion. Die Euphorie verebbte aber schnell: Am Ende scheiterte Oldenburg klar – während Essen den Weg nach oben antrat.

Sechs Amateurvizemeister steigen später auf

1988 nahmen die Oldenburger an der Deutschen Amateurmeisterschaft teil, weil sie als Tabellendritter die Aufstiegsrunde knapp verpasst hatten: ein schwacher Trost, denn in der Endabrechnung trennte den VfB nur ein Punkt (und ein wesentlich schlechteres Torverhältnis) vom Zweiten, VfL Wolfsburg. Immerhin zogen Ralf Voigt, Dirk Lellek, Bernd Heemsoth, Frank Klobke und Co. ins Finale ein, unterlagen hier aber Eintracht Trier mit 4:5 nach Elfmeterschießen.

Zur Mannschaft gehörten damals mit Fred Kröger, Edgar Zoller, Krzysztof Zajac, Paulo da Palma, Jerzy Hawrylewicz und Frank Meyer schon sechs Spieler, die den Grundstein legen sollten für den größten fußballerischen Erfolg in der Oldenburger Geschichte: den Fast-Aufstieg in die 1. Bundesliga. Zwar hatte der VfB schon in den 1950er- und 1960er-Jahren erstklassig gespielt, nie allerdings in der eingleisigen Bundesliga.

VfB-Kader 1989/90

Torwart Fred Kröger, Rainer Brauer

Abwehr Bernd Goldschmidt, Carsten Linke, Arne Tammen, Markus Hoßfeld, Thomas Möller, Edgar Zoller, Krzysztof Zajac, Thorsten Langheim, Jörg Wawrzyniak, Marco Genee

Mittelfeld Paulo da Palma, Holger Drieling, Rainer Jahn, Wolfgang Sidka, Thomas Ohlmeyer, Timur Yilmaz

Sturm Jerzy Hawrylewicz, Olaf Reder, Frank Meyer, Thomas Schlumberger

Der Beginn der Ära Sidka

Die Erfolgsstory begann im Februar 1989: Da präsentierten Oldenburgs Trainer Joachim Krug und Manager Klaus „Dixie“ Baumgart den 34-jährigen Ex-Profi (333 Bundesligaspiele für Hertha BSC, 1860 München und Werder Bremen) Wolfgang Sidka als Neuzugang. Sidka hatte seine Karriere eigentlich schon beendet, machte aber als Torschützenkönig bei der Senioren-WM in Brasilien auf sich aufmerksam: Klaus Baumgart machte Nägel mit Köpfen und verpflichtete den gebürtigen Berliner. Fortan wirbelte Sidka im VfB-Mittelfeld und als Libero, in der Tabelle blieb das Team jedoch im oberen Mittelfeld.

In die Saison 1989/90 starteten die Oldenburger mäßig: Nach neun Spielen stand der VfB auf Rang 13, zwei Punkte von der Abstiegszone entfernt. Die Mannschaft sei „zu brav“, kritisierte Kapitän Zajac, es fehlten profilierte Spieler. Sogar Geschäftsführer Michael Kalkbrenner, damals gerade einmal 33 Jahre alt, überlegte schon, selbst auf den Platz zurückzukehren. Dazu sollte es nicht kommen – die Wende leitete vielmehr ein Trainerwechsel ein: Joachim Krug musste gehen. Er schien der Mannschaft nicht zum entscheidenden Schritt nach vorne verhelfen zu können – vielleicht auch, weil er in Bielefeld wohnte und nur zum Training und zu den Spielen nach Oldenburg kam. Krugs Nachfolger wurde: Wolfgang Sidka.

Große Ziele auf der Weihnachtsfeier

Mit dem neuen Coach, der als Spieler aktiv blieb, legte der VfB eine sagenhafte Restsaison hin: In 25 Spielen verbuchte das Team 40:10 Punkte. Schon zur Weihnachtsfeier 1989 verkündete Krzysztof Zajac (ganz bierernst): „Wir steigen auf!“ Und so sollte es tatsächlich kommen: Die Meisterschaft sicherten die Spieler mit einem 5:1 beim VfL Wolfsburg am vorletzten Spieltag, und in der Aufstiegsrunde gelang ihnen, gemeinsam mit dem TSV Havelse, der souveräne Durchmarsch ins Profilager– und das, obwohl mit dem Wuppertaler SV und Arminia Bielefeld zwei traditionsreiche Clubs die Favoriten in der Runde waren.

Was hatte Wolfgang Sidka anders gemacht? Die Spieler bildeten ohnehin schon eine Gemeinschaft mit hohem gegenseitigen Vertrauen. Der langjährige NWZ-Sportchef Horst Hollmann erinnert sich: „Sidka festigte die interne Verlässlichkeit mit einer Personalführung, die erst später mit der Bezeichnung ,Rotation‘ versehen wurde.“ Und so bekam jeder eine Chance, sich im Spiel zu beweisen. Vom 31-jährigen Edgar Zoller bis zum 18-jährigen Arne Tammen. Stützen des Teams waren Torwart Fred Kröger, Allzweckwaffe Carsten Linke, Zoller, Zajac und Libero Jörg Wawrzyniak in der Abwehr, Rainer Jahn und Paulo da Palma im Mittelfeld sowie die Torjäger Frank Meyer und Jerzy Hawrylewicz.

In die Zweite Liga wäre der VfB jedoch beinahe ohne seinen Erfolgstrainer gestartet: Bei Bayer Uerdingen hatte der Coach im Februar 1990 einen Vertrag als Co-Trainer von Horst Wohlers unterschrieben, da er in Oldenburg in der Oberliga nicht weiterbeschäftigt hätte werden können – immerhin war der VfB damals schon hochverschuldet. Als der Aufstieg feststand, reiste eine Delegation um den Oldenburg Präsidenten (und gebürtigen Krefelder) Klaus Berster nach Krefeld und erwirkte die Vertragsauflösung: Sidka konnte bleiben.

Rudi Assauer führt die Geschäfte

Auf Empfehlung des alten und neuen Trainers wurde dann auch ein Nachfolger von Michael Kalkbrenner gefunden, der nach erfolgreicher Arbeit gekündigt hatte: Rudi Assauer, Ex-Bundesligaspieler von Borussia Dortmund (unter anderem stand er beim 3:2 des BVB im Pokal gegen den VfB Oldenburg 1968 auf dem Platz) und Werder Bremen sowie nach seiner aktiven Karriere Manager des SV Werder und von Schalke 04, heuerte beim VfB an. In der Folgezeit sollte Assauer im Gespann mit Sidka den VfB in seine erfolgreichste Zweitligazeit führen – und ihr Streit in der Saison 1992/93 sollte dann auch mit zum erneuten Abstieg des VfB beitragen.

Christian Schwarz
Redakteur
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2160

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