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NWZonline.de Region

„Sturmfest und erdverwachsen . . .“

01.11.2006

HANNOVER Die von Hermann Grote komponierte Hymne soll Geschichte und Landesbewohner beschreiben. Manche ihrer Passagen gelten als nicht mehr zeitgemäß.

Von Martina Steffen HANNOVER - Den Refrain kennen die meisten Menschen von der Nordsee bis zur Weser: „Wir sind die Niedersachsen, sturmfest und erdverwachsen.“ Das ist aber nur ein Teil der insgesamt vier Strophen langen Landeshymne, deren Text heute umstritten ist. Das Niedersachsenlied soll Hymne und Identifikation der niedersächsischen Kultur sein. Es soll die niedersächsische Geschichte und die Landesbewohner beschreiben.

Verfasst und komponiert wurde es um 1926 von Herman Grote. Der Pädagoge und Komponist arbeitete damals an Schulen in Wolfenbüttel und Braunschweig. Ab 1929 war er als Musiklehrer in Braunschweig tätig. Darüber hinaus leitete Grote eine Vielzahl von Chören.

Der Klang des Niedersachsenlieds wird häufig als martialisch, die Geschichtsperspektive als überholt beschrieben. Der zweite Absatz mit Passagen wie „Wo fiel’n die römischen Schergen? Wo versank die welsche Brut? In Niedersachsens Bergen, an Niedersachsens Wut“, der viel Gewalt beinhaltet, gilt längst als nicht mehr zeitgemäß. Vor Blut strotzt die vierte Strophe, die mit „Aus der Väter Blut und Wunden wächst der Söhne Heldenmut. Niedersachsen soll's bekunden: Für Freiheit, Gut und Blut!“ beginnt. Der Refrain „Heil Herzog Widukind Stamm“ ist Widukind, im Volksmund auch Wittekind genannt, gewidmet. Der Herzog der Sachsen wurde um 785 zum Sinnbild des Widerstands gegen Karl den Großen in den Sachsenkriegen.

Der Norddeutsche Rundfunk hatte das Lied Anfang der 90er-Jahre aus seinem Programm verbannt – mit der Begründung, der Text sei faschistoid. Es sind bereits verschiedene geänderte Textversionen entstanden, die jedoch selten aufgeführt werden.

Für Innenminister Uwe Schünemann (CDU) gehört das Niedersachsenlied einfach dazu: „Es wird oft bei der Bundeswehr gesungen, und ich habe es auch auf einer CD im Auto“. Meist werde aber nur die erste Strophe angestimmt. „Die Musik ist schmissig, der Text aber überarbeitungsbedürftig“, sagt Wolfgang Jüttner, Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion. Er hat das Niedersachsenlied bislang kaum gesungen – dazu gebe es wenig Gelegenheiten.

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