Acapulco/Dubai - Alexander Zverev gab wieder einmal den Bad Boy, Roger Federer schrieb das nächste Kapitel seiner märchenhaften Erfolgsgeschichte: Während Deutschlands bester Tennisprofi in Acapulco das Finale gegen Nick Kyrgios und auch wieder mal seine Nerven verlor, feierte der 37-jährige Schweizer Maestro in Dubai seinen umjubelten 100. Turniersieg. Durch das 6:4, 6:4 gegen den Griechen Stefanos Tsitsipas ist Federer der zweite Spieler im „100er Club“ – mehr Titel auf der ATP-Tour hat nur Jimmy Connors (USA/109) gewonnen.

In Feierlaune war Alexander Zverev im mexikanischen Urlaubsort am Pazifik nicht. Der 21-Jährige wütete vielmehr wie zu besten Zeiten: Erst warf er den Schläger und zerbrach ihn, dann pöbelte er auch noch Richtung Gegner. Die Quittung: Pfiffe der Fans.

Sportlich stand der Weltranglistendritte ebenfalls mit leeren Händen da. Beim 3:6, 4:6 gegen den Australier Kyrgios wurden ihm seine spielerischen Grenzen aufgezeigt. „Ganz ehrlich, er hat den Sieg wirklich verdient. Er ist der richtige Champion in dieser Woche“, sagte Zverev nach der Partie wieder handzahm. Zumindest dafür holte sich der Hamburger einige Sympathiepunkte beim Publikum zurück.

Federer strahlte derweil nach seinem achten Turniersieg in Dubai mit der Sonne über dem Persischen Golf um die Wette. „Heute ist ein Traum wahr geworden“, sagte Federer: „Es war eine unglaubliche Woche für mich.“ Für Federer war der Erfolg über Tsitsipas jedoch mehr als nur ein statistischer Meilenstein. Er revanchierte sich an seinem 17 Jahre jüngeren Gegner für die bittere Niederlage im Achtelfinale der Aus-tralian Open und bewies, dass auch im Jahr 2019 und im beinahe biblischen Tennisalter weiter mit ihm zu rechnen ist.

Schwacher Trost für Tsitsipas: Als erster Grieche wird er ab diesen Montag zu den Top zehn der Weltrangliste gehören. Dort klettert sein Bezwinger um drei Plätze nach oben auf Rang vier, direkt hinter Alexander Zverev.