OSTENDE - OSTENDE/DPA - „Leitwolf“ Thomas Haas und der frech aufspielende Daviscup-Debütant Philipp Kohlschreiber haben die Tür zum ersten Halbfinale seit zehn Jahren für die deutsche Tennis-Nationalmannschaft weit aufgestoßen. Nach einem mühevollen 6:7 (4:7), 7:5, 6:4, 6:2 der Nummer eins im Team von Kapitän Patrik Kühnen zum Auftakt gegen den langen Schlaks Kristof Vliegen sorgte der couragiert auftrumpfende Kohlschreiber am Freitag in Ostende mit seinem 6:3, 7:5, 7:6 (7:4) gegen Olivier Rochus für den beruhigenden 2:0-Vorsprung gegen Belgien.
Den noch fehlenden Punkt zum achten Sieg im achten Vergleich mit Belgien, das in der ersten Runde Australien ausgeschaltet hatte, könnten an diesem Sonnabend (13.30 Uhr/DSF) Alexander Waske und Michael Kohlmann holen, die auf Dick Norman/Christophe Rochus treffen sollen. „Ich bin aber nicht sicher, dass Dick und Christophe auch wirklich das Doppel für Belgien spielen“, spekulierte Haas nach dem Match über 3:18 Stunden, das auf dem langsamen roten Sand der Sleuyter-Arena einen glücklichen Ausgang fand.
Von Nervosität oder Unsicherheit war bei Philipp Kohlschreiber im zweiten Einzel keine Spur. Er ließ den verdutzten Olivier Rochus nicht zur Entfaltung kommen und bestätigte damit Patrik Kühnen, der den Youngster dem auf Sand nicht minder starken Florian Mayer vorgezogen hatte.
Halbfinal-Gegner wäre vom 21. bis 23. September in einem Auswärtsspiel Frankreich oder Russland, die sich in Moskau gegenüberstehen und am ersten Tag jeweils ein Einzel zum 1:1-Zwischenstand gewonnen haben.
