STEINFELD - Mit einer Kampagne gegen mögliche Nachteile von Hartz-IV-Empfängern bei der Vermittlung in ein Arbeitsverhältnis tritt jetzt die für diesen Personenkreis im Oldenburger Münsterland zuständige „Arbeitsgemeinschaft“ („ARGE“) an die Öffentlichkeit. „Wir haben in der steuerfinanzierten Grundsicherung (Hartz IV) noch zahlreiche motivierte Kräfte, die wir unseren Betrieben als Arbeitskräfte vermitteln können“, sagt Heinrich Hoppe, Geschäftsführer der „ARGE“ im Landkreis Vechta. Etwa 34 Prozent der Empfänger von Arbeitslosengeld II verfügten über einen Berufsabschluss, und 43 Prozent dieser Arbeitslosen seien weniger als sechs Monate ohne Job. Trotzdem seien sie oft im Nachteil, weil Arbeitgeber nach wie vor Vorurteile hegten.
Beispiel Kettler
Doch es geht auch anders, so die „ARGE“: Das beweise Adolf Kettler, der seit Anfang Juni trotz längerer Arbeitslosigkeit als Hausmeister im Hotel Töwerland in Steinfeld eine Beschäftigung gefunden hat. „Bei einer großen Auswahl von Bewerbervorschlägen durch den Arbeitgeber-Service fiel die Entscheidung auf Adolf Kettler, weil dieser in den letzten Monaten noch an einer Trainingsmaßnahme in der Kreishandwerkerschaft Vechta mit den Arbeitsschwerpunkten Bau, Holz und Farbe teilgenommen hatte“ sagt Almuth Dau, Töwerland-Geschäftsführerin.
„Bei einem Hotel mit durchschnittlich 10 000 Übernachtungen, einem umfassenden Service-Angebot für die Gäste mit Swimmingpool, Sauna, Veranstaltungen und Tagungen brauchen wir einen ,Fachmann‘, der bei kleinen Störungen und Reparaturen schnell handwerkliche Abhilfe leisten kann, sowie das Bestehende erhält und pflegt." Familie Dau ist mit den Arbeitsleistungen von Adolf Kettler bestens zufrieden, weil er über ein breites Fachwissen sowie aufgrund seines Alters über überdurchschnittliche Erfahrung und Engagement verfügt.
Hartz IV heiße nicht, so Hoppe, Menschen in ihrer Arbeitslosigkeit zu verwalten, sondern bedeute Fördern, Fordern und Vermitteln: „Wir bauen Brücken in den Arbeitsmarkt. Dass dies gelingt, zeigt der starke Rückgang der Arbeitslosigkeit in den „ARGEn“ seit Gründung im Jahre 2005. Allein in diesem Jahr seien mehr als 1600 Menschen aus der Grundsicherung wieder in eine Erwerbstätigkeit gekommen.
„Brauchen Unterstützung“
„Wir benötigen weiterhin die starke Unterstützung durch die Betriebe. Über jede gemeldete Stelle, die wir mit Hartz IV-Empfängern besetzen können, freuen wir uns“, sagt Heinrich Hoppe.
Arbeitgeber finden Hilfe beim Arbeitgeber-Service. Dieser vermittelt Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Dabei können Arbeitgeber auch von den Förderungs- und Weiterbildungsangeboten profitieren. Arbeitgeber können sich bei ihrem persönlichen Ansprechpartner im gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsgemeinschaften Cloppenburg und Vechta sowie der Agentur für Arbeit Vechta oder unter der bundeseinheitlichen Service-Rufnummer 01801/664466 informieren.
