OLDENBURG - Wenn Patricia Sattel an diesem Sonnabend zur Arbeit in die Oldenburger Weser-Ems-Halle geht, hofft sie auf volle Zuschauertribünen. Als Event-Managerin des Berliner Sauerland-Boxstalls ist sie verantwortlich für die Organisation des Kampfabends (Beginn 18.15 Uhr, ARD überträgt ab 22.30 Uhr), bei dem unter anderem der WBO-Weltmeister im Cruisergewicht, Marco Huck (25), seinen Titel gegen den amerikanischen Herausforderer Brian Minto (35) verteidigt.
Die Planungen für den Abend in Oldenburg begannen bei Sauerland am 14. März, nachdem Huck einen Tag zuvor in Berlin seinen Titel gegen den Amerikaner Adam Richards erfolgreich verteidigt hatte. „Dass wir am 1. Mai einen Kampfabend veranstalten würden, stand durch unsere Zusammenarbeit mit der ARD zu dem Zeitpunkt bereits fest“, erzählt Sattel. „Wir haben dann Kontakt nach Oldenburg aufgenommen, wo wir ja schon mehrfach zu Gast waren.“
Sattel wäre mit der Veranstaltung gerne in die EWE-Arena gegangen. Zum Zeitpunkt der Verhandlungen hieß es aber noch, dass Boris Becker dort am 2. Mai einen – inzwischen abgesagten – Tennis-Schaukampf bestreiten würde und die Halle dadurch am Abend des 1. Mai bereits blockiert sei. Mit der Alternative Weser-Ems-Halle ist das Sauerland-Team aber ebenfalls vertraut; am 25. Oktober 2008 fand dort der bislang letzte Profi-Kampfabend statt, den die Berliner in Oldenburg organisierten. Auch damals war die benachbarte Arena durch eine andere Veranstaltung belegt.
Mit etwa zehn Personen – die Boxer nicht mitgerechnet – ist die Sauerland-Mannschaft rund eine Woche vor der Veranstaltung in Oldenburg eingetroffen, um die Vorbereitungen abzuschließen. Was den Sauerland-Stall die Veranstaltung durch Hallenmiete, Übernachtungs- und Reisekosten kostet, mag Sattel nicht konkret beantworten. „Eine sechsstellige Summe“ würde dabei herauskommen, sagt die 44-jährige Managerin – und lächelt vielsagend, ohne dabei etwas zu sagen. Für das entsprechende Gegengewicht sorgen Sponsoren, der übertragende Sender ARD und die Einnahmen aus dem Ticketverkauf.
Unterdessen nutzen die Boxer nach mehrwöchiger harter Vorbereitung nun die letzten Tage vor dem Kampf zur Entspannung. Am Mittwochnachmittag beispielsweise versuchten sich Huck & Co. in Bad Zwischenahn auf dem Golfplatz. Sattel hat derweil schon die nächste Veranstaltung im Hinterkopf. Am 5. Juni organisiert sie den Mittelgewichts-Kampf von IBF-Weltmeister Sebastian Sylvester (Greifswald) gegen Roman Karmazin (Russland) in Neubrandenburg.
Karten für den Boxabend an diesem Sonnabend gibt es unter anderem in denNWZ
-Geschäftsstellen. Inhaber derNWZ
-Card erhalten dabei einen Rabatt von zwei Euro.ist der Kampf gegen Marco Huck der erste im Cruisergewicht (bis 91,0 kg). Bislang trat der 35-Jährige im Schwergewicht an (ab 91,0 kg), in dem er es mit erheblich schwereren Gegnern zu tun hatte – obwohl er für die entsprechenden Kämpfe zulegte, um zumindest auf ein Gewicht von 98 kg zu kommen.
präsentierten sich am Mittwochmittag beide Kontrahenten. So sieht sich Huck als „derzeit weltbesten Boxer im Cruisergewicht“. Minto erklärte, er habe sich nicht monatelang vorbereitet, „um dann hierher zu kommen und zu verlieren. Mehr will ich nicht mehr sagen.“
