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E Bikes Mit Schwung: Elektrisiert durch den Tag

<p> Eine Radfahrerin fährt mit einem E-Bike. Während der Markt für klassische Fahrräder schwächelt, greifen Verbraucher bei Elektro-Rädern weiter kräftig zu. </p>

Eine Radfahrerin fährt mit einem E-Bike. Während der Markt für klassische Fahrräder schwächelt, greifen Verbraucher bei Elektro-Rädern weiter kräftig zu.

Roland Weihrauch

Berlin - Mehr ist mehr. Nach der Devise werden viele Pedelecs seit einigen Jahren gebaut – und gern gekauft. In immer wuchtigeren Rahmen stecken immer stärkere Akkus und Motoren. Preise von mehreren Tausend Euro sind die Regel. Nach dem Test kraft­strotzender SUV-E-Bikes im Jahr 2022 hat Stiftung Warentest nun bewusst einen Gang runter­geschaltet. Mit City-E-Bikes. Die kommen vor allem auf eher kurzen Stre­cken für Einkäufe, den Arbeitsweg und gelegentlich für Ausflüge zum Einsatz. Da ist weniger oft mehr.

Elf E-Bikes im Test

Für den Test wurden neun solcher Stadt­flitzer mit Mittel­motor und integrierten Akkus im Preis­einstieg der jeweiligen Anbieter ausgewählt. Wobei Preis­einstieg in diesem Fall happige 2580 bis 3850 Euro bedeutet. Zum Vergleich dazu zudem zwei deutlich güns­tigere Räder von Tele­funken und Zündapp für je 1100 Euro. In dieser Preisklasse geht es tech­nisch einfacher zu: mit Front­motor, mecha­nischen statt hydrau­lischen Bremsen und einem Akku, der nicht im Rahmen verborgen ist.

Teure Testsieger

In Praxis­test und Prüf­labor mussten alle elf Fahr­verhalten, Alltags­tauglich­keit sowie ihre Sicherheit unter Beweis stellen. Das Rennen macht am Ende das teuerste Modell im Test: das Flyer für 3 850 Euro, das kaum Schwächen zeigte. Platz zwei- teilen sich gleich­auf die Test­kandidaten von Kalkhoff, KTM und Stevens.

Gute Alternativen

Fünf weitere Modelle landen mit den Urteilen Gut oder Befriedigend im Mittel­feld. Zu ihnen zählt auch das gute Cube für 2600 Euro – der Preistipp. Die 1250 Euro Ersparnis im Vergleich zum Testsieger trösten möglicher­weise über unpraktische Details in der Hand­habung des Cube hinweg.

Schwache Bremse

Nicht ausblenden lassen sich hingegen die Probleme der beiden 1100-Euro-Pedelecs: Beim Telefunken reichte die Kraft der mecha­nischen Felgenbremse teils nur, um 82 Kilogramm statt der zugelassenen 150 Kilo abzu­bremsen – das ist mangelhaft.

Das Zündapp-Modell bremste zwar besser, teilt aber ein anderes Manko mit dem Tele­funken-Bike: Der Front­motor ist mit sehr einfacher Sensorik ausgestattet. Eine kleine Bewegung der Tretkurbel reicht, damit er anspringt und das Rad einen Satz vorwärts rollen lässt. Hört man auf zu treten, läuft und schiebt der Motor zudem etwas nach. Das erschwert ein sicheres Hand­ling der E-Bikes. So schneidet das Zündapp im Prüf­punkt Sicherheit nur ausreichend ab. Es ist auch das einzige Bike, in dessen Sattel wir hohe Mengen des Weichmachers DPHP fanden. Im Tier­versuch schädigte er Schild­drüse und Hypophyse.

Viel Luft nach oben gibt es auch bei den 374-Watt­stunden-Akkus der beiden güns­tigen Räder. Sie brachten unsere Tester nur rund 30 Kilo­meter weit. Die Konkurrenz im Test schaffte locker das Doppelte. Zudem muss bei beiden Modellen der Sattel samt Stütze heraus­genommen werden, um den Akku zu entnehmen.

Maue Ausstattung

Für bessere E-Bikes muss man tiefer in die Tasche greifen, auch tiefer als noch vor wenigen Jahren, wie unsere Markt­recherche zeigt.

Zwar konnten die meisten Modelle in den jüngsten Tests über­zeugen. Doch „mehr Technik und Leistung in allen Bereichen“ sucht man teils vergebens: Mal war die Beleuchtung schwach­brüstig, mal der Sattel wenig komfortabel und die Ladegeräte zwangen fast immer zu Geduld.

Akkus laden

Die meisten Räder im Test fahren mit einem Bosch-Antrieb. Die mitgelieferten Ladegeräte arbeiten meist mit einem Lade­strom von nur 2 Ampere. Damit sind die 500-Watt­stunden-Akkus erst nach langen 6,5 Stunden voll. Nur Flyer legt seinem Rad ein 4-Ampere-Ladegerät bei, das etwa doppelt so schnell lädt. Es eignet sich für alle Bosch-Antriebe im Test, doch viele Anbieter sparen daran. Wer flotter Reich­weite tanken will, muss Boschs „Stan­dard Charger“ für 129 Euro selbst kaufen. Im Komfort-Bike-Test 2020 wurde er noch oft mitgeliefert.

Fazit

Trotz manch kleiner Schwächen: Die neun Bikes mit Mittel­motor im Test 2023 erfüllen ihren Zweck als City-Flitzer für den Alltag. Die moderaten Antriebe und 500-Watt­stunden-Akkus reichen dafür locker. Die Pedelecs bewiesen ein stabiles Fahr­verhalten, das sich mit Gepäck aber oftmals etwas verschlechterte. Einige fuhren schon mit 7,5 Kilo in einer Pack­tasche etwas unruhiger.

Empfehlung für Alltagseinsätze wie Einkäufe: Lieber zwei Taschen mitnehmen und gleich­mäßig beladen. Und das Fahren mit Gepäck üben.

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