Berlin - Bei schlechten Sichtverhältnissen ist Licht am Fahrrad Pflicht. Die Stiftung Warentest hat insgesamt 19 akkubetriebene Front- und Rücklichter geprüft, darunter Modelle von Busch + Müller und Trelock. Die 13 Frontscheinwerfer im Test kosten 25 bis 143 Euro. Sie schneiden sehr gut bis ausreichend ab, unter den Empfehlenswerten sind auch recht preiswerte Modelle. Untersucht wurde unter anderem die Ladedauer und wie lange die LED-Fahrradlampen leuchten, ob sie robust sind und natürlich, wie gut sie nächtliche Fahrradwege ausleuchten.
Technologie
Fahrradleuchten sind durch die LED-Technologie in den vergangenen Jahren immer heller geworden. Noch recht neu ist auch, dass akkubetriebene Fahrradlampen am Fahrrad erlaubt sind. Es reicht, wenn sie montiert werden, sobald es die Sichtverhältnisse erfordern. Sie müssen nicht mehr dauerhaft mit im Gepäck sein. Mit ihnen lässt sich mit wenigen Handgriffen ein komplettes Lichtsystem nachrüsten. Sie werden per USB-Anschluss aufgeladen, Kabel am Fahrrad sowie ein Rad- oder Nabendynamo entfallen bei dieser Radbeleuchtung.
Ausleuchtung
Bester Scheinwerfer im Test ist der sehr gute Trelock LS 760 I-Go Vision für 99 Euro, gefolgt von dem guten Busch + Müller Ixon Space für 143 Euro. Günstiger und in puncto Licht und Sicht den Premium-Modellen ebenbürtig ist der gute Cateye GVolt50 (37 Euro).
Von sechs Rücklichtern im Test sind fünf gut. Knapp vorn liegt Sigma Blaze für 20 Euro, am günstigsten ist AXA Compactline Rear USB für 12 Euro.
Auf der Suche nach der besten Beleuchtung stehen Radfahrer oft orientierungslos dar, weil vergleichbare Angaben fehlen. Anbieter geben häufig lediglich die Beleuchtungsstärke in Lux an. Der Test der Stiftung Warentest zeigt aber, dass dieser Wert wenig aussagekräftig ist. Denn selbst mit ähnlichen Lux-Werten erzeugen die Scheinwerfer ganz unterschiedliche Leuchtbilder. Um herauszufinden, welches Fahrradlicht die beste Ausleuchtung bietet, ließen die Experten jedes Frontlicht im Test einen dunklen Feldweg erhellen. Für den städtischen Straßenverkehr sind alle Scheinwerfer im Test hell genug – selbst die lichtschwächeren, günstigeren Modelle.
Frontlicht
Mindestens zehn Lux Beleuchtungsstärke schreibt die Straßenverkehrsordnung vor. Mehr als 100 Lux sind möglich – zu entsprechend höheren Preisen. Der Testsieger Trelock LS760 I-Go Vision ist ein 100-Lux-Premium-Modell. 39 Lux bietet der günstigste gute Sigma Aura 35 USB. Weitere vier gute Modelle sind zu Preisen von 31 bis 49 Euro erhältlich. Von zwei Modellen im Test rät die Stiftung Warentest jedoch klar ab: Ihr Lampenglas brach, und ein Modell lief mit Spritzwasser voll.
Rücklicht
Rücklichter sollen Radfahrer sichtbar machen. Im Test schafften das alle sechs Modelle – fünf davon gut, eines befriedigend. Große Unterschiede in einzelnen Prüfungen stellten die Tester dennoch fest. So leuchtete ein Modell im Test lange 22 Stunden, während einem anderen Rücklicht schon nach 5 Stunden der Saft ausging. Zwei Modelle bieten außerdem eine Bremslichtfunktion, die das Rücklicht beim Abbremsen für wenige Sekunden heller erstrahlen lässt.
Einstellung
Laut Gesetz dürfen Radler andere Verkehrsteilnehmer nicht blenden. Das sei bei Rückleuchten meist kein Problem, so die Warentester. Ihr Tipp: Am besten montieren Radler das Hecklicht in einer Höhe von 0,25 bis 1,20 Meter und sorgen dafür, dass weder Taschen noch Mäntel das Licht verdecken.
Um Frontscheinwerfer blendfrei zu justieren, stellt man das Fahrrad in einer Entfernung von fünf Metern vor einer Wand auf. Das Licht ist entweder am Lenker oder am Steuerrohr festgemacht. Diese Höhe vom Boden misst man ab und markiert sie mit Klebeband oder Kreide auf der Wand. Auf halber Höhe davon zum Boden setzt man eine zweite Markierung. Auf diese wird anschließend der hellste Punkt des Scheinwerferstrahls gerichtet. Die Einstellung ist korrekt, wenn dabei kein Licht über die obere Markierung fällt.
