Buenos Aires - Mit so einem freundlichen Empfang hatten Philipp Kohlschreiber (29) und seine Tennis-Kollegen nun wirklich nicht gerechnet. Argentinische Schulkinder auf Klassenausflug und interessierte Tennis-Kids applaudierten in Buenos Aires beim Training des deutschen Davis-Cup-Teams nicht nur für gelungene Schläge. Kohlschreiber bekam von den Rängen des 14 000 Fans fassenden Stadions im Parque Roca während einer Pause gar einen Extrabeifall.

Nicht nur wegen der herzlichen Begrüßung ist Kohlschreiber in den Tagen vor dem schweren Erstrundenspiel in Argentinien die Freude über die Rückkehr ins deutsche Team nach einjähriger Abstinenz anzumerken. Nach den internen Querelen mit dem Teamchef-Wechsel von Patrik Kühnen zu Carsten Arriens ist die deutsche Nummer eins „umso heißer, wieder für mein Land zu spielen“. Bei der Sommerhitze von 35 Grad soll Kohlschreiber zudem mit Christopher Kas auch im Doppel antreten.

Als ein argentinischer Journalist wissen wollte, warum es für Kohlschreiber unter einem neuen Kapitän nun kein Problem mehr sei, wieder für Deutschland anzutreten, konnte sich Teamkollege Florian Mayer ein Kichern nicht verkneifen. Vor einem Jahr in Bamberg hatte der Ärger beim 1:4 gegen die Argentinier begonnen. Thomas Haas kritisierte öffentlich Kohlschreibers Fehlen wegen einer Erkrankung und bekam Unterstützung von Kühnen. Im dann monatelangen Hin und Her initiierte Kohlschreiber die Ausbootung von Kühnen als Teamchef beim World Team Cup, dieser wiederum verzichtete nach einem vorangegangenen Gespräch beim Relegationsspiel gegen Australien auf Kohlschreiber.