Paris - 84 Jahre nach dem bislang einzigen deutschen Mixed-Triumph von Paris darf sich Anna-Lena Grönefeld nun French-Open-Siegerin nennen. Das einstige Einzel-Talent triumphierte fünf Jahre nach dem Wimbledon-Sieg im gemischten Doppel am Donnerstag auch im Stade Roland Garros. „Das nach so langer Zeit wieder zu schaffen, ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte Grönefeld nach dem Erfolg gegen ihre Freundin und Doppelpartnerin Julia Görges. Nur Cilly Aussem hatte 1930 zuvor für einen deutschen Erfolg gesorgt.
Grönefeld und der Niederländer Jean-Julien Rojer siegten 4:6, 6:2, 10:7 gegen Görges und den Serben Nenad Zimonjic. Die Bad Oldesloerin verpasste ihren ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier. Zimonjic wäre der erste Mann mit drei French-Open-Siegen im Mixed geworden.
Grönefeld strahlte in der Sonne von Paris. Die kleine Trophäe soll bei der in Saarbrücken lebenden Nordhornerin einen Ehrenplatz neben dem Wimbledon-Pokal bekommen, wie Grönefeld einen Tag nach ihrem 29. Geburtstag ankündigte.
Die Fed-Cup-Spielerin war 2003 Junioren-Siegerin in Paris, zog dort 2006 ins Einzel-Viertelfinale ein, entschied nach schweren Zeiten vor einigen Jahren aber, nur noch Doppel zu spielen. „Ich habe es nie bereut. Seitdem bin ich ein glücklicherer Mensch“, erklärte sie. Die einstige Weltranglisten-14. gehört weiter zum deutschen Fed-Cup-Team und zog im April in Australien mit ins Finale ein. „Das hört sich alles sehr schön an“, sagte Grönefeld angesichts ihrer Erfolge. Sie könne eines Tages erhobenen Hauptes aufhören und sagen, dass sie eine gute Karriere hatte.
Fast wäre sie im Mixed in Paris nicht dabei gewesen, weil sie lange keinen Partner fand – bis Rojer nickte. Die beiden gingen ohne gemeinsames Training in ihr erstes Match und wehrten im Halbfinale drei Matchbälle ab.
Andrea Petkovics Titeltraum ist derweil geplatzt. Die Weltranglisten-27. aus Darmstadt verlor das erste Grand-Slam-Halbfinale ihrer Karriere mit 2:6, 6:7 (4:7) gegen die an Position vier gesetzte Simona Halep. Nach 1:30 Stunden verwandelte Halep ihren ersten Matchball und trifft im Finale auf die Russin Maria Scharapowa. „Ich bin natürlich sehr enttäuscht, weil ich viele Chancen hatte und sie nicht nutzen konnte“, sagte Petkovic, fügte aber auch hinzu: „Ich weiß aber nun, woran ich arbeiten muss. Das ist erst der Beginn der Geschichte.“
