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NWZonline.de Sport Tennis

Tennis: Becker bejubelt Klassenerhalt

18.09.2017

Oeiras Boris Becker lehnte entspannt auf seinem grünen Plastikstuhl und leistete sich zwischendurch sogar einen Blick auf sein Handy. Die Schuhe hatte der neue Chefberater im deutschen Männertennis von den Füßen gestreift, erleichtert verfolgte er das sportlich bedeutungslose Abschlusseinzel im Davis-Cup-Relegationsduell in Portugal. Nachdem Jan-Lennard Struff mit seinem nervenaufreibenden Fünf-Satz-Erfolg gegen Joao Sousa der entscheidende Punkt zum Klassenerhalt gelungen war, hatten die meisten Zuschauer den Clube de Ténis do Jamor in Oeiras verlassen.

Nur die rund 30 mitgereisten deutschen Fans sorgten beim Match zwischen Yannick Hanfmann und Joao Domingues noch für ein kleines bisschen Länderspiel-Atmosphäre. Dass der Davis-Cup-Debütant aus Karlsruhe 3:6, 6:7 (8:10) verlor, ging an diesem sonnigen Sonntag in der Nähe Lissabons nur noch als statistische Fußnote zum 3:2-Endergebnis in die Historie des Deutschen Tennis Bundes (DTB) ein.

Dank eines 6:0, 6:7 (3:7), 3:6, 7:6 (8:6), 6:4 nach der Abwehr eines Matchballs bewahrte Struff die DTB-Equipe auch ohne ihre drei besten Profis Alexander Zverev, Mischa Zverev und Philipp Kohlschreiber vor dem ersten Abstieg in die sogenannte Europa/Afrika-Zone seit 14 Jahren. Stattdessen finden sich die Deutschen an diesem Mittwoch erneut im Lostopf für die Erstrunden-Partien der Weltgruppe im Februar 2018.

Reden wollte Becker am Sonntagabend nicht mehr. Die Bühne überließ der 49-Jährige den Spielern und Bundestrainer Michael Kohlmann. Der Kapitän war stolz auf sein Team, wirkte aber auch sichtlich genervt vom Hype um den neuen „Head of Men’s Tennis“. In der Pressekonferenz ergriff Debütant Tim Pütz das Wort und sagte: „Ich finde es ein bisschen schade, dass in dem ganzen Trubel um Boris ein bisschen untergeht, was Michael gemacht hat. Für uns war Michael im Vorfeld und hier wesentlich wichtiger als Boris, er hat einen wesentlich größeren Anteil am Klassenerhalt.“

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