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Akku-Rasenmäher Zwei Modelle schneiden gut ab

Berlin - Wimbledon ohne sattgrünen, ebenmäßig gestutzten Rasen? Undenkbar. Acht Millimeter sind gefordert. Täglich stutzen die Platzwarte, Groundsmen oder Greenkeeper genannt, das Grün: Deutsches Weidegras, botanisch Lolium Perenne.

Doch auch ohne sportliche Ambitionen im Garten: Gepflegter Rasen erfordert viel Aufmerksamkeit. Gerade bei größeren Flächen sind ausdauernde, kraftvolle Helfer unverzichtbar. Doch was, wenn Geratter und Geknatter der Benziner Nachbarn oder eigene Nerven stört? Oder die Rasenfläche zu verzweigt oder zu weit vom Haus entfernt ist, um ein Kabel hinter sich herzuziehen? Für solche Fälle stehen Akkumäher bereit. Seit einiger Zeit sind sie auch mit größeren Schnittbreiten zu haben. Die Stiftung Warentest hat elf Mäher auf den Prüfstand gestellt. Von gut bis mangelhaft ist am Ende alles dabei („test“, 4/19).

Hilfe beim Schieben

Alle Geräte mussten ran: draußen trockenen, feuchten und hohen Rasen mähen, im Labor die Haltbarkeit ihrer Akkus und Motoren beweisen. Sieben der Mäher haben Schnittbreiten von 37 bis 43 Zentimetern, vier schneiden 46 beziehungsweise 47 Zentimeter breit. Die schmaleren Modelle kosten 200 bis 630 Euro, die breiteren sind mit 400 bis 1230 Euro etwa doppelt so teuer.

Alle Geräte treiben mit einem Elektromotor ihre Messer an. Die breiteren Modelle unterstützen Gartenfreunde zusätzlich mit einem Radantrieb bei der Arbeit. Bei Stihl und Wingart überträgt ein Riemen die Kraft des Motors auf die Räder. Husqvarna und Powerworks spendieren den Geräten einen zweiten Motor, der nur die Räder antreibt. Damit lässt sich die Geschwindigkeit an Rasenhöhe und Umgebung anpassen.

Gardena und Wingart versagten im Dauertest. Der Holm des Wingart brach bereits nach 49 Stunden Benutzung des Geräts. Beim Gardena brach der Griff vorzeitig, der Motor gab ebenfalls frühzeitig auf. Gardena hat die Auslieferung des Akkumähers inzwischen gestoppt. Ein elektrisches Bauteil sei störanfällig. Insgesamt machen nur zwei ihre Sache gut: der Einhell für 380 Euro und der 630 Euro teure Sabo.

Kauft man die Akkus einzeln, schlagen sie mit 62 bis 280 Euro zu Buche. Ein Grund: die unterschiedliche Power. Der 280 Euro teure Ersatzakku AP300 von Stihl bringt dreimal so viel Energie mit wie der günstige von Einhell für rund 60 Euro. Der leistungsfähigste Akku im Test, der Stiga, bietet 280 Wattstunden Energie und kostet knapp 270 Euro.

Test auf Tennisplatz

Es lohnt sich also, die teuren Akkus gut zu nutzen. Mit Systemfamilien lässt sich ein und derselbe Akku für mehrere Geräte mit derselben Spannung nutzen. Zusätzlich wird die Umwelt geschont – die Produktion von Lithium-Ionen-Akkus fordert sehr viele Ressourcen.

Ein Tennisplatz hat gut 250 Quadratmeter Fläche. Die sollte jeder Akkumäher mit einer Ladung schaffen. Doch hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Der Stihl schafft mit seinen beiden im Set enthaltenen Akkus 686 Quadratmeter. Auch die schmaleren Mäher von Einhell und Ryobi laufen mit zwei Akkus. Doch ihnen nützt das Doppelpack wenig: Beide schaffen nicht mehr Fläche als schmale Mäher mit einem Akku. Einhell liefert immerhin zwei Ladegeräte mit. Beim Ryobi müssen die Akkus nacheinander geladen werden. Das dauert fast vier Stunden.

Die Tester werteten auch aus, wie exakt die Akkumäher schneiden und wie sauber abgeschnittene Halme im Fangkorb landen. Die wenigsten Probleme haben die Geräte bei trockenem Gras. Bei feuchtem Gras mühen sich vor allem die Mäher ohne Radantrieb.

Noch größer ist die Herausforderung bei hohem Grün: Mäher mit Radantrieb punkten: Stihl und Wingart schnippeln gut, der Powerworks sogar sehr gut.

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