London - Boris Becker hatte es prophezeit, und Angelique Kerber (26) enttäuschte den Altmeister nicht: Nach ihrer erfolgreichen dritten Runde misst sich die beste deutsche Tennisspielerin an diesem Montag im Achtelfinale mit der Russin Maria Scharapowa – und sie hat „nichts zu verlieren“. Sabine Lisicki hinkt hingegen noch hinterher. Die vorjährige Finalistin will nach dem Regen-Abbruch am Sonnabend ihren Satzvorteil nutzen und gegen die frühere Weltranglisten-Erste Ana Ivanovic ebenfalls in die Runde der letzten 16 einziehen.
„Das sind die Hoffnungsschimmer. Ich bin froh, dass wir sie haben. Dann findet Tennis in Deutschland auch in der zweiten Woche statt“, sagte Djokovic-Coach Becker auch mit Blick auf Andrea Petkovic, die jedoch in der dritten Runde an der Kanadierin Eugenie Bouchard deutlich scheiterte (3:6, 4:6).
Als erste und dritte Partie auf Court Nummer 1 sind an diesem Montag (14 Uhr/Sky) Lisickis und Kerbers Duelle angesetzt. Bei 6:4, 1:1 fängt die Berlinerin gegen Ivanovic wieder an. Allen Unkenrufen um ihre Formkrise zum Trotz entschied Lisicki den ersten Satz am verregneten Sonnabend für sich. Im Londoner Schmuddelwetter war Kerber mit einem 3:6, 6:3, 6:2 gegen die letztjährige Halbfinalistin Kirsten Flipkens aus Belgien weitergekommen und erwartet gegen die French-Open-Siegerin Scharapowa nun „ein interessantes Match“. Fünfmal haben sich die beiden bislang duelliert, nur einmal hieß die Siegerin Kerber. Noch nie standen sich die beiden allerdings auf Rasen gegenüber.
Nicht auf Court 1, sondern auf dem Centre Court, in seinem „Wohnzimmer“, wird Becker unterdessen in der Spieler-Box sitzen. Der topgesetzte 27-jährige Djokovic ist in seinem Achtelfinale gegen den gefährlichen Franzosen Jo-Wilfried Tsonga gefordert. „In der Players’ Box saß ich noch nie, von daher ist das auch etwas Neues für mich“, erklärte Becker.
Erstmals tritt der dreimalige Wimbledon-Sieger als Coach des Serben an der Church Road auf. Dort kommen all die schönen Momente zurück, die vielen Erinnerungen an die Begegnungen, mit denen er einst die Zuschauer fesselte. Unvergessen bleibt, wie er als 17-Jähriger im Sommer 1985 zum wohl berühmtesten Wimbledon-Sieger aller Zeiten aufstieg.
Die Zeiten zurückdrehen, das möchte der 46-jährige Becker aber nicht. „Oh nein! Ich bin froh, dass ich nicht mehr spielen muss“, sagt er. Der Trainerjob mache ihm Spaß. Noch immer sei Tennis seine „große Liebe“, seine „Leidenschaft“.
