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NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

Auf Kombipräparate sollte man besser verzichten

14.01.2019

Berlin Eine klassische Erkältung – auch grippaler Infekt genannt – verläuft in Etappen. Erst kratzt der Hals und die Glieder schmerzen. Manchmal kommt Fieber dazu. Häufig ist die Nase verstopft. Später zieht Husten auf – anfangs ist er oft trocken, dann löst sich Schleim von den Bronchien. Nach sieben bis zehn Tagen ist das Ganze meist überstanden.

Viele Betroffene verarzten sich in dieser Zeit selbst mit rezeptfreien Erkältungsmitteln aus Apotheken und Drogerien. Jeder Deutsche gab 2017 im Schnitt etwa 15 Euro für die Präparate aus. Aber welche sind gut?

Die Arzneimittelexperten der Stiftung Warentest haben unter Leitung des Pharmazeuten Professor Dr. Gerd Glaeske von der Universität Bremen Studien für Hunderte Mittel gesichtet und jedes bewertet. Glaeskes Resümee: „Behandeln Sie Symptome individuell, verzichten Sie auf Kombipräparate mit mehreren Wirkstoffen.“ Wirkstoffcocktails wie in Wick MediNait oder Grippostad C belasten den Körper unnötig. Besser sind Mittel mit Einzelwirkstoffen, die gezielt gegen Husten, Schnupfen oder Halsweh vorgehen. Das Expertenteam hat aus der Datenbank „Medikamente im Test“ 50 Erkältungsmittel mit sinnvollen Einzelwirkstoffen ausgewählt („test“, 1/19). Dabei erreichen Schnupfen- und Schmerzmittel die beste Bewertung: geeignet. Das heißt, dass sie ausreichend erprobt sind, nachweislich wirken, ihr Nutzen die Risiken übersteigt.

Nicht so gut belegt ist die therapeutische Wirksamkeit für betäubende Halsschmerztabletten, Hustenlöser-Pillen und Hustensäfte auf Pflanzenbasis. Diese Mittel bewerteten die Experten als mit Einschränkung geeignet. Sie finden sich dennoch in der Top-50-Auswahl, weil eine unterstützende Wirkung möglich ist und der Markt nichts Besseres bietet. Gerade bei Hustenlösern ist die Nachfrage groß, die Brausetabletten ACC Akut waren 2017 Deutschlands meistverkauftes Erkältungsmittel. Da lohnt ein Preisvergleich: Eine Packung ACC Akut mit 20 Tabletten kostet 7 Euro – fast drei Euro mehr als gleichwertige Hustenlöser von 1A Pharma und AL Akut

Kombipräparate bewerten die Fachleute als wenig geeignet. Glaeske kritisiert: „Die Mittel sind nicht sinnvoll zusammengesetzt.“ Sie enthalten unter anderem schleimhautabschwellende und schmerzstillende Wirkstoffe, daneben Vitamine und sogar Alkohol. Gerade schleimhautabschwellende Wirkstoffe können müde machen oder zu Herzrasen führen, wenn man sie einnimmt. Abschwellendes Nasenspray ist verträglicher, es wirkt lokal.

Wer mit Sprays, Tabletten und Säften den Erkältungsviren zu Leibe rückt, sollte sich keine Illusionen machen: Die Mittel machen weder gesund noch verkürzen sie das Leiden. Sie können aber Symptome lindern und das Wohlbefinden bessern. Den Infekt selbst muss der Körper mit seinen Abwehrkräften heilen. Es gilt die alte Weisheit: „Eine Erkältung dauert mit Medikamenten eine Woche – ohne sie sieben Tage.“

Tagelanges Fieber von mehr als 39 Grad ist allerdings ein Fall für den Arzt. Es könnte eine echte Grippe dahinterstecken – oder eine bakterielle Infektion wie etwa eine Nebenhöhlen- oder Lungenentzündung. Nur dann ist ein Antibiotikum angebracht. Gegen die Auslöser einer Erkältung – es kommen etwa 200 Virenarten infrage – wirken Antibiotika nicht.

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