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NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

Testament: Zu Lebzeiten über den Tod hinaus denken

18.10.2021

Berlin Mit einem Testament kann jeder selbst zu Lebzeiten regeln, wie nach seinem Tod sein Vermögen verteilt werden soll. Das ist gar nicht so kompliziert. Wie sich neun häufige Fehler vermeiden lassen, erklärt die Zeitschrift Finanztest.  

Fehler 1: Kein Testament machen

Das Gesetz knüpft an die Merkmale Verwandtschaft und Ehe an. Ohne Testament profitieren in erster Linie Familienmitglieder, Ehe- und eingetragene Lebenspartner. Passt die gesetzliche Erbfolge zur eigenen Nachlassplanung, muss man sich nicht zwingend kümmern. Wer davon abweichen will, muss tätig werden. Besonders wichtig ist das für Unverheiratete, weil sie kein gesetzliches Erbrecht haben und sonst leer ausgehen würden; für kinderlose Ehepaare, weil nicht automatisch der Ehepartner allein erbt, und für Alleinstehende, die vermeiden wollen, dass ihr Vermögen an den Staat geht.  

Fehler 2: Die falsche Form wählen

Das privatschriftliche Testament muss im Gegensatz zum notariellen handschriftlich und eigenhändig geschrieben sein, und zwar vom ersten bis zum letzten Wort. So soll es dem Erblasser zweifelsfrei zuzuordnen sein. Eine Ausnahme gilt beim Berliner Testament. Hier darf einer schreiben, der andere Ehepartner unterschreibt nur noch mit einem kurzen Zusatz. Das Testament muss mit Ort und Datum versehen und unterschrieben werden und zweifelsfrei als Testament zu erkennen sein.  

Fehler 3: Unklar formulieren

Formulierungen, die nicht ganz und gar eindeutig sind, machen es Hinterbliebenen schwer, den letzten Willen des Verstorbenen umzusetzen. Manchmal führen sie sogar zu Streit, vor allem, wenn sich ein Erbe benachteiligt fühlt. Die Auslegung des Testaments ist bei Zweifeln Sache der Gerichte: Der Wille der verstorbenen Person soll ermittelt werden. Dabei spielt der Wortlaut eine Rolle sowie der Zusammenhang, in dem die Person ihre Aussagen getroffen hat. Um Zweifeln vorzubeugen, sollten sämtliche Erben namentlich benannt und Wünsche konkret formuliert werden.  

Fehler 4: Erbschaft- steuer nicht bedenken

Wird Vermögen vererbt, kann unter Umständen Erbschaftsteuer fällig werden. Das gilt immer dann, wenn das erworbene Vermögen die Freibeträge des oder der Erben überschreitet. Ehepartner haben einen allgemeinen Freibetrag von 500 000 Euro, Kinder von 400 000 Euro, unverheiratete Partner nur von 20 000 Euro.

Für die Differenz zwischen Freibetrag und Wert der Erbschaft gelten abhängig vom Näheverhältnis zwischen Verstorbenen und Erben verschiedene Steuerklassen. Abhängig von der Höhe der Erbschaft gelten verschiedene Steuersätze. Für Ehegatten und Kinder gilt die Steuerklasse I, in der zwischen 7 und 30 Prozent Steuer zu zahlen sind.  

Fehler 5: Keine Fachleute zu Rate ziehen

Wer sein Testament nicht allein aufsetzen möchte, kann die Hilfe eines Fachanwalts für Erbrecht oder Notars in Anspruch nehmen und sich wegen steuerlicher Fragen an einen Steuerberater wenden. Ein Notar entwirft entsprechend der Vorgaben des Erblassers je nach Wunsch ein Testament oder einen Erbvertrag, das nur unterschrieben werden muss. Ein notarielles Testament kann häufig den Erbschein ersetzen, den die Erben ansonsten etwa beim Grundbuchamt brauchen.

Auch ein Fachanwalt für Erbrecht hilft beim Verfassen des Testaments und berät oft auch im Hinblick auf die Erbschaftsteuer. Der vorbereiteten Text muss später handschriftlich abgeschrieben werden. Dieses Testament kann auch ein Notar beurkunden.  

Fehler 6: Zu spät testieren

Es gibt viele Gründe, sich frühzeitig mit seiner Vermögensnachfolge zu befassen. Beispielsweise, wenn der Ehepartner zum Alleinerben gemacht werden soll, um Entscheidungen zu vereinfachen. Oder wenn der unverheiratete Partner sonst leer ausgehen würde. Oder wenn der Erbfall mit dem Ausland zu tun hat.  

Fehler 7: Patchwork außer Acht lassen

Wer in einer Patchworkfamilie lebt, kommt nicht umhin, ein Testament zu verfassen. Denn die gesetzliche Erbfolge berücksichtigt heutige Familienkonstellationen nicht. Fachliche Hilfe ist bei komplexen Familienverhältnissen ratsam.  

Fehler 8: Testament unauffindbar machen

Eine Vertrauensperson sollte den Ort kennen, an dem das Testament verwahrt wird, etwa in einem Dokumenten-Ordner. Experten raten dazu, das Testament beim Nachlassgericht zu hinterlegen, um sicherzugehen, dass es berücksichtigt wird. Handelt es sich um ein notarielles Testament, wird es dort ohnehin verwahrt. Die Kosten hierfür betragen 75 Euro. Hinzu kommen Gebühren für die Registrierung im Zentralen Testamentsregister: bei einem notariellen Testament 15 Euro, bei privatschriftlichen 18 Euro.  

Fehler 9: Testament nicht aktualisieren

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Es kann immer wieder gute Gründe geben, den Inhalt des Testaments zu überdenken. Sollten sich etwa die gesetzlichen Freibeträge für die Erbschaftsteuer ändern, lohnt es sich auf jeden Fall.

Finanztest-Tipps

  Letzter Wille: Um den Nachlass zu regeln, kann man ein Testament verfassen – allein oder mit Expertenhilfe. Für Verheiratete kommt ein gemeinschaftliches Testament in Betracht. Will man mit einer anderen Person oder mehreren regeln, was nach dem Tod mit dem Vermögen geschehen soll, geht das nur mit notariellem Erbvertrag.

  Kosten: Die anwaltliche Erstberatung kostet rund 225 Euro inklusive Umsatzsteuer. Notargebühren hängen vom Vermögen ab. Beträgt dieses 500 000 Euro, kostet ein Einzeltestament inklusive Auslagen und Umsatzsteuer rund 1200 Euro.

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