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NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

Kosten für Kita und Co. steuerlich absetzen

23.09.2019

Berlin Warum Eltern ihre Kinder beaufsichtigen lassen, ist ihre Privatsache. Dem Finanzamt ist es egal, ob sie arbeiten, krank sind oder einfach regelmäßige Auszeiten wünschen. Die meisten Eltern zahlen für die Aufsicht ihres Nachwuchses und können die Kosten im Rahmen ihrer Steuererklärung geltend machen. Das Finanzamt zieht zwei Drittel der Kosten vom Einkommen ab, maximal aber 4000 Euro pro Jahr und Kind unter 14 Jahren. Fazit in der Oktober-Ausgabe der Zeitschrift Finanztest: Das volle Sparpotenzial nutzt aus, wer im Jahr 6000 Euro oder mehr gezahlt hat. Wichtig: Das Geld muss überwiesen werden.

Reine Kindesfürsorge

Der Höchstbetrag gilt unabhängig davon, ob das Kind das ganze Kalenderjahr über oder etwa nur in den Schulferien beaufsichtigt wurde. Für Rückfragen bewahren Eltern neben dem Überweisungsbeleg die Rechnung der Betreuungsperson oder -einrichtung oder den Gebührenbescheid des Kita- oder Hortträgers auf. Passen Haushaltshilfen, Au-pairs, Angehörige oder Babysitter auf, genügt als Nachweis der Arbeitsvertrag und gegebenenfalls die Abrechnung mit der Minijobzentrale.

Die 4000-Euro-Grenze gilt für beide Elternteile gemeinsam – Ehepaare, die eine gemeinsame Steuererklärung abgeben, profitieren nicht doppelt. Verheirateten, die ihre Steuern getrennt voneinander erklären, steht der Höchstbetrag jeweils zur Hälfte zu. Sie können den Betrag aber in Zeile 73 der Anlage Kind einvernehmlich anders untereinander aufteilen.

Bei Getrennten, Unverheirateten, Patchworkfamilien und Paaren, die nicht zusammen wohnen, darf nur derjenige Kosten einer Betreuung absetzen, der sie gezahlt hat und in dessen Haushalt das Kind lebt. Der Kostenabzug je Elternteil ist auch auf den halben Höchstbetrag begrenzt.

Damit beide Partner jeweils ihren Teil des Höchstbetrags ausnutzen können, sollten sie – ob verheiratet oder nicht – Betreuungsverträge gemeinsam abschließen und jeweils den Teil des Aufwands übernehmen, den sie auch bei sich geltend machen wollen.

Ob Eltern für die Betreuung ihres Kindes Geld zahlen oder, wie beim Au-pair, Sachleistungen wie Verpflegung erbringen, ist unerheblich – der Wert zählt für die Steuer. Auch Erstattungen, etwa von Fahrtkosten, lassen sich absetzen, wenn sie der betreuenden Person entstanden sind, während sie sich um das Kind gekümmert hat.

Das Finanzamt berücksichtigt nur Kosten, bei denen die reine Kindesfürsorge im Vordergrund steht. In der Anlage Kind ihrer Steuererklärung können Eltern daher Beiträge an Kindergarten, Kindertagesstätte, Heim, Hort und Krippe angeben. Es zählen aber auch Kosten für eine Unterbringung im Internat, Aufwand für Tagesmutter oder -vater und Ganztagspflegestellen und Ausgaben für eine Ferienbetreuung.

Kosten für Unterricht, die Vermittlung besonderer Fähigkeiten sowie sportliche und andere Freizeitbetätigungen bleiben außen vor, weil sie sich nicht auf die Aufsicht über ein Kind beschränken. In der Regel weisen zum Beispiel Kitabescheide die Kosten für Betreuung gesondert aus.

Betreuungskosten stellen immer Sonderausgaben dar, sie gehen vom zu versteuernden Einkommen ab. Selbst wenn sie beruflich veranlasst sind, handelt es sich nie um Betriebsausgaben oder Werbungskosten (BMF-Schreiben vom 14.03.2012).

Zuschuss zur Rente

Ist ein Kind noch nicht schulpflichtig, kann der Arbeitgeber Betreuungskosten in unbegrenzter Höhe übernehmen. Gibt es den Zuschuss zusätzlich zum vertraglich vereinbarten Monatslohn, bleibt er beim Arbeitnehmer steuerfrei. In der Erklärung kürzen Eltern ihre Kosten um den Bonus.

Als Betreuungspersonen kommen auch Angehörige infrage, oft Großeltern. Der familiäre Gefallen kann sich steuerlich auswirken, wenn die Kindeseltern im Gegenzug einen Zuschuss zur Rente überweisen. Opa und Oma müssen den Lohn aber als Einkommen versteuern. Am ehesten lohnt sich für beide Seiten eine Anstellung auf Minijobbasis (maximal 450 Euro monatlich).

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