Melbourne - Losglück für Angelique Kerber und Co., starke Gegner für die deutschen Männer: Nach der Zeremonie im Melbourne Park konnten am Freitag nur die deutschen Tennis-Frauen den an diesem Montag beginnenden Australian Open mit einem guten Gefühl entgegenblicken. Die deutsche Nummer eins und ihre neun weiteren für das Hauptfeld qualifizierten Kolleginnen erwischten durchweg lösbare Aufgaben für die erste Runde beim Grand-Slam-Auftakt.

„Damit kann man gut leben“, sagte Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner nach einem ersten Blick auf das Turnier-Tableau. Kerber bekommt es am Dienstag zunächst mit der Japanerin Misaki Doi zu tun, gegen die sie bislang in drei Partien noch nie verloren hat. „Das ist in Ordnung, man darf sie aber nicht unterschätzen. Sie ist genau wie ich Linkshänderin, das ist immer ein bisschen ungewohnt“, sagte die Kielerin. Erst im Viertelfinale würden in der spanischen Weltranglisten-Dritten Garbiñe Muguruza oder der wiedererstarkten Victoria Asarenka aus Weißrussland schwere Brocken warten.

Am Freitag trainierte sie mit ihrer Freundin und Fed-Cup-Kollegin Andrea Petkovic. Beide zeigten sich in guter Verfassung. Während Kerber in Melbourne erst am Dienstag und damit einen Tag nach ihrem 28. Geburtstag ins Geschehen eingreift, ist Petkovic bereits zum Auftakt am Montag gefordert. Die Darmstädterin trifft auf Jelisaweta Kulitschkowa aus Russland und geht ebenfalls als klare Favoritin in die Partie. „Alles gut“, sagte sie bestens gelaunt .

Sabine Lisicki, die dritte gesetzte Deutsche, spielt in der ersten Runde gegen die Tschechin Petra Cetkovska, Julia Görges hat gegen Andreea Mitu (Rumänien) ebenfalls beste Aussichten aufs Weiterkommen. Ein Debakel wie im vergangenen Jahr, als Kerber, Lisicki und Petkovic allesamt in der ersten Runde rausflogen, dürfte es für die deutschen Tennis-Frauen dieses Mal im Normalfall also nicht geben.

Den krisengeschüttelten deutschen Männern droht dagegen ein kollektives frühes Scheitern. Vor allem Nachwuchshoffnung Alexander Zverev erwischte es knüppeldick. Der 18-jährige Hamburger trifft am Dienstag auf den Weltranglisten-Zweiten Andy Murray (Großbritannien), gegen den er zu Beginn des Jahres bereits beim Hopman Cup verloren hatte.

Die deutsche Nummer eins Philipp Kohlschreiber geht gegen den an den Nummer sieben gesetzten Kei Nishikori (Japan) am Montag ebenfalls als Außenseiter in die Partie. Das leichteste Los erwischte Benjamin Becker in dem Israeli Dudi Sela. Dafür droht dem Davis-Cup-Profi im Falle eines Weiterkommens in der zweiten Runde ein Duell mit dem Spanier Rafael Nadal.