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NWZonline.de Region Vechta Gemeinden Steinfeld

Politik: „System explodiert irgendwann“

21.02.2020

Steinfeld „Wenn Ihr möchtet, dass diese Menschen wieder Teil der Gesellschaft werden, brauchen wir die Ressourcen dazu“, forderte Maria Pundt vom Steinfelder Sozialdienst bei einem Gespräch mit den Landtagsabgeordneten Dr. Stephan Siemer (Vechta) und Volker Meyer (Bassum), sozial- und gesundheitspolitischer Sprecher der Landtagsfraktion. Über die langjährige Unterfinanzierung der beiden geschlossenen psychiatrischen Abteilungen des St. Franziskus-Stiftes Steinfeld sowie des Gemeindepsychiatrischen Zentrums Cloppenburg (GPZ) haben die Verantwortlichen der beiden Einrichtungen informiert. Die Landtagsabgeordneten sicherten ihre Unterstützung zu.

Im Steinfelder Franziskus-Stift werden 120 Patienten in sechs Wohneinheiten betreut. Zwei hiervon sind geschlossene Bereiche mit jeweils 17 Plätzen. Das Durchschnittsalter der Patienten liegt bei 55 Jahren, Tendenz sinkend. Am stärksten von der Unterfinanzierung betroffen seien die Nachtwachen, sagte Pundt. Da bei 17 Plätzen rund um die Uhr qualifizierte Mitarbeiter zur Verfügung stehen müssen, verlange dies 2,5 kompetente Vollzeitkräfte mehr pro Einrichtung. Zusatzkosten von mehr als 100 000 Euro jährlich, die den Häusern nicht erstattet würden. Beide Einrichtungen sind als ergänzende Einrichtungen der Akut-Psychiatrie konzipiert.

Schreiben an die frühere Sozialministerin sowie Gespräche mit Ministerialbeamten seien erfolglos geblieben, beklagten die Geschäftsführer Johannes Grelle und Clemens Rottinghaus. „Nach wie vor ist es ein Tabuthema, dass es in der Spitze einer psychischen Erkrankung Menschen gibt, die ein bis zwei Jahre enger betreut werden müssen“, machte Pundt klar. Täglich gebe es sowohl in Cloppenburg als auch in Steinfeld vier bis fünf Anfragen nach der Möglichkeit einer geschlossenen Unterbringung, berichteten die Fachleute. 20 Prozent der Anrufer kämen aus der Jugendhilfe, Tendenz steigend, teilweise aus dem gesamten Bundesgebiet. „Das System explodiert irgendwann“, warnte Psychiatriereferentin Nicole Nordlohne. Dabei sei eine geschlossene Unterbringung, wie beispielsweise in Steinfeld, kein Dauerzustand: Von 17 Patienten konnten im vergangenen Jahr sechs Patienten für eine andere Lebensform stabilisiert werden.

Michael Diederich Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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