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NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

Abnehmen ohne Mühe bleibt ein Traum

20.01.2020

Berlin Der Weg zur Traumfigur ist hart. Kapseln und Co wecken Hoffnung, dass die Pfunde leicht purzeln. Teilweise verspricht die Werbung üppige Gewichtsabnahmen und gertenschlanke Taillen. Die Realität sieht anders aus, berichtet die Zeitschrift „test“ (1/20).

Medizinische und pharmazeutische Experten prüften für die Arzneimittel-Datenbank der Stiftung Warentest Schlankheitsmittel. Und zwar solche, die in Apotheken laut Marktanalysen besonders oft über die Ladentheke gehen. Die Fachleute beurteilten, ob für sie aussagekräftige Studien vorliegen und was sie besagen.

Übelkeit und Durchfall

Sechs vielverkaufte rezeptfreie Abnehm-Mittel bewerten die Experten als wenig geeignet. Von rezeptpflichtigen Appetitzüglern mit Amphetaminen rät die Stiftung Warentest wegen möglicher Nebenwirkungen wie Herzrasen, Unruhe, Schwindel grundsätzlich ab. Noch am besten schneiden verschreibungspflichtige Mittel mit Orlistat oder Liraglutid ab. Sie sind mit Einschränkung geeignet.

Studien bescheinigen den beiden Wirkstoffen Erfolg, wenn auch mäßigen. Stark Übergewichtige nehmen mit einer Diät plus Orlistat durchschnittlich etwa drei Kilo mehr ab als mit Diät plus Scheinmedikament. Bei Liraglutid beträgt der Unterschied vier bis sechs Kilo. Auch längerfristig scheint sich die Anwendung beider Stoffe positiv auf Gewicht und Gesundheit auszuwirken.

Doch brachen viele Teilnehmer die Studien wegen Nebenwirkungen wie Übelkeit oder Durchfall ab. Die Mittel sollten nur bei starkem Übergewicht zum Einsatz kommen – unter ärztlicher Aufsicht und kombiniert mit Diät und Bewegung. Haben Nutzer nach zwölf Wochen nicht mindestens fünf Prozent ihres Ausgangsgewichts verloren, sollte die Therapie beendet werden.

Es gibt also hohe Hürden – und hohe Kosten. Krankenkassen erstatten Abnehm-Mittel normalerweise nicht. Liraglutid, das sich Anwender spritzen, kostet pro Monat ungefähr 290 Euro. Bei Orlistat, das Nutzer in der Regel dreimal täglich schlucken, sind es monatlich etwa 70 bis 120 Euro.

Kalorienärmer essen

Orlistat gibt es auch rezeptfrei – etwas günstiger, niedriger dosiert und durch weniger Studien erforscht als das Rezeptpflichtige. Vor allem fehlen Daten zum langfristigen Erfolg. Das gilt auch für vier andere rezeptfreie Mittel. Sie kosten im Monat etwa 70 bis 120 Euro und gelten als Medizinprodukte.

Diverse Schlankheitsmittel werden als Medizinprodukte oder Nahrungsergänzungsmittel vermarktet. Für sie gelten weniger strenge Regeln als für die Zulassung von Medikamenten. Beim letzten großen Test solcher Präparate im Jahr 2014 schnitten alle 20 als wenig geeignet ab.

Einen Sonderfall bilden Formuladiäten wie Almased, Slimfast, Yokebe. Erhältlich sind sie beispielsweise als Pulver zum Anrühren. Sie ersetzen eine oder mehrere Mahlzeiten am Tag und liefern dabei vergleichsweise wenig Kalorien. Das kann helfen, rasch Pfunde zu verlieren. Doch sind Nebenwirkungen wie Verstopfung möglich. In Anbetracht der Risiken empfehlen ärztliche Leitlinien Formuladiäten, vor allem zur alleinigen Versorgung, höchstens bei starkem Übergewicht und zeitlich begrenzt – als Auftakt, die Ernährung umzustellen.

Selbst wenn Schlankheitsmittel etwas bewirken, kehren die Pfunde nach dem Absetzen oft ruckzuck wieder zurück. Dem Jojo-Effekt schlägt nur ein Schnippchen, wer Gewohnheiten ändert. Mehr bewegen, kalorienärmer essen – das bleibt das Rezept. Und die Pille zum Abnehmen ohne Mühe immer noch ein Traum.

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