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NWZonline.de Sport Tennis

Ohne Kerber und Görges: Tennis-Damen wollen neuen Coup

06.02.2019

Braunschweig (dpa) - Ohne ihre beiden Topspielerinnen Angelique Kerber und Julia Görges wollen Deutschlands Tennis-Damen im Fed Cup gegen Weißrussland für eine erneute Überraschung sorgen und den Coup von Minsk wiederholen.

Fast genau ein Jahr nach dem 3:2 in der weißrussischen Hauptstadt geht die Auswahl des Deutschen Tennis Bundes an diesem Wochenende in der Braunschweiger Volkswagen Halle wieder als Außenseiter in die Partie. Chancenlos sieht Teamchef Jens Gerlach seine Mannschaft aber nicht. "Man hat vor einem Jahr gesehen, was im Fed Cup möglich ist", sagte Gerlach.

Dass in Kerber und Görges seine beiden Spitzenleute erneut abgesagt haben, weil sie in der kommenden Woche beim WTA-Turnier in Doha spielen wollen, hat Gerlach längst abgehakt. "Natürlich ist jeder Coach enttäuscht, wenn die besten Spielerinnen absagen. Aber mit dem Zeitpunkt der Absage habe ich das Thema bereits ausgeblendet. Mein ganzer Fokus gilt den fünf Mädels, die hier sind", sagte der 45-Jährige über Tatjana Maria, Andrea Petkovic, Laura Siegemund, Mona Barthel und Doppelspezialistin Anna-Lena Grönefeld.

Bislang gefällt Gerlach, was er von seinen Spielerinnen in den Trainingseinheiten auf dem blauen Hartplatz zu sehen bekommen hat. "Alle Spielerinnen sind fit und motiviert, ich habe ein sehr gutes Gefühl", sagte Gerlach, der in seine zweite Saison als Teamchef geht. Wer gegen das favorisierte Weißrussland die ersten beiden Einzel am Samstag bestreiten wird, ließ Gerlach noch offen. "Im Moment sammle ich noch Eindrücke." Die Auslosung ist am Freitag.

Einiges spricht dafür, dass Maria und Petkovic am ersten Tag zum Einsatz kommen. Maria gewann im vergangenen Jahr ihr erstes Turnier auf der WTA-Tour und war im Februar 2018 maßgeblich am Erfolg in Minsk beteiligt. Petkovic zeigte in der zweiten Jahreshälfte wieder starke Leistungen und hat zudem die meiste Erfahrung im Team.

Allerdings hat die Darmstädterin an ihren letzten Fed-Cup-Einsatz auf Hawaii keine guten Erinnerungen. Damals trug sie eine gehörige Portion Mitschuld an der Niederlage gegen die USA. Für Gerlach spielt das aber keine Rolle. "Ich bin erst seit einem Jahr Teamchef und die alten Kamellen lassen wir mal außen vor." Er will in den kommenden Tagen auch genau schauen, wie sich die Weißrussinnen im Training präsentieren.

Vom Ranking her ist der Finalist von 2017 Favorit. Schließlich kann Trainerin Tatiana Poutchek in der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Victoria Asarenka, der Weltranglisten-Neunten Aryna Sabalenka und Alexandra Sasnowitsch ihr bestes Team aufbieten. Allerdings traf Sabalenka erst am Mittwoch in Braunschweig ein, Asarenka kommt sogar erst am Donnerstag.

Die deutschen Damen sind schon seit Montag beisammen. Gerlach will in dieser Woche wieder eine verschworene Gemeinschaft bilden: "Es geht nur über das Team." Im vergangenen Jahr war der große Zusammenhalt der Schlüssel zum Erfolg. "Wir wollen uns am Samstag eine gute Ausgangslage erarbeiten und dann am Sonntag die Halle zum brennen bringen", beschrieb Gerlach die Marschroute.

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