NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

Koffer: Wie das Gepäck sicher bis ans Ziel kommt

19.04.2021

Berlin Sieben Hartschalen, sieben Weichschalen und vier Reisetaschen: Nur wenige überstehen die Tests ohne Dellen. Drei enthalten zu viele Schadstoffe – mangelhaft. Zu optimistisch war die Stiftung Warentest in der Annahme, dass Reisen jetzt wieder unbeschwert möglich sein könnte. So bleibt zumindest Zeit, sich über die Wahl des geeigneten Gepäckstücks zu informieren.  

Prüfszenario

Die Tester haben 18 große Modelle von 70 bis 880 Euro getestet: Hart- und Weichschalen mit vier Rollen sowie zweirädrige Rollreisetaschen. Die meisten fassen rund 100 Liter. Das reicht für etwa zwei bis drei Wochen Urlaub.

Die Prüfer ließen sie auf den Boden knallen, im künstlichen Regen stehen, über Holperstrecken rumpeln, sie zogen an Griffen und Riemen, lauschten dem Rollgeräusch und suchten nach Schadstoffen. Und sie machten den Praxistest: packen, tragen, rollen. Nur sieben Modelle haben die Prozedur gut überstanden.  

Härtetests

Voll beladen – je nach Modell mit bis zu 32 Kilogramm – fielen die Koffer aus einem Meter Höhe auf eine Stahlplatte mit PVC-Belag: ein Sturz auf jede Kofferecke und einer auf die Unterseite mit den Rollen. Das setzte vor allem den Hartschalen arg zu. Auf einem Laufband mit Holperleisten sollten die Koffer zeigen, dass ihre Rollen und Teleskopgriffe andauernde Erschütterungen aushalten. Zwischen Kilometer sechs und sieben lösen sich die Rollen der ersten Weichschalen. Zwischen Kilometer sieben und acht bricht das Gehäuse dreier Hartschalen. Laute Rollgeräusche sind vor allem von den Hartschalen zu vernehmen – nur einige sind leise. Ein Koffer fiel als unangenehm scheppernd auf.  

Tipps für den kauf

->  Schale: Im Falltest waren Weichschalen meist ähnlich robust und stabil wie Hartschalen. Weiche sind flexibler beim Verstauen im Kofferraum und zeichnen sich durch bequemen Stauraum in den Außentaschen aus. ->  Rollen: Auf vier Rollen sind Koffer meist besser zu manövrieren als auf zwei. Gut ist, wenn sich die Räder wechseln lassen. ->  Griffe: Die Griffe sollten gut in der Hand liegen und keine scharfen Kanten aufweisen. Der Teleskopgriff sollte lang genug sein, damit der Koffer nicht in die Hacken schlägt. Bitte schnuppern: Unangenehme Gerüche deuten auf Schadstoffe hin. ->  Maße: Einige Fluglinien schreiben ein „Gurtmaß“ vor, Lufthansa maximal 158 Zentimeter (Breite + Höhe + Tiefe, mit Rollen und Griffen). Übergrößen kosten extra. ->  Schloss: Für USA-Reisen sollten Koffer mit TSA-Schloss benutzt werden, das US-Sicherheitsbehörden per Generalschlüssel öffnen können. Im Zweifel bricht die Behörde den Koffer sonst auf. Dann besser nicht abschließen. Kofferschlösser schützen nicht vor Diebstahl, sie verhindern nur, dass der Koffer aus Versehen aufgeht.

Spitzenreiter

  Hartschalen: Einzig guter Hartschalenkoffer ist der Rimowa Essential Trunk Plus für 880 Euro.

  Weichschalen bieten mehr Auswahl an guten Modellen: Vorn liegt der Samsonite X‘Blade 4.0 (289 Euro) mit einem ausgeklügelten Packsystem. Preis-Leistungs-Sieger ist der Travelite Crosslite (120 Euro).

  Rollreisetaschen sind robust. Die besten kommen von Vaude für 200 Euro und The North Face für 250 Euro.

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