Die „Spiegel“-Affäre war einer der größten Politskandale in der Geschichte der Bundesrepublik – und die Aufarbeitung ein Meilenstein im Kampf um die Pressefreiheit. Auf dem Höhepunkt einer Fehde zwischen „Spiegel“-Herausgeber Rudolf Augstein und Verteidigungsminister Franz Josef Strauß (CSU) durchsuchten Kriminalbeamte im Oktober 1962 die Redaktionsräume des Magazins und hielten sie wochenlang besetzt. Auslöser war ein kritischer Artikel über die Nato-Übung „Fallex 62“. Der Vorwurf: Landesverrat. Augstein musste drei Monate in Untersuchungshaft.

Eine Regierungskrise war die Folge. Fünf FDP-Minister traten am 19. November 1962 zurück und erzwangen so die Neubildung des Kabinetts. Strauß verzichtete auf ein Ministeramt.