Berlin - Im Mikrowellen-Test schneiden die Geräte ohne Grillfunktion besser ab als die mit. Nur 6 von 17 geprüften Heißmachern sind gut: Fünf reine Mikrowellen und ein Kombigerät mit Grillfunktion. Erfreuliche Erkenntnis: Gut geht auch günstig.
Reine Mikrowellen, auch Solo-Mikrowellen genannt, erhitzen Speisen und Getränke nur mittels der namensgebenden Strahlung. Die Solos im Test kosten 50 bis rund 190 Euro und sind meist leichter und billiger als die geprüften Kombigeräte. Die verfügen auch über einen Grill und kosten rund 110 bis 230 Euro.Nur sechs Geräte sind gut, die übrigen sind befriedigend oder ausreichend. Bei den Kombis hat die Grill-Mikrowelle von LG die Nase vorn.
Mikrowellenkauf ist eine Typfrage: Wer auf Überbackenes wie Aufläufe, Gratins, Hähnchen oder auf Kuchen steht, sollte sich Kombis mit Grill genauer anschauen. Das Kombi-Modell von Bauknecht buk sogar Pizza gut. Dabei kam eine mitgelieferte Röstplatte zum Einsatz, die die Pizza auch von unten gleichmäßig erhitzt.
Backofen als Alternative
Insgesamt schneiden die Mikrowellen mit Grill jedoch etwas schlechter ab – überraschenderweise auch in den Mikrowellenfunktionen Garen und Erhitzen. Tipp: Überlegen Sie, ob und wie oft Sie den Grill nutzen. Für gelegentliches Gratinieren reicht ein Backofen, sofern vorhanden.
Beim Auftauen von Hack erreichte nur die Exquisit mit manueller Einstellung als einzige ein Gut. Bei vielen anderen war das Hack stellenweise noch gefroren, anderswo aber schon gegart. Tipp: Tauen Sie Hack am besten über Nacht im Kühlschrank auf. Wenn es doch mal schnell gehen soll: Nach dem Auftauen in der Mikrowelle sofort anbraten.
Mit Inverter nicht besser
In den meisten der geprüften Geräte erzeugt ein Magnetron die Mikrowellen. Es produziert die Wellen nur mit voller Leistung oder gar nicht. Ein Dazwischen gibt es nicht. Zwei der teureren Mikrowellen, das Solo-Gerät von Panasonic und die Kombi von LG, nutzen die Invertertechnik. Sie hält die Leistung auf einem gleichbleibenden Level und sorgt, so das Versprechen, für ein gleichmäßigeres Erhitzen und Auftauen.
Die LG, bestes Kombigerät im Test, erhitzt tatsächlich am besten. Am Kartoffelgratin schwächelt sie aber. Auftauen gelang ihr im Test nur befriedigend, die Panasonic mit Inverter ist hier sogar nur ausreichend.
Die meisten der geprüften Geräte haben innen einen Drehteller. Er hilft, die Wellen im Lebensmittel zu verteilen. Lediglich das Solo-Gerät von Severin und die Kombis von Bauknecht und Caso Design verzichten darauf. Dank ihrer Keramikböden soll sich der Innenraum besonders leicht reinigen lassen. Besser als Geräte mit Drehteller schneiden sie aber nicht ab. Und auch beim Erhitzen kommen sie nicht über ein Befriedigend hinaus. Grillen misslingt den beiden Keramikern ebenso.
Testsieger: Drei reine Mikrowellen liegen vorn – Bosch und die ähnlichen Modelle von Neff und Siemens. Sie kosten um die 150 Euro. Bestes Kombigerät ist die LG (219 Euro).
Preistipp: Wer aufs Display verzichten kann, wählt die gute und günstige Lidl Silvercrest (50 Euro).
Umwelttipp: Wasser lässt sich mit einem Wasserkocher effizienter erhitzen.
