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Bratwurst Lecker grillen mit und ohne Fleisch

Berlin - Sieben Veggie-Bratwürste treten im Test gegen 14 Klassiker mit Fleisch an. Es gibt Gute in beiden Teams – und Unterschiede in puncto Geschmack und Fett.

Beim Grillen darf die Bratwurst nicht fehlen, sagen laut einer Umfrage 77 Prozent der Männer und 65 Prozent der Frauen. Wer sich vegetarisch, vegan oder fleisch­arm ernährt, legt gerne mal eine Veggie-Wurst auf den Rost. Statt Fleisch enthält sie Bestand­teile von Hülsenfrüchten, Weizen, Hühnerei. Sie zählt zu den Fleisch­ersatz­produkten, die gerade boomen. 2021 produzierten Firmen in Deutsch­land 17 Prozent mehr als 2020.

Gute in beiden Gruppen

Von den insgesamt 21 Produkten erzielen 16 ein gutes Qualitäts­urteil – verteilt auf beide Gruppen. In der Geschmacks­prüfung setzt sich Team traditionell durch: Nur bei den Bratwürsten mit Fleisch gibt es sensorisch sehr gute. Im Nährwert-Check hat Team Veggie die Nase vorn: Es punktet vor allem beim Fett – weil Veggie-Würste weniger und besseres Fett liefern.

Bei der Keim­prüfung fällt die fleisch­basierte Wurst von Rewe Wilhelm Brandenburg zurück, bei den Schad­stoffen die vegane Wurst von Alnatura. Beide sind im jeweiligen Prüf­punkt nur ausreichend.

Hohe Fleischqualität

Das Fleisch-Scree­ning der Klassiker ergab über­wiegend eine hohe Fleisch­qualität; es brachte weder Hinweise auf versteckte Tier­arten wie Pferd noch auf Gammel- oder Separatoren­fleisch (maschinell von Knochen gelöstes Rest­fleisch). In der Zutaten­liste tauchte dieses bei keiner der geprüften Würste auf. Und auch bei Labor­analysen wurden keine Indizien dafür gefunden.

Geschmacksfrage

In der Disziplin Geschmack begutachten fünf Prüf­er die Würste vor dem Grillen und verkosten sie danach. Hier behaupten sich die Traditionellen: Mit sehr guten sensorischen Noten glänzen die Bio-Nürn­berger von Aldi und die Fränkische von Kupfer. Zehn weitere Würste schneiden glatt gut mit 2,0 ab. Mit Ausnahme von Greenforce und Rügen­walder Mühle (beide 2,0) können die Veggies nicht mithalten. Enttäuschend: Die von Netto Marken-Discount war bitter, Garden Gourmet leicht dumpf.

Günstige Nährwerte

Beim Nähr­wert-Duell trumpfen die Veggies auf. Bis auf Netto Marken-Discount schneiden alle ernährungs­physiologisch gut ab. „Das liegt vor allem an den eiweiß­reichen Basis­zutaten und der güns­tigeren Fett­zusammen­set­zung“, sagt Testleiterin Charlotte Granobs. Hersteller nutzten etwa Rapsöl oder High-Oleic-Sonnenblumenöl aus speziellen Pflanzen. Beides ist reich an ungesättigten Fett­säuren. Rapsöl liefert noch blutfluss­fördernde Alpha-Linolensäure. Erstaunlich: Etliche Veggies auf Hülsenfrucht­basis enthalten mindestens so viel Eisen wie die Klassiker.

Die meisten Würste mit Fleisch sind ernährungs­physiologisch nur ausreichend: Sie werden oft aus fett­reichem Fleisch gemacht und enthalten daher viele gesättigte Fett­säuren.

Etiketten gecheckt

Sind Zusatz­stoffe korrekt angegeben? Zehn Würste mit Fleisch deklarieren welche, etwa Säure­regulatoren. Auf allen Veggie-Packungen stehen Ver­dickungs­mittel. Sie machen aus Pflanzeneiweiß, Wasser, Öl und Gewürzen eine biss­feste Masse. Konventionelle Veggies bauen eher auf Methylcellulose (E 461), Bio-Veggies auf Johannis­brotkern­mehl (E 410). Beide gelten als unbe­denk­lich.

Klimafreundlichkeit

Die Produktion von Veggies setzt weniger klima­schäd­liches Kohlen­dioxid (CO2) frei als die der Klassiker. Das Institut für Energie- und Umwelt­forschung Heidel­berg hat berechnet, dass 1 Kilo klassische Bratwurst 2,9 Kilogramm CO2-Äquivalente verursacht, die gleiche Menge veganer Bratwurst nur 1,7. Wenn Soja und Weizen direkt zu Fleisch­ersatz statt zu Tierfutter verarbeitet werden, sinkt die Umwelt­auswirkung laut Umwelt­bundes­amt erheblich. So werde etwa weniger Wasser und Land verbraucht. Laut Veggie-Anbietern stammen die Basis­zutaten ihrer Produkte aus Europa oder den USA.

Spitzenreiter

  Testsieger: Top mit Fleisch sind die Nürn­berger Rost­bratwürste von Aldi Gut Bio (1,52 Euro pro 100 Gramm). Die besten Fleisch­losen: Vegane Mühlen Bratwurst von Rügenwalder Mühle (1,78 Euro).

  Umwelt­tipp: Vegane Wurst ist ­klimafreundlicher als das Original.

  Preistipp: Fränkische von Kupfer (1,03 Euro) aus Fleisch, Pulver von Greenforce (1,04 Euro) aus Erbsen.

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