Bümmerstede - Bümmerstede und Kinder – die Rechnung geht auf. Zumindest dann, wenn man dem Abstimmungsergebnis glauben schenkt. Mit einer 7,1 landet der Posten Kinderbetreuung auf einem guten zweiten Platz, geschlagen nur noch von „Nahverkehr“, dem die Note 7,4 zugedacht wurde. Werte, denen Helmut Fokkena nur zustimmen kann. Er hat selbst mehrere Kinder in Bümmerstede großgezogen, wo er seit mehr als 40 Jahre lebt, mit Blick auf Weiden und Pferde hinter seinem Haus. „Hier in der Straße spielen auch viele Kinder und auf den Spielplätzen sehe ich sie auch“, sagt er. „Und jedes Kind kennt natürlich Kätes Kiosk“, erzählt Fokkena mit einem Lachen. „Zumindest sind meine da gern hingegangen, lag ja so praktisch auf dem Schulweg“. Für „Familienfreundlichkeit“ gibts dann auch eine 7 von den Bümmerstedern.
Das gute Zeugnis in Sachen Nahverkehr mag Fokkena auch gern glauben, auch wenn er noch offene Baustellen im Quartier sieht: „Es wär natürlich klasse, wenn der Bahnhof wieder mit Leben gefüllt würde“, sagt Fokkena, der eine große Zeit seines Berufslebens bei der Bahn verbracht hat, also drüben, in Krusenbusch. Generell wäre es gut, findet Fokkena, den Nahverkehr auszubauen. Für den gibt es zwar schon eine 7,4 von den Bümmerstedern, aber Fokkena sieht noch Luft nach oben: „Morgens, wenn Bümmerstede erwacht und Richtung Innenstadt fährt, dann ist hier Stop and Go in der Rush-Hour.“ Fokkena spricht sich dafür aus, den Öffentlichen Personennahverkehr zu stärken, vielleicht sogar mit einer eigenen Busspur auf der Cloppenburger Straße. Einem Umfrage-Teilnehmer wäre schon damit gedient, „in den Stoßzeiten mehr Busse fahren zu lassen“, wie er schreibt und schiebt als Wunsch hinterher: „gern auch bis in die Nacht hinein.“
Fokkena schätzt die Lebensqualität in Bümmerstede, „dem landwirtschaftlich geprägten Dorf mit viel Ruhe und Erholung“. Die Bümmersteder sehens ähnlich und verleihen „ihrem Dorf“ die Note 6,6 in Sachen Lebensqualität. „Mein Stadtviertel“, schreibt auch ein Umfrage-Teilnehmer über Bümmerstede, „gefällt mir besonders, weil es freundlich, ruhig, natur- und vor allem traditionsverbunden ist, durch die vielen Pferde“. Obwohl da auch einige Wasser in den Wein kippen: „Ohne die Siedlergemeinschaft wären wir abgehängt“, schreibt da einer. Das will Helmut Fokkena so nicht stehenlassen: „Es gibt viele aktive Vereine, wer sich betätigen möchte und Unterhaltung sucht, findet auch das Passende.“ Es gebe einen funktionierenden Bürgerverein, Aktivitäten, Versammlungen, Weihnachtsveranstaltungen und Tagesausflüge, Schützen, Gesangsvereine, die Reit- und Fahrschule sowie Blau-Weiß Bümmerstede. Gleichwohl räumt er ein, dass das Vereinsleben auch in Bümmerstede hie und da von Überalterung gekennzeichnet ist. „Junge Leute haben oft gute Ideen, man muss sie nur rechtzeitig mal ans Ruder lassen“, sagt er.
Ein andere Kritikpunkt trifft die Nahversorgung. Hier gibt es nur 4,6 Punkt. „Das liegt bestimmt an der St.-Peter-Siedlung“, mutmaßt Fokkena. „Da gibt es keine Einkaufsmöglichkeiten mehr. Gerade für Senioren ist das natürlich nicht so schön.“ Dem schließt sich auch eine kritische Zuschrift an: „Es fehlt ein Lebensmittelmarkt, man muss immer nach Kreyenbrück fahren. Das ist für ältere Menschen zu weit.“
