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NWZonline.de Sport Tennis

Der Unsinn mit dem Pepitahut

28.11.2009

FüSSEN Xaver Unsinn wird ein Achtziger, aber eine große Party wie vor fünf Jahren wird es nicht geben. „Wir feiern im engsten Kreis“, sagt Ehefrau Ilona. Der erfolgreichste deutsche Eishockeytrainer wird seinen 80. Geburtstag an diesem Sonntag nicht bei bester Gesundheit feiern können. „Er ist etwas angeschlagen, aber so geht es ihm ganz gut“, erzählt seine Frau.

Unsinn selbst gibt keine Interviews mehr. „Früher hat er viel geredet, heute sagt er nach zehn Minuten: Nun ist Schluss“, sagt Alois Schloder. Der Ex-Nationalspieler hat regelmäßig Kontakt zu seinem Trainer und gratuliert ihm am Sonntag persönlich.

Bronzeschmied und Meistertrainer – auch dank seines unverwechselbaren Allgäuer Akzents hat „Mister Eishockei“ ein halbes Jahrhundert deutsche Eishockey-Geschichte geprägt. „Xaver Unsinn ist die Figur im deutschen Eishockey schlechthin“, sagt Generalsekretär Franz Reindl vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB).

Auf das geliebte Golfspiel (Handicap 20) muss Unsinn inzwischen verzichten, doch bei den Spaziergängen vor seiner Haustür in Hopfen am See in Füssen liegt ihm das Paradies zu Füßen – die Allgäuer Berge, davor die Königsschlösser und der Hopfensee. „Er ist langsam, aber mit zwei Skistöcken geht das ganz gut“, sagt Frau Ilona.

Unsinn, der seinen Sport so gut wie kein anderer verkaufen konnte und sich immer gern ins Rampenlicht drängte, mochte zuletzt keinen großen Rummel mehr. Der Mann mit dem Pepitahut als unverwechselbares Markenzeichen pflegt aber nach wie vor engen Kontakt zu den Altstars. So waren die „Jungs von Innsbruck“ wie Schloder und Erich Kühnhackl natürlich beim 75. Geburtstag in Unsinns Haus zu Gast und berichteten über alte Zeiten. Auch Sonntag, erzählt Ilona Unsinn, werde „der eine oder andere Spieler“ kommen.

Unsinn, der als Einzelkind die Gemeinschaft suchte und deshalb das Eishockey seinen anderen Lieblingssportarten Skilaufen und Tennis vorzog, zählt die acht deutschen Meisterschaften als Spieler mit dem EV Füssen, die Bronzemedaille von Innsbruck und den glänzenden Auftritt des Nationalteams bei Olympia 1988 in Calgary zu den Ereignissen, die ihn am nachhaltigsten beeindruckt und geprägt haben. Auch die WM 1989 in Schweden, wo man um Haaresbreite dem Abstieg entging, gehört dazu.

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