MELBOURNE - Ein deutsches Tennis-Quartett sorgt bei den Australian Open für Aufsehen und steht in der Hitze von Melbourne vor heißen Matches. Die Fed-Cup-Aspirantinnen Angelique Kerber und Julia Görges sowie Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer siegten am Mittwoch souverän. Doch in der dritten Runde kommt es knüppeldick: Kohlschreiber muss gegen Titelverteidiger Rafael Nadal ran, Mayer bekommt es mit US-Open-Sieger Juan Martin del Potro zu tun, Kerber trifft auf die zweimalige Grand-Slam-Siegerin Swetlana Kusnezowa und Görges muss sich noch in Runde zwei US-Open-Finalistin Caroline Wozniacki erwehren.
„Ich muss schon einen guten Tag erwischen, um mitspielen zu können“, sagte Kohlschreiber ungewohnt zurückhaltend. Zur Vorbereitung auf das Spiel gegen Nadal war das Zweitrundenmatch gegen Wayne Odesnik perfekt. Zum einen machte ihm der Amerikaner den 6:4, 3:6, 6:3, 6:2-Erfolg schwer, zum anderen ist Odesnik wie Nadal Linkshänder.
Der Aufschwung der deutschen Tennisfrauen kommt gerade recht. Nach der Absage von Sabine Lisicki für den Weltgruppen-Auftakt in Tschechien legten Görges und Kerber ihre Bewerbung für die Partie (6. und 7. Februar) in Brünn vor. Die Kielerin Kerber bezwang die an 26 gesetzte Französin Aravane Rezai 6:2, 6:3, Julia Görges schlug die Österreicherin Tamira Paszek 6:0, 3:6, 6:3.
Florian Mayer fühlte sich beim 4:6, 6:4, 7:6 (7:2), 6:1 gegen den Serben Viktor Troicki wie in Trance. „Das kommt nicht häufig vor“, gestand der Bayreuther, der sein sportliches Nahziel – die Top 50 – erreicht hat.
Beantwortet ist auch die Frage, ob die Belgierin Justine Henin bei ihrem Comeback wieder in der absoluten Weltspitze angekommen ist. Die 27-Jährige lieferte in der zweiten Runde bei ihrem 7:5, 7:6 (8:6) über Jelena Dementjewa (Russland) eine Leistung ab, die sie in eine Mitfavoritenrolle auf den Gewinn des ersten Grand-Slam-Titels katapultierte. „Das war eine spezielle Nacht für mich, sehr emotional“, sagte Henin nach der 2:50 Stunden dauernden Partie.
