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NWZonline.de Sport Tennis

Tennis-Queen gönnt sich Auszeit

17.07.2018

London Gespielt wurde Chris de Burghs Klassiker „Lady in Red“, und Angelique Kerber, im langen roten Abendkleid, ließ sich nicht zweimal bitten. Strahlend drehte sich Deutschlands beste Tennisspielerin mit Novak Djokovic auf der Bühne.

Dabei ist die Tradition des Tanzens beim Champions Dinner in Wimbledon eigentlich schon lange abgeschafft. Doch der serbische Rasen-König forderte die Kielerin auf – unter Oh und Ah aus dem Publikum – und verbeugte sich anschließend vor der ersten deutschen Wimbledonsiegerin seit Steffi Graf vor 22 Jahren. „Das hier“, sagte Kerber, „ist einer der speziellsten Abende meiner Karriere. Ich kann es immer noch nicht glauben, ich brauche sicher noch ein paar Tage.“

Nach Rindercarpaccio, Heilbutt und zum Nachtisch Erdbeeren verabschiedete sich die 30-Jährige nach Mitternacht aus der Londoner Guildhall. Die Sieger-Schale wurde ihr abgenommen, eine kleinere Replika nimmt sie mit. „Die gebe ich auch nicht mehr her“, sagte die gebürtige Bremerin. Was jetzt als Nächstes kommt? „Der Nächste“, antwortete Kerber – und meint wohl den nächsten Titel.

Sie hat die Australian Open gewonnen, sie hat sich Olympia-Silber in Rio gesichert, sie hat den Sprung zur Nummer eins geschafft, sie hat bei den US Open triumphiert. Und nun ist sie die erste deutsche Wimbledonsiegerin in diesem Jahrtausend – und hat dem Tennis hierzulande einen großen Gefallen getan.

Das jedenfalls glaubt Dirk Hordorff, Vizepräsident Sport im Deutschen Tennis Bund (DTB). „Wimbledon ist das am meisten wahrgenommene Turnier“, sagte Hordorff: „Ein Wimbledonsieg holt auch die zurück, die sonst nur über die alten Zeiten reden.“ Zumal Hordorff keine Spielerin sieht, die Kerber in den kommenden Wochen und Monaten so richtig gefährlich werden könnte: „Bei den US Open ist sie sicher die Favoritin, ich würde keine vor ihr nennen.“ Und auch den Sieg bei den French Open, der Kerbers Karriere-Grand-Slam komplettieren würde, traut Hordorff seiner Nummer eins, die in der Welt nun wieder die Nummer vier ist, zu: „Das ist zwar schwierig, aber nicht ausgeschlossen.“

So ganz wird Kerbers Wimbledonsieg das Rad nicht zurückdrehen können. Im Schnitt 2,28 Millionen sahen am Samstag das Finale live im ZDF, das wirkt auf den ersten Blick bescheiden. Auf den zweiten Blick jedoch ist es in Verbindung mit einem Marktanteil von 13,6 Prozent durchaus als kleiner Erfolg zu werten. Dazu hat Kerber über die reine TV-Zuschauerzahl hinaus einiges für die Popularität ihres Sport bewirkt, durch ihren Wimbledon-Triumph war Tennis plötzlich sogar in der Tagesschau ein großes Thema.

„Wir stehen am Anfang eines kleinen Booms“, sagte Hordorff und verwies in dem Zusammenhang auch auf den Weltranglistendritten Alexander Zverev: „Es tut sich was im deutschen Tennis.“

Kerber gönnte sich derweil am Montag zunächst eine kurze Stippvisite bei den Großeltern in Polen, ehe sie an diesem Dienstag zu einer Pressekonferenz bei einer ihrer Sponsoren in Stuttgart erwartet wird. So viele freie Tage „wie möglich“ will die Tennis-Queen mit ihrem Trainer Wim Fissette aushandeln, bevor sie wieder mit dem Training beginnt.

Danach ist die 30-Jährige zu neuen sportlichen Großtaten bereit. „Aufhören ist ganz weit weg. Das ist überhaupt kein Thema“, sagte Kerber. Ihren nächsten Turnier-Auftritt hat sie für Anfang August in Montreal geplant. Die US Open, bei denen sie in ihrer Frust-Saison 2017 in der ersten Runde gescheitert war, beginnen am 27. August.

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