Riga - Die deutschen Tennis-Frauen jubelten nicht einmal überschwänglich. Der 3:1-Sieg im Fed-Cup-Abstiegsspiel in Lettland war auch ohne Angelique Kerber souverän herausgespielt und beschert der DTB-Auswahl weiter einen Platz unter den acht besten Länderteams der Welt. Doch für die Generation um Kerber läuft die Zeit für den Triumph im Nationenwettbewerb langsam ab.

Vielleicht tritt 2020 die beste Besetzung auch in der ersten Runde an, nachdem Kerber und Julia Görges in den vergangenen beiden Jahren jeweils wegen der direkt folgenden Turniere am Persischen Golf abgesagt hatten. Kerber ist jetzt wie Andrea Petkovic 31 Jahre alt, Julia Görges ist 30, Doppel-Spezialistin Anna-Lena Grönefeld wird bald 33, und gleichwertiger Ersatz unter den Jüngeren fehlt. „Am Ende des Tages entscheidet immer noch die Spielstärke, unsere Mädels sind sehr gut und stehen zurecht in dem Team“, sagte Kapitän Jens Gerlach. „Wir wünschen uns alle, dass auch schnellstmöglich die Jungen wieder Fuß fassen.“

Die Jüngste in Riga war mit 28 Jahren die für Kerber nachnominierte Mona Barthel; sie ersetzte am Samstag dann sogar noch die müde Görges und sorgte mit dem 6:4, 6:3 gegen Jelena Ostapenko schon im dritten Einzel für den uneinholbaren 3:0-Vorsprung. Eine solche Tiefe im Aufgebot hatten die Lettinnen nicht, das Fehlen von Spitzenspielerin Anastasija Sevastova und die Formschwäche der früheren French-Open-Siegerin Ostapenko verhinderten den Aufstieg.