STUTTGART - Andrea Petkovic ließ sich entkräftet im Rollstuhl zur Pressekonferenz fahren – aber das deutsche Frauentennis geht beim Turnier in Stuttgart nicht am Stock. Im Gegenteil: Julia Görges ist als erste Deutsche seit Anke Huber 1999 ins Halbfinale vorgestoßen. Petkovic, Kristina Barrois und Sabine Lisicki verpassten nur knapp den Einzug in die Runde der besten vier Aktiven.

„Alles in allem ist das eine Superwoche für uns“, sagte Petkovic. Beinahe hätte sie für eine weitere Überraschung gesorgt. Die nationale Nummer 1 führte am späten Donnerstagabend im Viertelfinale gegen die Weltranglisten-Erste Caroline Wozniacki 4:1 und 40:0, ehe sie die Kräfte verließen. Trotz weiterhin starker Gegenwehr konnte die 23-jährige Darmstädterin die 4:6, 1:6-Niederlage gegen die Dänin nicht mehr verhindern.

Görges setzte sich gegen Lisicki 6:4, 6:4 durch. „Es ist etwas Schönes, im eigenen Land in einem Halbfinale zu stehen“, sagte die 22-Jährige aus Bad Oldesloe. Nun trifft Görges an diesem Sonnabend (14 Uhr/Eurosport) auf die Vorjahresfinalistin Samantha Stosur. „Auf Sand kann sie richtig eklig spielen. Ich bin da krasse Außenseiterin“, sagte die Nummer 32 der Welt. Auf Hartplatz hat sie die Australierin schon bezwungen. Aber egal, ob Görges der nächste Coup gelingt: Sie wird in der Weltrangliste einen großen Sprung nach vorne machen.