• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • Veranstaltungskalender
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
  • Über uns
 
NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

Mietservice: Mieten oder kaufen – eine Preisfrage

04.07.2022

Berlin Mieten statt kaufen liegt im Trend. Doch im Test offen­barten Miet­service-Anbieter für Werk­zeug und Elektronik Schwächen wie schwankende Service­qualität, fehlende Spezial­schlüssel oder Mängel im Klein­gedruckten.

Werden Kunden gut und fair behandelt? Die Stiftung Warentest hat zwei Branchen getestet: Bei Baumärkten und Spezialisten für Werk­zeug mieteten die Tester je fünf­mal Schleifgeräte, bei zwei Online-Miet­diensten für Elektronik je fünf­mal Tablets. Ergebnis: Es ginge besser. Kein Anbieter ist insgesamt gut.

Für die Gerätemiete sprechen, das Einsparen von Ressourcen und die Vermeidung von Fehlkäufen. Außerdem erhält man bei der Elektronik aktuelle Modelle sowie beim Werkzeug solide Profigeräte. Je länger und öfter etwas gemietet wird, desto eher rechnet sich der Kauf. Beim Test-Tablet etwa kann sich ein Kauf im Extremfall schon nach wenigen Wochen Mietdauer lohnen. Grover zieht beim Erwerb der Mietsache übrigens die Miet­kosten vom Kauf­preis ab.

Service unterschiedlich

Im Test machten die Mitarbeiter den Unterschied: Immer wieder mal berieten sie gut. Zuweilen senkten sie auch kulant den Preis, wenn das Werk­zeug nicht benutzt worden war: Einmal zahlten die Tester sogar nur knapp 14 Euro, obwohl das Gerät rund 54 Euro für acht Tage kosten sollte. Aber auch vereinzelte negative Erfahrungen machten sie: Einmal sollten sie 25 Euro für die Reinigung eines unbe­nutzten Schleifers bezahlen. Erst nach Diskussion auch mit einem zweiten Mitarbeiter kamen sie ungeschoren davon. Noch krasser das Erlebnis eines Testers mit EU-Pass: Er sollte eine deutsche Melde­bescheinigung vorlegen und 600 Euro Kaution hinterlegen. Sonst betrug die Kaution höchs­tens 200 Euro.

Alles hat funktioniert

Brandneu waren die meisten Mietsachen nicht, doch funk­tioniert hat alles. Nur die Tablets von Grover kamen in der einge­schweißten Original­verpackung. Bei den Winkel­schleifern sahen die Tester oft Gebrauchs­spuren. Warum auch nicht: Es handelte sich um robuste Profi-Modelle.

Schutz vor Schäden

Bei Werk­zeug könnte man sich für ein paar Euro zumindest gegen einige Risiken wie etwa Schäden während einer sachgerechten Nutzung absichern. Für Elektronik bei Grover ist eine Absicherung im Miet­preis inbegriffen. Mietspezialist Leihzig aus Leipzig bietet so etwas gar nicht an und räumt sich sogar das Recht ein, Kunden die Haftung zum Preis der Neubeschaffung zuzu­muten. Tatsäch­lich gilt der Zeit­wert. Testurteil: „sehr deutliche Mängel“ in den AGB.

Nachteile der Miete

Folgende Risiken sehen die Tester bei der Gerätemiete:

 Zeit­fenster: Miet­preise etwa für den Tag oder ein Wochen­ende müssen abge­wogen, Fristen beachtet werden: Bei Globus Baumarkt und Obi erlischt die Reser­vierung 15 Minuten nach dem Abhol­termin, in einem Fall bei Hagebaumarkt nach vier Stunden.
 Planung: Mieten ist nichts für Spontane, denn nicht immer war im Test das Wunsch­gerät zum Wunsch­termin verfügbar.
 Zeitbedarf: Onlinere­servierung und der Weg zur Abhol­station kosten Zeit.
 Unvoll­ständig. Den Winkel­schleifer erhielten die Tester oft ohne Schleifscheibe. Dieses Zubehör hätten sie dann extra kaufen müssen. Mehr­fach bekamen sie den Winkel­schleifer sogar ohne den Spezial­schlüssel zur Montage oder zum Wechsel der Scheibe. Besonders ärgerlich, wenn das Werk­zeug ohne Scheibe ausgehändigt wird.

Julia Simon vom Nabu: „Nutzen statt besitzen hat als Geschäfts­modell großes Potenzial für Mensch und Umwelt. Ressourcen schonen zu wollen, muss aber Hand in Hand gehen mit nied­rigschwel­ligen, einfach zu nutzenden Offerten der Anbieter.“

Spitzenreiter

  Kein Miet­service im Test erreicht ein gutes Qualitäts­urteil – das geht besser. Boels, der beste Miet­service für Werk­zeug, über­zeugte in den Filialen, hat aber eine wenig informative Website. Der Allrounder Leihzig dagegen punktete mit seiner Website und dem Online­versand, scheiterte aber bei der juristischen Prüfung seiner allgemeinen Geschäfts­bedingungen.

Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.