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NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

THG-Prämie: Wie die Ladesäule zur Spardose wird

19.09.2022

Berlin Einge­spartes CO2 verkaufen und dafür Geld bekommen? Das geht – mithilfe von Dienst­leistern. Finanztest hat 36 davon geprüft.

Das Bundes-Immissions­schutz­gesetz verpflichtet Mineral­ölunter­neh­men wie Shell, BP oder Aral, die Treib­hausgase, die ihr verkaufter Kraft­stoff verursacht, jähr­lich um einen bestimmten prozentualen Anteil zu senken. Diese „Treib­hausgas-Min­de­rungs­quote“ – kurz THG-Quote – steigt jähr­lich und soll Ende 2030 bei 25 Prozent liegen.

Firmen können die Quote auf zweierlei Weise erfüllen: Sie verkaufen entweder mehr emissions­arme Kraft­stoffe wie Biodiesel (B7) und Bioethanol (E10), oder sie lassen sich die CO2-Einsparungen Dritter anrechnen, etwa von E-Auto­fahrern. Den Betrag, den ein Auto­fahrer hierfür erhält, wird auch THG-Prämie genannt.

Preis kann schwanken

„Seit Jahres­beginn liegt der Preis pro Tonne CO2 konstant bei über 400 Euro“, sagt Johan Grope, Geschäfts­führer von Emobia. „Mehr als 600 Euro ist unrealistisch.“ Denn so hoch sind die Strafzah­lungen für die Mineral­ölindustrie pro Tonne. Eine Börse mit trans­parenter Preis­bildung gibt es nicht. Die Dienst­leister verhandeln den Preis direkt mit der Industrie. Er kann – abhängig von Angebot und Nach­frage – schwanken. Wie viel Geld als THG-Prämie beim Kunden ankommt, hängt also von der Höhe des Verkauf­preis und der Provision für den Dienst­leister ab.

Dienst­leister helfen

Privaten E-Mobilisten, die ihre CO2-Einsparung verkaufen möchten, empfiehlt Finanztest, einen Dienst­leister zu nutzen. Er kümmert sich um Abwick­lung und Auszahlung der THG-Prämie. Seit Kurzem ist hierfür ein neuer Markt entstanden – mit viel Bewegung. Laufend kommen neue Anbieter dazu. Die Prämienhöhen ändern sich. Neben Start-ups sind auch bekannte Auto­versicherer wie die Huk oder Energiekonzerne wie Enbw einge­stiegen.

Nur 14 erfüllen Kriterien

Finanztest hat 36 Dienst­leister untersucht. Zu empfehlen sind aber nur 14. Denn nur sie erfüllen die Mindestkriterien und haben verbraucherfreundliche Verträge. Zu den Mindest­kriterien gehört etwa, dass sich der Vertrag nach Auszahlung der Prämie nicht auto­matisch verlängert – sonst sind E-Auto­halter gebunden, obwohl es vielleicht bald bessere Angebote gibt. Die Vertrags­lauf­zeit sollte deswegen zum Kalender­jahr oder spätestens nach der Registrie­rungs­periode beim Umwelt­bundes­amt (UBA) enden. Außerdem dürfen die Anbieter ihr unternehmerisches Risiko nicht auf ihre Kunden abwälzen. Mancher Anbieter behält sich vor, keine Prämie auszuzahlen, wenn er die CO2-Einsparung nicht verkaufen kann.

Auch für andere E-Mobile

Die Prämie gibt es nicht nur für E-Autos, sondern auch für elektronisch betriebene Busse, Nutzfahr­zeuge und Motor­roller. Wichtig: Nur wer als Halter im Fahr­zeug­schein steht, kann die Prämie beantragen. Dies gilt auch für Leasing-Fahr­zeuge. Hybrid­fahr­zeuge gehen leer aus. Die THG-Prämie für Motor­roller ist genauso hoch wie für Pkw. Der Test zeigt: Die Fixprämien pendeln aktuell zwischen 250 und 350 Euro. Die höchste Fixprämie versprachen zum Testzeitpunkt mit 350 Euro Adac, Huk, Enbw und Emobia.

Auszahlung kann dauern

Sehr große Unterschiede fanden die Tester bei der Auszahlung: Vier Anbieter gehen in Vorleistung und zahlen die Prämie bereits nach ein bis drei Tagen aus. Andere erst 14 Tage bis 4 Wochen, nachdem das UBA das E-Fahr­zeug zertifiziert hat. Und das kann dauern. Derzeit bearbeitet das UBA Anträge, die Ende Mai einge­reicht wurden. Warte­zeiten von gut drei Monaten sind also realistisch.

Anbieter, die schnell auszahlen, gehen ein gewisses Risiko ein. Denn das UBA hat das E-Auto zum Auszahlungs­zeit­punkt noch nicht zertifiziert. Erst wenn das Zertifikat beim Anbieter liegt, kann er sicher sein, dass der Halter das E-Auto nicht schon bei der Konkurrenz angemeldet hat. Wichtig: Bei Anbietern, die schnell auszahlen, fällt die THG-Prämie oft etwas nied­riger aus.

Finanztest-Tipps

  THG-Prämie: Die CO2-Einsparung eines voll­elektronischen Fahr­zeugs kann man jähr­lich einmal verkaufen. Dazu muss man als Halter im Fahr­zeug­schein stehen, sich bei einem Dienst­leister online registrieren und dort den Fahr­zeug­schein hoch­laden.

  Anbieter: Stiftung Warentest empfiehlt Dienst­leister, die eine Fixprämie zahlen. Weil diese schwanken kann, sollte man sich bei allen empfohlenen Anbietern des Tests informieren. Eine Abfrage am 25. August zeigte: Drei Anbieter hatten die Prämien erhöht – um bis zu 78 Euro. Die Prämie wird, abhängig vom Anbieter, entweder wenige Tage nach der Registrierung beim Dienst­leister oder etwa drei Monate später ausgezahlt. Anbieter, die später auszahlen, bieten oft eine höhere Prämie. Bei drei Anbietern kann man die Prämie auch einer Umwelt­organisation spenden.

  Frist: Anmelden sollte man sich bis Jahres­ende bei einem Dienst­leister. Die Frist zur Registrierung läuft zwar beim Umwelt-Bundesamt bis 28. Februar des Folge­jahres. So kann aber eine verzögerte Bearbeitung zu Fristende vermieden werden.

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