Donnerschwee - Wo Donnerschwee beginnt? „Am Pferdemarkt“, sprudelt es aus Sigrun Spaeth heraus. Sie muss es wissen. Denn erstens ist die 67-Jährige Vorsitzende des Bürgervereins Donnerschwee und zweitens in ihrem Stadtteil aufgewachsen.

Die gute Lebensqualität haben die Teilnehmer am Stadtteilcheck mit 7,4 Punkten ganz hoch bewertet. Da spielt sicherlich auch die zentrumsnahe Lage eine gravierende Rolle. Gleiches gilt für die hervorragende Anbindung an den Personennahverkehr, was allerdings im Zusammenhang mit dem Zentralomnibusbahnhof (ZOB) auch kein Wunder ist. Mit 7,5 Punkten erzielte der „Nahverkehr“ den Bestwert in der Befragung, an der 403 Donnerschweer teilnahmen.

In der Gesamtbilanz landet Donnerschwee mit 7,4 Punkten bei der Zufriedenheit mit dem Stadtteil im Mittelfeld der Umfrage. Das mag auch daran liegen, dass es in Donerschwee fast keine öffentlichen Grünflächen gibt, sagt Sigrun Spaeth. Ihr großer Wunsch, der auch mehrfach in den Kommentaren innerhalb der Befragung geäußert wird, ist ein Stadtpark neben der Weser-Ems-Halle entlang der Maastrichter Straße im Bereich des Nördlichen Zuggrabens und der Beverbäke. „Doch die Stadt will die Flächen wohl als Reserve behalten“, vermutet die Bürgervereinsvorsitzende.

DONNERSCHWEE IM PORTRÄT Olé, olé – ein Hoch auf Donnerschwee

Thomas Husmann
Donnerschwee

Positiv wird auch die Nahversorgung mit 7,1 Punkten bewertet, was wohl auch dem Stadtteilzentrum an der Ecke Donnerschweer Straße/Wehdestraße zu verdanken ist. Es ist dort entstanden, wo einst der VfB-Platz, die Hölle des Nordens, zu finden war. Dort gibt es nun Geschäfte und zwei Supermärkte sowie Ärzte und Anwaltskanzleien.

Die Belastung des Stadtteils durch den Straßenverkehr bekommt 4,4 Punkte. Dabei ist der Straßenverkehr durchaus ein Thema, wie Spaeth bestätigt. Der Futtermittelhersteller Agravis, der Bauschuttverarbeiter Westerholt, der Abfallwirtschaftsbetrieb und die Kläranlage verursachen mit dem dazugehörigen LKW-Verkehr Lärm und Dreck. Und auch die Berufsbildenden Schulen sorgen für Autoverkehr.

Identitätsstiftend für den Stadtteil ist das ehemalige Clubhaus des VfB Oldenburgs direkt gegenüber des Stadtteilzentrums an der Donnerschweer Straße/Ecke Kranbergstraße. Jahrelang rottete es vor sich hin, bis ein Investor kam und es sanierte. Heute ist es ein Schmuckstück.

DONNERSCHWEE IM PORTRÄT Olé, olé – ein Hoch auf Donnerschwee

Thomas Husmann
Donnerschwee

In puncto Familienfreundlichkeit schneidet der Stadtteil mit 6,0 Punkten nicht besonders gut ab, dabei gibt es Krippen, Kindergärten und Schulen. Auch das kann, so vermutet die Bürgervereinsvorsitzende, an den fehlenden Freiflächen in dem Stadtteil liegen. In diesem Zusammenhang sei es auch sehr bedauerlich, dass der geplante Fußweg von der Weser-Ems-Halle Richtung Pferdemarkt durch den Jugendherbergs-Neubau und die Vierol–Erweiterung nicht mehr umgesetzt werden könne. Alternativ sollte entlang der Beverbäke ein Fußweg mit viel Grün drumherum angelegt werden. Das Gelände rund um den Donnerschweer Wasserturm könne aus hygienischen Gründen nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, weil darunter Trinkwasser gewonnen werde.

Auch das Freizeitangebot für die Jugendlichen sei stark verbesserungswürdig. Der Bürgerverein fordere seit langem, ein Gebäude für die „Gemeinwesenarbeit“ herzurichten. Umso mehr freuen sich die Donnerschweer auf die Eröffnung des Truppenkinos „Globe“ in der ehemaligen Donnerschwee-Kaserne. Das könne sich zu einem tollen Treffpunkt entwickeln.

Thomas Husmann
Thomas Husmann Redaktion Oldenburg