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NWZonline.de Sport Tennis

Verunsichert und verwundbar

28.08.2019

New York Wie sehr das bittere Aus bei den US Open schmerzte, war Angelique Kerber deutlich anzusehen. Mit finsterer Miene saß sie nach ihrer Erstrundenpleite da – drei Jahre nach dem Titelgewinn in New York konnte sie nur der Gedanke an bessere Zeiten aufmuntern. „Wenn ich zurückschaue, stehen da die drei Grand Slams“, sagte Kerber, „und die werden da auch immer stehen“.

Dass allzu bald ein weiterer Sieg hinzukommt, schien nach dem 5:7, 6:0, 4:6 gegen die Französin Kristina Mladenovic ferner denn je. Seit der Trennung von Rainer Schüttler nach dem Zweitrunden-Aus in Wimbledon reist sie ohne Trainer um die Welt. Ein Sieg gelang ihr dabei nicht, stattdessen wirkt sie auf dem Platz verunsichert und verwundbar. Um die Abwärtsspirale zu stoppen, scheint Hilfe von außen nötig.

„Jetzt ist die Zeit, etwas zu ändern“, sagte Tennis-Ikone Boris Becker. Das WTA-Finale in Shenzhen am Jahresende ist in weite Ferne gerückt, Zeit für einen Neuanfang wäre da. Doch wie es mit Kerber weitergeht, ist völlig offen. Vor allem weil sie selbst, die Situation völlig anders beurteilt.

„Ich habe nicht verloren, weil ich keinen Coach habe“, sagte Kerber trotzig, „da bin ich mir sicher.“ Ohnehin wirkte sie bei den Nachfragen zu dem Thema genervt. „Ich denke überhaupt noch nicht an meinen Trainer“, entgegnete sie: „Das werde ich jetzt auch nicht in den nächsten Tagen mit den Emotionen entscheiden, ich werde mir da immer noch die Zeit nehmen. Ich möchte die richtige Entscheidung treffen.“

Kerbers Trainersituation ist aber längst zu einem Thema mit Tragweite geworden. „Wie lange will sie noch Tennis spielen? Weil so macht es keinen Spaß und keinen Sinn“, hatte Becker vor dem Turnier gesagt. Und Barbara Rittner, Frauen-Chefin im Deutschen Tennis Bund (DTB), war sich sicher: „Das heutige Match hätte sie mit Coach nicht verloren.“ Schon vor der Partie hatte sie sich besorgt gezeigt: „Wenn nicht bald jemand an ihrer Seite ist, dann habe ich kein gutes Gefühl.“

Kerber wollte dies aber keineswegs auf sich sitzen lassen. „Ich sehe das nicht so“, widersprach sie: „Ich habe mich ja bewusst dazu entschieden, alleine die Reise zu machen. Ich bin erfahren genug und weiß, was auf mich zukommt.“

Was Kerber aber weiß: Ein weiteres Jahr wie 2019 gilt es dringend zu verhindern. Auf Major-Ebene kam sie nur bei den Australian Open (Aus im Achtelfinale) über die zweite Runde hinaus, wie in New York war auch bei den French Open in Paris bereits die Auftakthürde zu hoch.

„Die Saison ist nicht mehr lange, deshalb habe ich genug Zeit mich zu entscheiden und zu schauen, wer passen würde und wer nicht“, sagte Kerber. Vor dem gescheiterten Experiment mit Schüttler hatte sie viele Jahre erfolgreich unter Torben Beltz und später unter Wim Fissette trainiert. Ähnlich gut sollte der nächste Schuss wieder sitzen.

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