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120 Jahre VfB Oldenburg

NWZonline erzählt mit historischen Fotos von der Geschichte des traditionsreichen Fußballvereins VfB Oldenburg

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16.10.2017

Oldenburg Wer an den VfB Oldenburg denkt, mag an Tradition denken, an Leidenschaft und Donnerschwee – aber wohl eher nicht an „Erstklassigkeit“. Und doch gehörte der VfB lange Zeit der höchsten deutschen Spielklasse an: Von 1949 bis 1951 sowie von 1954 bis 1956 und 1960 bis 1963 kickten die Oldenburger in der Oberliga Nord gegen Clubs wie Werder Bremen, Hamburger SV, Hannover 96, Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück oder FC St. Pauli um die Teilnahme an der Endrunde zur Deutschen Meisterschaft.

Dies gelang den Spielern freilich nie. Aber für einige Jahre gehörte Donnerschwee zur ganz großen Fußballwelt (zumindest der norddeutschen). Die Säulen des Oberliga-Aufstiegs 1948/49 waren zum Beispiel Torwart Karl „Charly“ Grote (laut NWZ „braungebrannt“ und „katzengewandt“) das Verteidigungsduo Erich Schlack & Rudi Heger, der brillante Techniker Günther Iken, der „eisenharte“ Manfred Hoffmann, der „konsequente Stopper“ (so hieß damals die Position des Vorstoppers) Gerd Schüttners, der „glänzende Einfädler“ Willy Emmerich sowie Vollstrecker Heinz Mävers (der einmal die Stadionuhr an der Tribüne kaputt schoss) – und, nicht zu vergessen: Felix „Fiffi“ Gerritzen. Der damals 22-Jährige galt laut NWZ als „Norddeutschlands bester Rechtsaußen“. 1950 wechselte Gerritzen zu Preußen Münster, wo er bis heute Legendenstatus hat.

VfB als Pioniere in Schweden

Bevor es in der Oberliga 1949 um Punkte ging (auf dem gerade frisch renovierten VfB-Platz in Donnerschwee), hatte der VfB übrigens noch eine historische diplomatische Aufgabe zu erledigen: Als erste deutsche Fußballmannschaft nach dem Zweiten Weltkrieg traten die Oldenburger eine Auslandsreise an. Ohne Rudi Heger, dem die Militärregierung als ehemaligem aktiven Offizier die Ausreise nicht gestattete, flog das Team in einem Sonderflugzeug der schwedischen Regierung nach Malmö. Dort gewann der VfB das auch von der schwedischen Medienlandschaft aufmerksam begleitete Aufeinandertreffen gegen Limhamns IF mit 7:4.

Nicht gerechnet hatten die Gäste, gerade vier Jahre nach der von Hitler-Deutschland verursachten Katastrophe des Zweiten Weltkriegs, mit dem begeisterten Empfang im Stadion. Nach dem Spiel mussten sie sich mühsam den Weg in die Kabinen zurück bahnen, so sehr waren sie mit Händeschütteln und Autogrammegeben beschäftigt. Es folgten noch vier weitere Partien gegen schwedische Mannschaften, und Limhamns stattete den Oldenburgern einen Monat später einen Gegenbesuch ab – samt 3:4-Niederlage auf dem VfB-Platz an der Donnerschweer Straße.

Uwe Seeler traf als erstes gegen Oldenburg

Oldenburger Legenden waren in diesen erstklassigen Jahren vor allem „Hof(f)männer“: Waldemar „Waldi“ Hoffmann, der über 470 Spiele für den VfB absolvierte, sein Bruder Manfred Hoffmann, der sogar auf 530 Spiele kam, sowie Torwart Heinz Hofmann, dem Stürmer-Legende Uwe Seeler als 17-Jähriger seinen ersten Treffer einschenkte. Aber auch der spätere langjährige Oldenburger Trainer Helmut Mrosla darf in dieser Aufstellung nicht fehlen: Mrosla, der 1959 als 23-Jähriger zum VfB kam, erzielte in 615 Spielen rund 300 Tore. Langjähriger Coach des VfB in den 1950ern war der Ungar Emil Iszó.

Die Oldenburger wurden damals erstmals fürs Spielen bezahlt, da der Verein nach dem Aufstieg in die Oberliga das Vertragsspielersystem eingeführt hat. Zwischen 160 und 320 DM brutto erhielten die Kicker monatlich. Und auch weitere für heutige Verhältnisse unglaubliche Zahlen charakterisierten diese erstklassigen Jahre des VfB: Auf dem VfB-Platz am Donnerschwee drängelten sich die Zuschauer nur so, und Besucherzahlen von über 10.000 waren keine Seltenheit. Besonders große Namen wie der Hamburger SV oder der FC St.Pauli wirkten wie ein Magnet auf die Fans in der Region: Da pilgerten dann sogar mal 20.000 oder 22.000 nach Donnerschwee.

VfB scheitert an Ligareform

In der letzten Oberliga-Saison 1962/63 galt es, sich für die ein Jahr später eingeführte eingleisige Bundesliga zu qualifizieren. Die Oldenburger erreichten Platz 12 (von 16), es fehlten 12 Punkte zum dritten Platz, der zur Teilnahme an der neuen Spielklasse berechtigt hätte. Somit war die Zweitklassigkeit die neue Heimat für den VfB, auf die glanzvollsten Namen mussten die Oldenburger Fußballfans im Ligaalltag von nun an zumeist verzichten. Lediglich Werder Bremen kam in der Zweitliga-Saison 1980/81 nach Oldenburg, der HSV seitdem nie mehr. Eintracht Braunschweig, VfL Osnabrück, Holstein Kiel, FC St. Pauli, Hannover 96 und andere dagegen, die sich in den folgenden Jahrzehnten eher in der Zweit- und Drittklassigkeit eingerichtet haben, waren immer mal wieder zu Gast und zogen Zuschauer an.

Christian Schwarz
Redakteur
Online-Redaktion
Tel:
0441 9988 2160

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