LONDON - Anna-Lena Grönefeld strahlte über das ganze Gesicht, Mark Knowles konnte sich gar nicht mehr einkriegen vor Begeisterung über seine junge deutsche Partnerin: „Sie hat mich zu meinem ersten Titel in Wimbledon geführt, sie hat die gesamten zwei Wochen fantastisch gespielt.“ 7:5, 6:3 gewann das Duo im Finale auf dem Centre Court gegen die an Nummer eins gesetzten Cara Black/Leander Paes (Zimbabwe/Indien).

Die Kombination aus Nordhorn und den Bahamas darf sich nun „Wimbledonsieger“ nennen. Zwar „nur“ im Mixed, aber das kratzt niemanden: „Das kann mir niemand mehr nehmen, es ist unglaublich“, sagte Grönefeld erfreut: „Dies ist das Turnier, das man einmal gewinnen will.“

Spät in der Nacht machten sie sich auf zum Champions Dinner, um im Kreis der ganz Großen zu feiern. „Ich hatte mir vorher schon ein schönes Kleid ausgesucht“, verriet Grönefeld.

Entstanden ist das Mixed aus einer Internetbekanntschaft. Irgendwann zu Jahresbeginn kam diese Anfrage auf ihrer Facebook-Seite im Internet. In diesem quasi öffentlichen Tagebuch kann man Kontakte knüpfen, seine Interessen darstellen oder auch nur mitteilen, dass man seinen Kaffee gerne mit Karamell trinkt.

Mark Knowles, der einer der besten Doppelspieler überhaupt ist, sandte über dieses Portal seinen Antrag an Anna-Lena, die er für eine der besten Doppelspielerinnen überhaupt hält. „Ich habe natürlich sofort zugesagt“, meint die 24-Jährige.

Im Einzel hat die ehemalige Top-20-Spielerin immer wieder mal den Hang, völlig den Faden zu verlieren, wenn ein, zwei Schläge misslingen. Im Doppel kann sie ein Partner auffangen. Das braucht sie anscheinend: „Es ist immer schön, wenn man jemanden an seiner Seite hat, der einen auch mal aufrafft.“ Mit dem erfahrenen Knowles stimmt die Chemie auf dem Platz offenbar. Bei den French Open kamen beide bereits miteinander bis ins Halbfinale, in Wimbledon folgte nun die Krönung.

Deshalb hat auch Anna-Lena Grönefeld ab sofort ihren Platz in den Tennis-Geschichtsbüchern sicher. Deutsche Mixed-Sieger in Wimbledon gab es zuletzt 1933. Damals gewannen Hilde Krahwinkel und Gottfried von Cramm, der an diesem Dienstag 100 Jahre alt geworden wäre, den Titel.