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Die Kurden und ihre bewaffneten Organisationen

24.01.2018

Istanbul (dpa) - Die Kurden sind ein Volk von rund 25 Millionen Menschen ohne eigenen Staat. Ihr Siedlungsgebiet ist mit rund 500.000 Quadratkilometern etwa so groß wie Frankreich.

Die meisten Kurden leben in der Türkei (ca. 13 Millionen), im Irak (ca. 4 Millionen, im Iran (ca. 5,7 Millionen) und in Syrien (ca. 1 Million). Weitere Kurden siedeln in Armenien und Aserbaidschan. Besonders in der Türkei, in Syrien und im Norden des Iraks unterhalten Kurden bewaffnete Einheiten.

TÜRKEI: Der gewaltsame Konflikt der türkischen Regierung mit der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK dauert schon mehr als 30 Jahre. Dabei kamen bisher rund 40.000 Menschen ums Leben. Von 1984 an kämpfte die PKK mit Waffengewalt und Anschlägen für einen kurdischen Staat oder ein Autonomiegebiet im Südosten der Türkei. PKK-Führer Abdullah Öcalan sitzt seit 1999 auf der türkischen Gefängnisinsel Imrali in Haft. Die Türkei, die EU und die USA stufen die PKK als Terrororganisation ein. Der syrische Ableger der PKK - die PYD - steht allerdings weder in der EU noch in den USA auf den Listen der Terrororganisationen, was die Türkei kritisiert.

Ein Friedensprozess zwischen der Regierung und der PKK scheiterte im Juli 2015, wofür sich beide Seiten gegenseitig verantwortlich machten. Nach dem Zusammenbruch der Waffenruhe eskalierte die Gewalt wieder. Die Armee ging mit Panzern gegen PKK-Anhänger vor, die sich in den Zentren mehrheitlich kurdischer Städte im Südosten verschanzt hatten. Besonders im Jahr 2016 verübte die PKK-Splitterguppe TAK verheerende Anschläge in Ankara und Istanbul, bei denen auch zahlreiche Zivilisten getötet wurden. Die Regierung geht außerdem gegen die pro-kurdische HDP vor, die sie für den verlängerten Arm der PKK im Parlament hält. Zahlreiche HDP-Abgeordnete wurden inhaftiert.

SYRIEN: Die syrischen Kurden gehören zu den bedeutendsten Kriegsparteien in dem Land. Kämpfer der Kurdenmiliz YPG, die von den USA unterstützt werden, kontrollieren große Teile im Norden Syriens an der Grenze zur Türkei, wo die Kurden eine Selbstverwaltung eingerichtet haben. Die Kurdenpartei PYD und ihre Miliz YPG sind eng mit der kurdischen Arbeiterpartei PKK verbunden, die von der Türkei als Terrororganisation eingestuft wird. Das Bündnis der Syrischen Demokatischen Kräfte (SDF), das von der YPG geführt wird, hatte mit US-Unterstützung zuletzt große Erfolge im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat errungen. Unter anderem eroberten sie die ehemalige IS-Hochburg Al-Rakka.

IRAK: Von den etwa 39 Millionen Einwohnern des Iraks sind rund 15 bis 20 Prozent Kurden. Sie stellen neben den arabischen Schiiten und Sunniten die dritte große Volksgruppe im Land. Die meisten Kurden leben in einer Autonomieregion im Norden des Landes, in der sie auch ihre eigenen Streitkräfte, die Peschmerga, stellen. Diese wurden im Kampf gegen den IS von der Bundeswehr trainiert und auch mit Waffen ausgestattet. In ihrer Hauptstadt Erbil haben die Kurden ein eigenes Parlament und eine eigene Regierung. Nach einem umstrittenen Unabhängigkeitsreferendum der Kurden kam es im vergangenen Jahr allerdings zu schweren Spannungen mit der Zentralregierung in Bagdad.

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