MELBOURNE - Die Tennisspieler Novak Djokovic und Rafael Nadal lieferten sich in Melbourne das längste Grand-Slam-Finale der Geschichte. 5:53 Stunden boten der Serbe und der Spanier in der Rod Laver Arena eines der besten Matches der Historie, ehe Djokovic seinen Titel bei den Australian Open um 1.37 Uhr am Montagmorgen (Ortszeit) mit 5:7, 6:4, 6:2, 6:7 (5:7), 7:5 erfolgreich verteidigte. „Das war der größte Sieg meiner Karriere“, sagte der Gewinner.

Der Weltranglisten-Erste sank nach seinem verwandelten Matchball völlig erschöpft zu Boden. Im nächsten Moment schoss dem 25-Jährigen aber schon wieder das Adrenalin durch den Körper. Djokovic riss sich das T-Shirt vom Leib und brüllte Freude, Erleichterung und Erschöpfung heraus. Dann warf er sich auf die Knie und ließ sich von den 15 000 Fans feiern. Insgesamt kamen im Turnierverlauf 686 006 Zuschauer in den Melbourne-Park. Das bedeutete einen Zuschauerrekord.

Bei der Siegerehrung wurden den Finalisten Stühle gereicht, auf denen sie zusammensackten. „Wir haben heute Geschichte geschrieben. Leider konnte es nur einen Sieger geben“, sagte Djokovic.

Das bislang längste Finale bei einem Grand-Slam-Turnier zwischen Mats Wilander und Ivan Lendl 1988 bei den US Open dauerte 4:54 Stunden. Djokovic erhielt 1,86 Millionen Euro für seinen insgesamt fünften Grand-Slam-Erfolg und dritten Triumph in Melbourne nach 2008 und 2011. Es war sein dritter Major-Sieg in Serie.

Die beiden derzeit besten Spieler der Welt lieferten sich einen hochklassigen, jede Sekunde unglaublich intensiven Fight. Beide zeigten, warum sie derzeit für alle unerreichbar sind.

Zunächst wirkte Nadal frischer. Nach 1:20 Stunden verwandelte der Spanier seinen dritten Satzball. Als die Partie gegen Ende des vierten Satzes wegen Regens für rund zehn Minuten unterbrochen werden musste, um das Dach über der Arena zu schließen, hallten „Rafa, Rafa“-Sprechchöre durch das Stadion. Fast alle der rund 15 000 Zuschauer wollten einen fünften Satz sehen – und den bekamen sie auch.

Im Tiebreak verwandelte Nadal seinen ersten Satzball. Doch dem Serben gelang zum 6:5 im fünften Durchgang das entscheidende Break, auf das selbst Nadal keine Antwort mehr hatte.

Das Frauen-Finale zwischen Victoria Asarenka (Weißrussland) und Maria Scharapowa (Russland) war dagegen eine eindeutige Angelegenheit. Lediglich 82 Minuten benötigte Asarenka für ihren Triumph (6:3, 6:0).

Vor rund einem Jahr hatte Asarenka noch kurzzeitig an ein Karriereende gedacht. Ihre Oma hielt sie aber davon ab. „Sie hat immer hart gearbeitet. Sie ist der Mensch, der mich am meisten inspiriert hat“, sagte die 22-Jährige nach ihrem Sprung auf Platz eins der Weltrangliste.