HANNOVER - Tennisprofi Nicolas Kiefer hat seine Karriere beendet. „Ich mache etwas ganz oder gar nicht. Halbherzigkeit ist nicht mein Ding“, sagte der 33-Jährige.
Die Geburt seiner Tochter Mabelle Emilienne am 11. August sei ein Meilenstein in seinem Leben gewesen: „Ich möchte sie abends beim Einschlafen und morgens beim Aufwachen sehen, ich möchte keinen Entwicklungsschritt versäumen“, sagte Kiefer. Zudem hätte er nach einer langen Verletzungspause „2011 bei null wieder anfangen müssen, und der Weg zurück wäre sehr hart geworden“. Dazu sei er einfach nicht mehr bereit gewesen. Seit seiner Erstrunden-Niederlage gegen den Spanier David Ferrer im Juni dieses Jahres in Wimbledon hat Kiefer nicht mehr auf der ATP-Tour gespielt.
Nicolas Kiefer galt einst als das größte deutsche Talent nach Boris Becker und Michael Stich. 1995 war er die Nummer zwei der Junioren-Weltrangliste, er gewann die Nachwuchs-Turniere in Melbourne und New York und stand in Paris und Wimbledon jeweils im Halbfinale.
Das Jahr 1999, in dem er in seiner Heimatstadt Hannover das Halbfinale der ATP-WM gegen Pete Sampras knapp verlor, beendete Kiefer als Nummer sechs der Welt und damit als dritter Deutscher nach Boris Becker und Michael Stich unter den besten Zehn. Im Januar 2001 war er die Nummer vier, es blieb die beste Position seiner Karriere.
Kiefer gewann in den 14 Jahren seiner Karriere insgesamt sechs Titel, jagte allerdings seit seinem Erfolg im Oktober 2000 in Hongkong vergeblich einem Turniersieg hinterher. Sein bestes Ergebnis bei Grand-Slam-Turnieren war 2006 das Halbfinale bei den Australian Open. In Wimbledon (1997) und bei den US Open (2000) stand er jeweils im Viertelfinale, bei den French Open in Paris schaffte er es lediglich bis ins Achtelfinale (2005). Dem Tennis will er „in beratender Funktion“ erhalten bleiben.
