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NWZonline.de Sport Tennis

Kerber-Krise spitzt sich zu

19.10.2017

Luxemburg /Moskau /Frankfurt Angelique Kerber wollte nur noch weg. Genervt flüchtete die topgesetzte Kielerin nach der jüngsten Enttäuschung vom Centre Court im CK Sportcenter des Großherzogtums Luxemburg. Ihre neunte Auftaktniederlage 2017 musste der zweimaligen Grand-Slam-Siegerin vorgekommen sein wie ein Abriss ihrer verkorksten Saison. Tristesse im Zeitraffer sozusagen.

87 Minuten, vereinzelte Lichtblicke, aber auch viele vergebene Chancen – und am Ende stand in der Ortschaft Kockelscheuer ein 3:6 und 4:6 in der Neuauflage des olympischen Finals von 2016 gegen Monica Puig. Die Puerto-Ricanerin ist in der Weltrangliste 58 Ränge hinter Kerber (Nummer elf) platziert. Auch Boris Becker scheint die andauernde Krise der Kielerin zu beschäftigen. Becker, der seit Kurzem für den gesamten Herrenbereich des Deutschen Tennis Bundes (DTB) zuständig ist, appellierte deshalb erneut an die 29-Jährige. „Ich würde mir wünschen, dass Angelique ein paar Sätze mit Steffi Graf wechselt“, sagte er, und das sogar schon wenige Stunden vor Kerbers jüngstem Rückschlag. Vor ein paar Wochen hatte er bereits in einem Interview angeregt, dass Kerber den Kontakt zur Tennis-Ikone wieder aufnehmen solle. Zwecks Hilfestellung in einer vertrackten Situation, die man kurz und bündig so zusammenfassen könnte: kein Selbstvertrauen, keine Siege – keine Siege, kein Selbstvertrauen.

„Es wäre deshalb in der Saisonpause ein kluger Schritt, vielleicht sogar mal zu Steffi nach Las Vegas zu reisen und eine Woche mit ihr zu verbringen. Angie müsste dabei den ersten Schritt machen“, meinte Becker jüngst und fügte an: „Aber ich glaube, es wäre ein guter erster Schritt.“ In der Vergangenheit hatte sich Kerber schon vereinzelt Ratschläge von Graf vor Ort im Spielerparadies geholt.

Kerber darf trotz des frühen Ausscheidens in Luxemburg auf die Qualifikation für die WTA Elite Trophy in Zhuhai (30. Oktober bis 5. November) hoffen, die das Saisonende beschließt. In der chinesischen Touristenstadt sind zwölf Teilnehmerinnen am Start. Und zwar die elf Profis, die am Stichtag (25. Oktober) in der Race-Wertung auf Rang neun bis 19 notiert sind – plus entweder die Nummer 20 oder eine Spielerin mit Wildcard. Auch zwei Ersatzspielerinnen wird es geben.

Besser lief es indes für Julia Görges und Carina Witthöft. Fed-Cup-Spielerin Görges erreichte beim Kremlin Cup in Moskau ebenso das Viertelfinale wie Witthöft beim Turnier in Luxemburg. Andrea Petkovic musste im Großherzogtum ihr Achtelfinale gegen die Niederländerin Kiki Bertens beim Stand von 2:6, 1:2 vorzeitig beenden.

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