Paris - Stehaufmännchen Maria Scharapowa hat es wieder einmal geschafft und steht nach der nächsten Aufholjagd zum dritten Mal nacheinander im Endspiel der French Open. Die ehemalige Tennis-Weltranglisten-Erste aus Russland gewann am Donnerstag im ersten Halbfinale 4:6, 7:5, 6:2 gegen die Kanadierin Eugenie Bouchard. Dabei siegte Scharapowa im dritten Match in Serie noch nach einem Satzrückstand. Scharapowa trifft am Samstag entweder auf die Darmstädterin Andrea Petkovic oder die Rumänin Simona Halep, die im zweiten Semifinale aufeinandertrafen.
„Ich würde lieber in zwei Sätzen gewinnen. Doch dafür arbeite ich, um am Ende des Matches noch frisch zu sein“, sagte Scharapowa nach der knapp zweieinhalb Stunden langen Partie auf zeitweise höchstem Niveau. Für die Weltranglisten-16. Bouchard, die wie schon bei den Australian Open im Januar ihr erstes Endspiel bei einem Grand-Slam-Turnier verpasste, hatte die Paris-Siegerin von 2012 viel Lob übrig. „Sie hat ein unglaubliches Match gespielt. Ich habe ein bisschen Glück, dass ich durch bin.“ So rutschte der fünfte Matchball unerreichbar von der Grundlinie weg. Scharapowa will sich im neunten Grand-Slam-Finale ihrer Karriere nun den Titel zurückholen, den ihr Serena Williams im vorigen Jahr abnahm.
84 Jahre nach dem bislang einzigen deutschen Mixed-Triumph von Paris darf sich Anna-Lena Grönefeld nun auch French-Open-Siegerin nennen. Das einstige Einzel-Supertalent triumphierte fünf Jahre nach dem Wimbledon-Sieg im gemischten Doppel am Donnerstag auch im Stade Roland Garros. „Das nach so langer Zeit wieder zu schaffen, ist ein unglaubliches Gefühl“, sagte Grönefeld nach dem Erfolg gegen ihre Freundin und Doppelpartnerin Julia Görges.
Nur Cilly Aussem hatte 1930 zuvor für einen deutschen Erfolg gesorgt. Grönefeld und der Niederländer Jean-Julien Rojer siegten 4:6, 6:2, 10:7 gegen Görges und den Serben Nenad Zimonjic. Die Bad Oldesloerin verpasste damit ihren ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier.
Grönefeld strahlte mit Rojer am Tag nach ihrem 29. Geburtstag in der Sonne, als beide mit den Miniatur-Ausgaben des Siegerpokals posierten. Die Fed-Cup-Spielerin war 2003 Juniorensiegerin in Paris, zog dort 2006 ins Einzel-Viertelfinale ein, entschied nach schweren Zeiten unter ihrem ehemaligen spanischen Coach vor einigen Jahren aber, nur noch Doppel zu spielen. „Ich habe es nie bereut. Seitdem bin ich ein glücklicherer Mensch“, erklärte sie. Die einstige Weltranglisten-14. gehört weiter zum deutschen Fed-Cup-Team und zog im April in Australien mit ins Finale ein.
Neben den Pokalen gab es insgesamt 110 000 Euro Preisgeld und das gegenseitige Versprechen, in Wimbledon anzutreten. Görges und der 38-jährige Zimonjic teilen sich 55 500 Euro. „Erstmal überwiegt die Freude, erstmals in so einem Finale gewesen zu sein“, sagte Görges. Zuletzt hatte Philipp Petzschner 2011 im Herren-Doppel bei den US Open für einen deutschen Grand-Slam-Titel gesorgt.
