Berlin - Fahrräder komfortabel mit dem Auto transportieren – diese Möglichkeit bieten Fahrradträger für die Anhängerkupplung. Allerdings sind viele davon unsicher, wie der aktuelle Test zeigt.
Die Stiftung Warentest hat insgesamt acht Fahrradträger für die Anhängerkupplung für 450 bis 665 Euro getestet, darunter Modelle von Thule, Uebler und Atera. Obwohl Kupplungsträger als die sichersten Fahrradträger gelten, patzten einige Modelle im Crashtest. Die Noten reichen von gut bis mangelhaft.
Für E-Bikes geeignet
Die acht Fahrradträger im Test sind faltbar, abklappbar und E-Bike-geeignet. Sie werden auf der Anhängerkupplung montiert. Alle Testkandidaten können zwei Fahrräder transportieren und mit bis zu 60 Kilogramm beladen werden. Damit sind sie auch für E-Bikes zugelassen. Die Fahrradträger für die Anhängerkupplung lassen sich nach hinten abklappen und ermöglichen so den Zugang zum Kofferraum. Alle geprüften Auto-Fahrradträger sind faltbar und lassen sich so relativ platzsparend lagern.
Drei Träger mangelhaft
Fahrradträger für die Anhängerkupplung gelten als die komfortabelste und sicherste Variante, Fahrräder am Auto zu transportieren. Doch trotz hoher Preise von 450 bis 665 Euro stellte die Stiftung Warentest im Crashtest bei der Hälfte der getesteten Fahrradträger Sicherheitsmängel fest: Zwei hielten die Anhängerkupplung nach dem Crash nicht mehr fest umschlossen, bei einem Träger flogen kleine Teile ab. Ein Fahrradträger hob im Crashtest sogar komplett von der Anhängerkupplung ab. Von diesen Modellen kann bei einem Unfall ein zusätzliches Risiko für die Menschen im Verkehr ausgehen. Deshalb vergaben die Stiftung Warentest drei Mal die Note mangelhaft und ein Mal ausreichend.
Klarer Testsieger
Besser machen es die anderen vier Fahrradträger für die Anhängerkupplung im Test: Bei ihnen blieb es im Crashtest bei einem heftigen Ruck durch Träger und Fahrräder. Sie alle sind sicher, haltbar und benutzungsfreundlich – ein Fahrradträger wird dennoch mit Abstand Testsieger: Der Thule EasyFold XT 2 ist aber auch der teuerste.
Komfortabel und sparsam
Fahrradträger für die Anhängerkupplung sind vergleichsweise teuer, in Deutschland aber auch mit Abstand am gefragtesten. Etwa zwei Drittel der verkauften Fahrradträger waren 2019 Kupplungsträger. Sie beeinflussen Kraftstoffverbrauch und Fahrverhalten vergleichsweise wenig und lassen sich besonders komfortabel beladen. Vor allem für schwere E-Bikes sind sie oft die beste Transportvariante: Statt aufs Autodach müssen die Elektroräder nur etwa einen halben Meter angehoben werden.
Wie getestet wurde
Auf der Suche nach dem besten Fahrradträger für die Anhängerkupplung hat das Test-Team der Stiftung Warentest Wert auf Sicherheit, die Handhabung und Haltbarkeit der Träger gelegt: Im Crashtest simulierte es einen Frontalaufprall bei Tempo 30, führte Fahrprüfungen unter anderem mit Ausweichmanövern und Vollbremsungen durch und prüfte, wie robust die Befestigungselemente der Träger sind.
Bei der Sicherheit stellten die Tester die größten Qualitätsunterschiede fest. In der Handhabung schneiden die Fahrradträger im Test insgesamt besser ab: die Montage, das Be- und Entladen der Räder sind einfach. Viele ermöglichen zudem einfach den Zugang zum Kofferraum. Außerdem patzte kein Fahrradträger im Haltbarkeitstest.
Tendenziell teurer
Die geprüften Auto-Fahrradträger sind nicht gerade günstig. Das liegt zum einen daran, dass sich die Stiftung Warentest mit dem begnügen musste, was der leergekaufte Fahrradmarkt hergab. Denn die Stiftung kauft die Produkte für ihre Tests selbst und anonym im Handel ein. Zum anderen sind Träger für die Anhängerkupplung tendenziell teurer als andere Systeme. Aber selbst der Testsieger oder die beiden Preis-Leistungs-Sieger rechnen sich schnell, wenn sie häufig und auch für kurze Touren im Einsatz sind, meinen die Warentester. Insbesondere, wenn sonst Fahrräder oder E-Bikes gemietet werden, statt die eigenen Räder mitzunehmen.
Der mit Abstand sicherste und beste Fahrradträger im Test ist der teuerste: der gute Thule EasyFold XT 2 für 665 Euro. Noch knapp gut und deutlich günstiger sind Oris Traveller II und Eufab Premium II Plus für jeweils 450 Euro. Auch den befriedigenden Westfalia-Träger für 480 Euro können die Warentester empfehlen. Die drei bestanden den Crashtest ohne Probleme, waren in weiteren Sicherheitsprüfungen allerdings etwas weniger robust als der Thule.
