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NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

Mix aus kritischen Schadstoffen trübt das Bild

05.08.2019

Berlin Ferngläser sollen uns der Natur näher bringen: beim Birdwatching nach Feierabend oder bei der Walbeobachtung im Urlaub. Umso tragischer ist das Bild, das die am häufigsten verkauften Ferngläser im Test abgeben: 16 von 17 Ferngläsern im Test sind erheblich mit Schadstoffen belastet – darunter krebserregende Substanzen, berichtet die Zeitschrift „test“ (8/19).

Die Stiftung Warentest hat für ihren Test 17 Ferngläser aus dem verkaufsstarken Preisbereich von 18 bis 500 Euro ausgewählt und anonym im Handel gekauft. Vom preisgünstigen Fernglas aus dem Supermarkt bis zum lichtstarken Fernglas zur Vogelbeobachtung auch im Morgengrauen.

16 von 17 Ferngläsern im Test sind erheblich mit Schadstoffen belastet, sie kassierten dafür ein mangelhaft. Die Tester fanden einen wüsten Mix aus Chlorparaffinen, Phthalaten und polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen, kurz: PAK. In einer Konzentration, die sie nach Jahren der Umweltdiskussion nicht mehr erwartet hätten. Einige der gefundenen Substanzen sind sogar fortpflanzungsgefährdend oder krebserregend.

Ferngläser zählen zu den Produkten mit längerem Hautkontakt. Umso wichtiger ist es, das Augenmuscheln und Gehäuse aus schadstofffreien Kunststoffen bestehen, denn die Schadstoffe können direkt über die Haut in den Körper gelangen. Die Experten der Stiftung Warentest fanden ungewöhnlich viel PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) über dem Grenzwert für das GS-Zeichen. Darunter Naphthalin, das unter Krebsverdacht steht. Bei zwei Modellen sind die Trageriemen stark mit krebserregenden Schadstoffen belastet.

Nur ein Fernglas von Canon (10X30 IS II) zeigt, dass es anders geht. Es enthält keine kritischen Schadstoffe und bietet gute optische Eigenschaften. Das Objektiv ist klein, fängt weniger Licht ein und funktioniert deshalb am besten bei gutem Tageslicht. Es kostet 460 Euro. Alle 16 anderen Ferngläser im Test sind mangelhaft.

Beste optische Eigenschaften haben Steiner Skyhawk und Zeiss 10x20. Ihre Tragegurte sind mit PAK belastet. Die Gurte lassen sich aber entfernen.

Vier Ferngläser im Test wären auch ohne Schadstoffe nicht mehr zu retten: Als wasserdicht deklariert, haben sie die Tauchprüfung nicht überstanden. Es handelt sich um Ferngläser der Firmen Nikon, Bresser, Braun und Olympus.

Die Stiftung Warentest hat die Anbieter der belasteten Ferngläser um Stellungnahme gebeten und gefragt, ob sie Kunden einen kostenlosen Umtausch anbieten. Vanguard nimmt die Schadstoffbelastung ernst und geht mit positivem Beispiel voran: Kunden können das Spirit XF 1042 gegen Vorlage des Kaufbelegs umtauschen oder bekommen den Preis erstattet.

Steiner und Zeiss tauschen die PAK-belasteten Tragegurte des Steiner Skyhawk 4.0 10x42 und des Zeiss Terra ED 10x42 kostenlos um. Braun verspricht den Besitzern des Binocular 10x25 zumindest, eine Lösung zu finden. Bresser, Eschenbach, Leica, Nikon, Minox und Olympus bieten keinen Umtausch an, auch eine Rücknahme ist nicht vorgesehen. Steiner und Zeiss bieten Kunden für ihre Modelle Steiner Safari Ultrasharp 10x26 und Zeiss terra ED Pocket 10x25 keinen Umtausch an.

Die Firma Apeman hat nicht geantwortet. Mit dem BC100 verkauft sie eines der am stärksten belasteten Ferngläser im Test.

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