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NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

Energiekosten: Wissenswertes von Abschlag bis Wechsel

21.06.2021

Berlin Mehr als 40 Millionen Haushalte in Deutschland haben einen Stromvertrag, oft auch einen für Gas oder Wärmestrom. Durch einen Wechsel des Anbieters lässt sich sparen, aber der Markt ist intransparent. Viele Kunden erscheint der Schritt zu riskant oder zu kompliziert. Finanztest klärt über sieben häufige Irrtümer auf.  

Sicherheit durch Ersatzversorgung

Wenn der Anbieterwechsel scheitert oder ein Energieversorger pleitegeht, stehen Kunden nicht ohne Strom oder Gas da: Sie rutschen automatisch in die Ersatzversorgung bei ihrem örtlichen Grundversorger. Die Ersatzversorgung dauert längstens drei Monate und ist in dieser Zeit jederzeit kündbar. Versäumen Kunden dies, sind sie im Grundversorgungstarif. Hier gilt eine Kündigungsfrist von 14 Tagen.

Einen Grundversorgungstarif kann man auch aus Versehen abschließen, indem man etwa als Mieter in der neuen Wohnung das Licht anschaltet. Wird Strom genutzt, ohne aktiv einen Tarifwechsel einzuleiten, gelten Preise und Fristen der Grundversorgung.  

Neukunden zahlen nicht immer weniger

Nur bei Sonderverträgen zahlen Neukunden oft weniger. In der Grund- und Ersatzversorgung gibt es keinen Unterschied. Diese Preise müssen Anbieter veröffentlichen, zum Beispiel im Internet.  

Der Abschlag kann angepasst werden

Der monatliche Abschlag ist eine Vorauszahlung auf den zu erwartenden Jahresverbrauch. Macht eine Kundin glaubhaft, dass ihr Verbrauch erheblich gesunken ist, etwa weil ein Kind ausgezogen ist, so muss der Versorger den Abschlag anpassen. Vorsicht: Einige sehr günstige Anbieter haben Tarife, die statt zwölf nur elf Abschläge veranschlagen, was die Abschlagshöhe hoch treibt. Dies gilt etwa für die Marke Immergrün der Rheinischen Elektrizitäts- und Gasversorgung, „Fuxx – die Sparenergie“ und Extraenergie.  

Erhöhung auch trotz Preisgarantie

Die wenigsten Preisgarantien sind Endpreisgarantien. Der Strompreis besteht aus mehreren Preisbestandteilen wie den Netzentgelten, der EEG-Umlage oder der Konzessionsabgabe an die Kommunen. Die meisten Preisgarantien klammern solche Umlagen oder Entgelte aus. Fixiert ist meistens nur der Teil des Strompreises, den ein Versorger beeinflussen kann, also der Energieeinkaufspreis und die Marge. Dementsprechend verwenden die Vergleichsportale den Begriff „Preisfixierung“. Bei Gastarifen sind oft Erhöhungen der Mehrwert- und Gassteuer ausgeklammert.  

Ranking der Vergleichsportale

Der Tarif, der in den Vergleichsportalen an erster Stelle der Suchergebnisse steht, ist zwangsläufig der günstigste. Bei den Marktführern Check24 und Verivox stehen zwei Tarife über dem Preisranking, die sich durch einen blauen Kasten abheben. Sie sind meist entweder eine Anzeige oder Empfehlungen des Portals wie der „Best Seller“ oder der „Tarifexpertentipp“. Hinzu kommt, dass die beiden Marktführer ihre Ergebnislisten nach dem monatlichen Durchschnittspreis sortieren, von dem bereits alle Neukundenboni abgezogen sind. Kunden zahlen also unter Umständen erst einmal deutlich mehr im Monat, weil die hohen Neukundenvergünstigungen erst am Ende der Lieferzeit nach zwölf Monaten in der Schlussrechnung gutgeschrieben werden.  

Sonderkündigung möglich

Eine Erhöhung von Abgaben oder Netzentgelten müssen Kunden hinnehmen. Sie können aber den Tarif wechseln: Denn bei einer Erhöhung von Abgaben wie der Umlage für den Ausbau der Erneuerbaren Energien (EEG-Umlage) oder den Netzentgelten gilt ein Sonderkündigungsrecht, so ein BGH-Urteil (Az.: VIII ZR 163/16). Wer noch kein Jahr beliefert wurde, sollte allerdings prüfen, ob eine Sonderkündigung den Bonus in Gefahr bringt. In den allgemeinen Geschäftsbedingungen der meisten Tarife mit Neukundenboni steht, dass sie nur ausgezahlt werden, wenn der Kunde ein Vertragsjahr lang beliefert wurde. 

SOnderfall Umzug

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Ein Sonderkündigungsrecht greift oft nur dann, wenn der neue Wohnort nicht im Liefergebiet des Anbieters liegt. Ansonsten wird der Vertrag am neuen Wohnort weitergeführt. Eon verpflichtet Umziehende in den Allgemeinen Stromlieferbedingungen beispielsweise, die neue Adresse spätestens vier Wochen vor dem Umzugstermin mitzuteilen. Bei Vattenfall gilt ebenfalls die Vierwochenfrist, bei EnBw sind es drei Wochen.

Finanztest-Tipps

  Preisvergleich: Wer noch nie etwas an seinem Strom- oder Gastarif geändert hat, ist in der Grundversorgung. Dieser Notfalltarif ist vergleichsweise teuer. Über Vergleichsportale lässt sich prüfen, wie viel Geld man durch Wechseln sparen kann.

  Abschlag: Fordern sollte man vom Versorger einen realistischen Abschlag, der sich am Verbrauch der vorangegangenen Abrechnungsperiode orientiert. Denn die zu viel bezahlten Beträge gibt es erst zurück, wenn die Rechnung für die meist einjährige Belieferung vorliegt, was laut Energiewirtschaftsgesetz spätestens sechs Wochen nach Lieferende passieren muss.

  Umzug: Um später die Abrechnungen kontrollieren zu können, sollte am Umzugstag der Zählerstand in der neuen und in der alten Wohnung fotografiert werden. Diese Daten samt Zählernummer werden dann dem Gas- oder Stromanbieter und zur Sicherheit auch dem zuständigen Netzbetreiber mitgeteilt.

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