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NWZonline.de Ratgeber Stiftung Warentest

Online-Bewertungen: Sterne strahlen mit falschem Glanz

13.07.2020

Berlin Das Internet ist voller Sterne: Auf Google, Amazon und Co. hängen sie an Hotels, Toastern oder Anti-Faltencreme. Mit den Sternen bewerten Käufer die Qualität von Waren. Längst aber mischen sich unter Rezensionen echter Verbraucher auch Fake-Bewertungen – geschönte Kritiken. Damit polieren einige Händler oder Dienstleister ihre Sterne-Bilanz auf. Top-Bewertungen können sie bei Agenturen im Internet kaufen, zum Beispiel zehn Stück für 99 Euro.

Einflussnahme

63 Prozent der Bewertungen im Test wurden beeinflusst. Bei knapp zwei Dritteln der 42 Rezensionen, die die Warentester für sieben Bewertungs-Agenturen verfasst haben, griffen die Agenturen teils massiv ein. Etwa indem sie auf eine Fünf-Sterne-Bewertung bestanden.

Warentest-Tipps

  Unseriöse Bewertungen erkennen und hilfreiche Rezensionen herausfiltern – so kann es gehen:   Mängel suchen: In den negativen Kritiken nach Übereinstimmungen zu suchen, kann helfen, um eine faktische Schwachstelle zu finden.   Stichwörter eingeben: Über die Suchfunktion in den Kommentaren nach Schlagwörtern fahnden, die einem wichtig sind – etwa „kaputt“, wenn es um die Haltbarkeit geht.   Rezensenten checken: Wie oft und wie gut ein Rezensent bewertet, lässt sich bei Amazon oder Google durch einen Klick auf dessen Profil herausfinden. So lässt sich ein möglicher Agentur-Hintergrund erkennen.   Muster beachten: Häufen sich positive Bewertungen innerhalb kurzer Zeit oder folgen diese prompt auf eine schlechte, könnte getrickst worden sein.   Wörter wälzen: Ungewöhnliche Formulierungen in einer Bewertung kann man auch mal googeln. Taucht derselbe Wortlaut auch bei anderen Produkten auf, kann das ein Indiz für einen Fake sein.

Um einen besseren Blick hinter die Kulissen werfen zu können, haben die Warentester bei sieben Agenturen als Rezensenten angeheuert und Dutzende Bewertungen verfasst – beispielsweise zu Schuhen, Vitaminpillen oder Mausefallen. Die Agenturen fanden die Tester im Internet, jeder kann sich dort als Rezensent registrieren. Die Texte werden oft von Privatleuten für ein kleines Zubrot geschrieben. Mal bekamen sie 0,01 Dollar pro Auftrag, häufig durften sie die Ware behalten oder günstiger kaufen – wenn sie sie überhaupt jemals in Händen gehalten hatten. Denn teilweise mussten die Produkte lediglich anhand eines Fotos rezensiert werden. In 21 Prozent aller Fälle durfte die Ware nicht einmal ausprobiert werden.

Um herauszufinden, ob die Agenturen auch negative Aussagen akzeptieren, haben die Tester bewusst kritische Texte verfasst. Tatsächlich mischten sich die Agenturen bei einem Großteil der Rezensionen ein, unter anderem, um Höchstbewertungen einzufordern. Veröffentlicht wurden die meisten über reguläre Kundenkonten bei Amazon – alles wirkt echt, so Warentest.

Wie leicht sich manipulierte Sterne kaufen lassen, haben die Tester ebenfalls ausprobiert. Ein Internethändler bestellte in ihrem Auftrag bei vier Agenturen Top-Bewertungen für sein Google-Profil. Eine Bewertung kostete um die zehn Euro, verkauft werden sie im Paket, zum Beispiel 10 Bewertungen für 99 Euro. Die erfundenen Kritiken klangen erschreckend echt. Fazit der Tester: Jede noch so glaubwürdig klingende Rezension kann manipuliert sein. Trügerisch seien auch Auszeichnungen wie „Amazon’s Choice“ oder „Bestseller“, weil sie entweder nur nach einem Algorithmus berechnet werden oder Fake-Bewertungen das Ranking beeinflussen.

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