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Berufsunfähigkeit: 35 Tarife bieten sehr gute Absicherung

26.04.2021

Berlin Berufsunfähigkeit kennt keine Unterschiede – egal, ob Monteur oder Juristin. Im Schnitt sind die Menschen 47 Jahre alt, wenn sie aus dem Job aussteigen müssen, krankheits- oder unfallbedingt. Laut Statistik trifft es etwa 25 Prozent der Berufstätigen. Mehr als erfreulich ist, wenn in so einem Fall keine Geldsorgen drücken und eine Monatsrente von einem Versicherer den Lebensstandard finanzielle Sorgen abfedert.

Die Stiftung Warentest hat den Markt für Berufsunfähigkeitsschutz getestet und festgestellt: 35 von 71 Tarifen sind sehr gut. Die Tarife unterscheiden sich im Preis, erfüllen jedoch alle in hohem Maße die Finanztest-Qualitätskriterien. Diesmal wurde noch mehr Gewicht auf die Flexibilität eines Vertrags gelegt: Welche Möglichkeit haben Kunden, ihre garantierte Rente während der Laufzeit zu erhöhen, ohne dass eine erneute Gesundheitsprüfung nötig ist. Zur Flexibilität zählt auch, bei Geldschwierigkeiten nicht den Vertrag kündigen zu müssen, sondern Beiträge vorübergehend aussetzen zu können. Die meisten Top-Tarife bieten solche Möglichkeiten.

Knackpunkt Fragebogen

Weitere 32 Angebote sind gut und 4 befriedigend. Auffällig: Die besten guten Angebote haben oft sehr gute Bedingungen, schneiden jedoch teils nur befriedigend bei den Anträgen ab – also den Fragebogen, die Kunden vor Vertragsabschluss ausfüllen müssen. Sie sind die Grundlage dafür, ob jemand später eine Rente erhält. Deshalb fließt die Bewertung zu 25 Prozent in das Finanztest-Qualitätsurteil ein. Fragebogen mit unklaren oder für Kunden unvorteilhaften Fragen zum Gesundheitszustand erhalten nicht die volle Punktzahl.

Mögliche Rentenhöhe

Drei Finanztest-Modellkunden haben eine Rente von 2000, 1500 oder 1000 Euro bis zum 67. Geburtstag vereinbart. Welche Rente möglich ist, richtet sich nach dem aktuellen Einkommen des Kunden und den Vorgaben des Versicherers. Häufig ist eine Rente bis maximal 70 Prozent des Bruttogehalts möglich. Ob ein Versicherer zahlt, hängt davon ab, ob der Kunde berufsunfähig ist, also seinen zuletzt ausgeübten Beruf infolge von Krankheit, Körperverletzung oder mehr als altersentsprechendem Kräfteverfall meist mindestens sechs Monate lang zu mindestens 50 Prozent nicht mehr ausüben kann.

Teurer bei Risiko

Von seinem Beruf hängt ab, wie viel ein Kunde für den Schutz zahlt. Faustformel: Je körperlich anstrengender eine Tätigkeit, etwa im Handwerk oder in der Kranken- und Altenpflege, umso teurer der Schutz. Der medizinische Fachangestellte im Test zahlt 522 Euro im Jahr bei der Europa für 1000 Euro Rente. Der Industriemechaniker findet den günstigsten Tarif bei der Hannoverschen und zahlt jährlich 797 Euro für 1500 Euro Monatsrente. Der Controller findet ein günstiges sehr gutes Angebot bei der Basler. Er zahlt 740 Euro im Jahr für 2000 Euro Monatsrente.

Unerbittliche Prüfung

Längst nicht alle bekommen den umfassenden Schutz, den sie wünschen, so Finanztest. Die Unternehmen prüfen interessierte Kunden auf Herz und Nieren, bevor sie ihnen einen Vertrag anbieten. Im Fachjargon heißt das Risikoprüfung. Auf Grundlage von u.a. Berufsgruppe, Hobbys und den Gesundheitsdaten kalkuliert der Versicherer die Wahrscheinlichkeit eines Leistungsfalls.

Fragen zur Gesundheit

Per Fragebogen gibt ein Kunde Auskunft über seinen aktuellen Gesundheitszustand, dazu gehören der Body-Mass-Index (BMI) als Kennzahl für das Gewicht, Rauchen oder Medikamente. Vor allem geht es um Diagnosen, Arztbesuche, Krankschreibungen, Krankengymnastik oder Heilpraktikerbehandlungen – meist der letzten fünf Jahre. Zehn Jahre zurückliegend sind in der Regel stationäre Behandlungen anzugeben. Ohne zeitliche Eingrenzung gibt es oft Fragen nach chronischen Erkrankungen wie eine HIV-Infektion oder nach körperlichen Behinderungen.

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Laut Statistik liegt die Quote bei 79 Prozent: Knapp vier Fünftel derer, die eine Rente beantragen, erhalten sie. Ablehnungen gibt es am häufigsten, weil jemand den Grad der Berufsunfähigkeit nicht erreicht oder Krankheiten verschwiegen hat.

Finanztest-Tipps

  Existenzschutz: Überschlagen Sie, wie viel Geld Sie jeden Monat zum Leben brauchen, falls Sie in Ihrem Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten können. Wenn Sie kein Geld aus anderen Quellen haben, sollten Sie eine bezahlbare sehr gute Berufsunfähigkeitspolice abschließen. Sie ist der beste Schutz, falls Sie wegen Krankheit oder nach einem Unfall langfristig oder dauerhaft berufsunfähig werden.

  Spitzenreiter im Test sind Tarife von Basler, Alte Leipziger, Europa, Generali, Hannoversche, Provinzial Rheinland, Allianz und Barmenia. Sie bieten beste Bedingungen und Anträge.

  Beratung: Haben Sie Vorerkrankungen, einen riskanten Beruf oder ein gefährliches Hobby? Wenden Sie sich an mehrere Versicherer. Ihre Annahmekriterien sind unterschiedlich. Ein Kunde, der von einem Versicherer abgelehnt wird, erhält vielleicht von einem anderen ein Angebot. Sinnvoll ist oft, sich an einen Versicherungsmakler oder unabhängige Versicherungsberater zu wenden und beraten zu lassen – der Bundesverband hilft bei der Suche:

    bvvb.de

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